fädeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfä-deln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fädeln‹ als Letztglied: ↗abfädeln · ↗auffädeln · ↗ausfädeln · ↗durchfädeln · ↗einfädeln
eWDG, 1967

Bedeutung

landschaftlich, umgangssprachlich
1.
etw. auf einen Faden ziehen, auffädeln
Beispiele:
Tabak fädeln
Perlen auf eine Schnur fädeln
etw. durch Aufziehen von Perlen auf einen Faden herstellen
Beispiele:
eine Kette fädeln
ihr eigener Rosenkranz, ein Erbstück ihrer Mutter, aus echten, großen, blutroten Korallen gefädelt [WerfelBernadette289]
2.
einen Faden durch, in das Nadelöhr fädelneinen Faden durch das Nadelöhr stecken und durchziehen, einfädeln
Beispiel:
Teta ... fädelte aufmerksam, während ihr die Brille ein wenig über die Nase rutschte, den Zwirn in die Nadel [WerfelVeruntreuter Himmel209]
3.
selten, salopp, abwertend, übertragen etw. geschickt fädelnetw. geschickt zustande bringen, einfädeln
Beispiel:
»Das hat er geschickt gefädelt«, sagten die Lehrlinge [StrittmatterWundertäter149]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Faden · fädeln · einfädeln · fadenscheinig
Faden m. ‘gesponnene Woll- oder Baumwollfasern’, auch Längenmaßeinheit, ahd. fadam, fadum ‘Garn, Klafter’ (8. Jh.), mhd. vadem (-m bis ins 17. Jh. bezeugt), vaden (seit dem 14. Jh.) ‘Faden, Garn, Schnur, Draht’, asächs. faðmos (Plur.) ‘Maß von 6 Fuß, Klafter, die ausgebreiteten Arme’, mnd. mnl. vādem ‘Maß der ausgebreiteten Arme, zu 6 Fuß gerechnet (auf Garne, Tauwerke, Meerestiefen bezogen), Faden, 6 Fuß hoher und 6 Fuß breiter Haufen Brennholz, Klafter Holz’, aengl. fæþm ‘Umarmung, Klafter, Schutz, Busen, Faden, Elle’, engl. fathom ‘ausgebreitete Arme, Längenmaß von 6 Fuß’, nl. vadem ‘Klafter, Zwirn’, anord. faðmr ‘Umfassung, Umarmung, Busen’, schwed. famn (germ. *faþma-) gehen mit lat. patēre ‘sich erstrecken, offenstehen’ und griech. petannȳ́nai (πεταννύναι) ‘ausbreiten, öffnen’ auf die Wurzel ie. *pet- ‘ausbreiten’ (besonders die Arme) zurück. In den germ. Sprachen bezeichnet das Wort als Maßeinheit die Länge der ausgebreiteten Arme (1 Faden = 6 Fuß oder 1 Klafter), danach das Gemessene, den Faden (Garn, Schnur usw.), seit dem 15. Jh. das Maß für die Meerestiefe; ausgehend von der Vorstellung der schützend ausgebreiteten Arme auch ‘Schutz’ und ‘Umarmung’. roter Faden ‘durch eine Erzählung oder Darstellung hindurchgehende Leitlinie, Leitmotiv’, bildliche Verwendung (Goethe 1809) in Anlehnung an den roten oder überhaupt farbigen Faden, den die britische Flotte (seit 1776) als Eigentumszeichen in das Tauwerk eindrehen läßt. fädeln Vb. ‘auf einen Faden reihen, einen Faden durch eine enge Öffnung ziehen’, im 18. Jh. wohl zum Deminutivum Fädel gebildet. Oder iterativ zu älterem (bis ins 17. Jh. bezeugtem) fädmen? Vgl. ahd. fadumōn ‘spinnen, einfädeln, nähen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vedemen. einfädeln Vb. (17. Jh.), älter (16. Jh.) einfademen, einfädmen. fadenscheinig Adj. ‘abgenutzt, daß die einzelnen Fäden sichtbar sind, abgewetzt, durchsichtig’ (18. Jh.), älter fadenscheinisch (17. Jh.) und fadenschein (16. Jh.), zu mhd. schīn Adj. ‘sichtbar’ (s. ↗scheinen).

Thesaurus

Synonymgruppe
binden · fädeln · ↗schnüren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Deal Draht Fusion Kette Loch Nadel Nadelöhr Perle Schnur Verkehr aneinander auffädeln aus ein einfädeln geschickt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fädeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch schon ist die Geschichte gebündelt, darf sich fädeln und fasern und bleibt doch eine Geschichte.
Die Zeit, 19.08.2002, Nr. 33
Damit fädele ich den beabsichtigten Schluß der Geschichte bereits ein, aber hiervon erst später.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 249
Mann, bis er den immer aus der Hose gefädelt hatte!
Bild, 05.05.2004
Man fädelt drei bis vier Schnüre mit ihnen voll, jede in einer andern Farbe.
Runge-Schüttoff, Gerda: Etwas vom Perlkettenfädeln. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 100
Bei der einfachsten Technik, die du hier kennenlernen sollst, fädelst du einen langen Faden in eine dicke, möglichst lange Nadel.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 23
Zitationshilfe
„fädeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fädeln>, abgerufen am 21.03.2019.

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