fällen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung fäl-len
Wortbildung  mit ›fällen‹ als Erstglied: Fällaxt · Fällbad · Fäller · Fällmittel · Fällung
 ·  mit ›fällen‹ als Letztglied: ausfällen · umfällen
eWDG

Bedeutungen

1.
einen Baum fälleneinen Baum umhauen
Beispiele:
Bäume, Holz (mit der Axt, Säge) fällen
er stürzte wie eine gefällte Eiche, wie vom Blitz gefällt
gehoben, übertragen jmdn. zu Fall bringen, jmdn. vernichten, töten
Beispiele:
Sie haben Ihrem Spanien zum Sieg verholfen … und den Ligarius gefällt [ Feuchtw.Tag215]
die Freude hatte ihn gefällt [ StrittmatterWundertäter63]
2.
das Bajonett fällendas aufgepflanzte Bajonett zum Angriff vorwärtsrichten
Grammatik: meist im Partizip II
Beispiele:
die Soldaten stürmten mit gefälltem Bajonett vorwärts
Auf einmal tauchte … ein Mann auf und einer von links, beide, wie es schien, mit gefälltem Gewehr [ RennKrieg325]
3.
eine Entscheidung, ein Urteil fällen
a)
eine Entscheidung fällenetw. entscheiden
Beispiel:
er hatte eine wichtige Entscheidung zu fällen
b)
ein Urteil fällenüber etw., jmdn. urteilen
Beispiel:
ein sachliches, sicheres, treffendes Urteil über etw., jmdn. fällen
ein gerichtliches Urteil sprechen
Beispiele:
ein Urteil gegen, über jmdn. fällen
der Richter fällte ein hartes Urteil
einen richterlichen Spruch fällen
4.
Chemie eine chemische Verbindung, einen Stoff durch Zusatz eines anderen Stoffes, einer anderen Verbindung aus einer Lösung absondern, ausfällen
Beispiele:
Aluminium als Hydroxyd fällen
bei der chemischen Analyse ist Bariumsulfat aus der Lösung gefällt worden
5.
Mathematik das Lot auf eine Gerade fällendie Senkrechte zu einer Geraden ziehen, zeichnen
Beispiele:
von dem Punkt A das Lot auf die Bildachse, Linie fällen
von einem Punkt außerhalb der Geraden das Lot fällen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fallen · fällig · auffallen · auffallend · auffällig · ausfallen · ausfallend · ausfällig · ausgefallen · einfallen · Einfall · Fall · Fallbeil · Fallreep · Gefälle · Falle
fallen Vb. ‘sich nach unten bewegen (durch die eigene Schwere), stürzen, sinken, (im Kampf als Soldat) sterben’, ahd. fallan ‘(herab)stürzen, zu Fall kommen, einstürzen, sinken, zuteil werden, umfallen, verfallen’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. vallen, asächs. fallan, aengl. feallan, fallan, engl. to fall, anord. schwed. falla. Mit dem ehemals ein präsensbildendes n aufweisenden Verb (ll aus ln) sind höchstens vergleichbar armen. p‛ul ‘Einsturz’, p‛lamin ‘ich falle ein’ und (dehnstufig) lit. pùlti ‘fallen’, vielleicht (als Variante mit anlautendem s-) auch griech. sphállein (σφάλλειν) ‘zu Fall bringen, zugrunde richten, täuschen’, so daß von einer Wurzel ie. *phō̌l- bzw. *pō̌l- ‘fallen’ (d. h. ‘sich nach dem Gesetz der Schwerkraft abwärts bewegen’) ausgegangen werden kann. fällig Adj. ‘für einen bestimmten Termin vorgesehen, zur Zahlung anstehend’ (15. Jh.), mhd. (rechtssprachlich) vellic ‘der Zahlung, der Buße, der Strafe verfallen, verurteilt’, wohl abgeleitet vom Verb mhd. fallen im Sinne von ‘fällig sein, werden’. Vgl. ahd. fellīg ‘fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt’ (10. Jh.), mhd. vellec, vellic ‘zu Fall kommend, fallend (besonders im Kampf), vor Gericht überwunden’; häufig suffixartig als zweites Glied in Komposita wie bau-, hin-, rückfällig. auffallen Vb. ‘hervorstechen, ins