fähig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfä-hig
Wortbildung mit ›fähig‹ als Letztglied: ↗unfähig  ·  mit ›fähig‹ als Grundform: ↗-fähig · ↗befähigen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
häufig attributiv
begabt, tüchtig
Beispiele:
ein fähiger Mann, Mensch
er ist ein ungewöhnlich, überaus fähiger Architekt, Jurist
er ist ein fähiger Kopf
[der Kriminalkommissar] ... war mein fähigster Mann [DürrenmattVersprechen21]
2.
in Verbindung mit »sein«
zu etw. fähig sein, einer Sache fähig seinzu etw. imstande sein
a)
durch sein Können, Wissen in der Lage zu etw. sein
Beispiele:
er ist fähig, diese Arbeit zu leisten
ich halte ihn für fähig, diesen Posten zu übernehmen
gehoben einer Sache fähig sein
Beispiel:
außerdem war er zur Zeit stark verliebt und keines vernünftigen Gedankens fähig [FalladaJeder stirbt509]
b)
durch seine charakterliche, geistige Veranlagung zu etw. (Bösem) bereit sein
Beispiele:
er ist zu allen Schandtaten, zu allem (Schlechten) fähig
dazu ist er fähig
der Angeklagte ist zu einem solchen Betrug, Verbrechen durchaus fähig
ein zu jeder Bosheit fähiger Mensch
oft verneint
Beispiele:
er ist (nicht) fähig zu lügen
er ist nicht fähig, jmdn. zu betrügen
gehoben einer Sache fähig sein
Beispiele:
er ist einer solchen Tat, Gemeinheit (nicht) fähig
hätte ihn dessen nie für fähig gehalten [SeghersDie Toten6,221]
wir wissen, wessen der Neid fähig ist [BrechtDreigroschenroman327]
c)
papierdeutsch etw. ist einer Sache fähig
Beispiele:
diese Gedichtfassung ist verschiedener Deutung fähig (= kann verschieden gedeutet werden, läßt sich verschieden deuten)
dieser Augenblick war keiner Beschreibung fähig (= war unbeschreibbar)
wenn wir ... die Entdeckung machen, daß das Problem gar keiner Lösung fähig ist [PlanckScheinprobleme3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fähig · befähigen · Fähigkeit
fähig Adj. ‘imstande zu etw., begabt, tüchtig’, im 15. Jh. von fahen, der älteren Form von ↗fangen (s. d.), abgeleitet (vgl. auch gleichbed. spätmhd. gevæhic, 2. Hälfte 14. Jh.), daher ursprünglich ‘imstande sein zu fassen, aufzunehmen, empfänglich’, sowohl körperlich (von Gefäßen) als auch geistig; in der Rechtssprache so viel wie ‘berechtigt’ (vgl. erbfähig). Der Zusammenhang mit dem Verb wird auch in der alten Bedeutung ‘fangbar’ (von Tieren) deutlich (16. Jh.). Modern vorwiegend auf Lebewesen und speziell auf ihr geistiges Erfassungsvermögen bezogen, daher oft ‘begabt, tüchtig’. befähigen Vb. ‘fähig machen, in die Lage versetzen’ (18. Jh.). Fähigkeit f. ‘Vermögen, Imstandesein’ (Anfang 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
firm · fähig · ↗qualifiziert · ↗tauglich  ●  ↗fit  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (eine Sache) beherrschen · Fähigkeiten haben  ●  ↗(es) (einfach) draufhaben  ugs. · (etwas) auf dem Kasten haben  ugs. · (schwer) was drauf haben  ugs. · das Zeug dazu haben  ugs. · im Griff haben  ugs. · viel auf dem Kasten haben  ugs. · was können  ugs.
  • (einer Sache) mächtig (sein) · ↗(etwas) beherrschen · ↗(etwas) können · ↗beherrschen (zu) · fähig sein · im Stande sein (zu) · imstande sein (zu) · in der Lage sein · umgehen können (mit) · ↗vermögen (zu)  ●  (jemandem) gegeben sein  geh. · drauf haben  ugs., salopp
Synonymgruppe
ausgebildet · fähig · ↗kompetent
Synonymgruppe
fähig · ↗leistungsfähig · ↗potent

Typische Verbindungen
computergeneriert

Administrator Kopf Leutchen Manager Nachwuchskraft Organisator Politiker Technokrat ausbildungswillig bedürftig bereit dazu durchaus entschlossen erfahren gar gewillt integer intelligent kaum kompetent loyal mehr nicht tüchtig willens willig würdig überaus überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fähig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach erst sind sie wieder fähig mit den wahren Meistern spielen zu können, mit den Kindern.
Die Welt, 14.12.2004
Er selbst sei in jenem Alter zu einer solchen schauspielerischen Leistung mit Sicherheit nicht fähig gewesen.
Der Tagesspiegel, 16.02.2001
Du mußt jetzt entschuldigen, aber ich bin zu nichts mehr fähig.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 13.03.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Dann sauste das Blut in meinen Ohren und ich war nicht fähig, die Worte, die da vor mir aus dem stark geschminkten Munde fielen, aufzulesen.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 279
Ich war an jenem Tage überhaupt nicht fähig, zu denken.
Friedländer, Hugo: Ein Liebesdrama im Berliner Tiergarten. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 8084
Zitationshilfe
„fähig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fähig>, abgerufen am 25.06.2019.

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