Auge springen’ (18. Jh.), älter ‘(sich) fallend öffnen’ (um 1700), ‘auf etw. fallen’ (16. Jh.); auffallend Part.adj. ‘hervorstechend, in die Augen springend, die Aufmerksamkeit auf sich lenkend’ (18. Jh.); damit gleichbed. auffällig Adj. (Anfang 19. Jh.). ausfallen Vb. ‘herausfallen, angreifen, enden, unterbleiben’, mhd. ūʒvallen ‘ausrenken’ (den Fuß); ausfallend Part.adj. ‘herausfordernd, beleidigend’ (18. Jh.), aus älterem ‘einen militärischen Ausbruch, Angriff unternehmend’ (16. Jh.); gleichbed. jüngeres ausfällig Adj. ‘beschimpfend, beleidigend’ (19. Jh.), zuvor (bei Zahlungen) ‘seinen Verpflichtungen nicht nachkommend’ (16. Jh.); ausgefallen Part.adj. ‘nicht alltäglich’ (um 1900). einfallen Vb. ‘zusammenstürzen, eindringen, in den Sinn kommen’, ahd. infallan ‘aus etw. auf etw. fallen, Eingang finden’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īnvallen ‘Eingang finden, eindringen, als Besitz zufallen, in den Sinn kommen, beginnen’; Einfall m. ‘das Einbrechen, feindliches Eindringen, plötzlicher Gedanke’, mhd. īn-, inval ‘das Einfallen, Einbruch, Eingriff in jmds. Recht, Zwischenfall, zufälliger Gedanke, Einrede’. Fall m. ‘Sturz, Untergang, Ereignis, (Rechts)angelegenheit’, auch (seit 17. Jh.) ‘grammatischer Kasus’ (s. Kasus), ahd. fal ‘(Ein)sturz, Ärgernis, Kränkung’ (8. Jh.), mhd. val (Genitiv valles) ‘das Fallen der Würfel, des Wassers, der Töne, Sturz, Niederlage, Straffall, Abgabe bei Todesfall an den Lehnsherrn’ (germ. *falla-). Die Verwendungsweisen sind beeinflußt vom Bild der gefallenen Würfel, von lat. cāsus ‘das Fallen, Sturz, Vorfall, Zufall, Gelegenheit, Unfall, grammatischer Kasus’, das bereits in ahd. Zeit durch fal übersetzt wird, und von frz. cas ‘Fall’, vgl. Wendungen wie setzen wir den Fall (frz. posons le cas), auf alle Fälle (frz. en tout cas), das ist ganz mein Fall (frz. c’est là mon cas). Fallbeil n. ‘Hinrichtungsmaschine’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. neben Guillotine. Fallreep n. ‘Treppe (Strickleiter), die an der Schiffswand heruntergelassen wird’ (18. Jh.), aus nd. Valreep, vgl. nd. Reep ‘Tau, Seil, mit dessen Hilfe man sich vom Schiffsbord schwingend ins Boot fallen läßt’, s. Reif1. Gefälle n. ‘Höhenunterschied, Bodenneigung’, ahd. gifelli ‘Einsturz, Unfall, Verfall’ (um 1000), mhd. gevelle ‘Sturz, Ein-, Absturz, abschüssiges tiefes Tal, guter Würfelfall, Glück, Schicksal, das Gefallen’, kollektive ja-Ableitung zu ahd. fal. Falle f. ‘Tierfanggerät, Hinterhalt’, ahd. falla ‘Falle, Fallstrick’ (8. Jh.), mhd. valle ‘Falle, Türklinke’.

fällen Vb. ‘zu Fall bringen, umschlagen’, ahd. fellen ‘zu Fall bringen, niederwerfen’ (9. Jh.), mhd. vellen ‘fallen lassen, zu Fall bringen, niederwerfen, töten’, asächs. fellian, mnd. mnl. nl. vellen, aengl. (westsächs.) fyllan, (angl.) fellan, engl. to fell, anord. fella, schwed. fälla gehen zurück auf ein germ. jan-Verb, Kausativum zu dem unter fallen (s. d.) behandelten starken Verb. fällen bedeutet also ‘machen, bewirken, daß etw. fällt’. In der Rechtssprache ein Urteil fällen ‘ein Urteil treffen’ (1400).

Thesaurus

Synonymgruppe
abholzen · absägen · roden · schlagen  ●  fällen  Hauptform · umhauen  ugs. · umsägen  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„fällen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/f%C3%A4llen>.

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