fällig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfäl-lig
Wortbildung mit ›fällig‹ als Erstglied: ↗Fälligkeit  ·  mit ›fällig‹ als Letztglied: ↗allfällig · ↗augenfällig · ↗baufällig · ↗fußfällig · ↗nächstfällig · ↗ohrenfällig · ↗sinnfällig · ↗straffällig · ↗überfällig
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmd. ist fällig
a)
etw. ist zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bezahlen
Beispiele:
die Miete, Ratenzahlung, der Lohn ist fällig
die Zinsen sind morgen fällig
den fälligen Wechsel, Schuldschein einlösen
die fällige Summe bezahlen
b)
etw. müsste zum bestimmten Zeitpunkt geschehen, wird zum bestimmten Zeitpunkt erwartet
Beispiele:
der Zug ist in zehn Minuten fällig
das Urteil ist morgen fällig
da war eine Betriebsfeier fällig
die Aussprache war längst fällig (= hätte längst geschehen müssen)
umgangssprachlich da war wieder einiges, was fällig (= da war wieder etwas los, da war wieder etwas zu erwarten)
umgangssprachlich ich bin schon lange fällig (= bin schon lange dran, an der Reihe), mal Urlaub zu machen
war doch ... der Abflug in drei Tagen fällig [DürrenmattVersprechen25]
Die Frühjahrssaat ist fällig und das Pflanzen [RemarqueZeit zu leben374]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fallen · fällig · auffallen · auffallend · auffällig · ausfallen · ausfallend · ausfällig · ausgefallen · einfallen · Einfall · Fall · Fallbeil · Fallreep · Gefälle · Falle
fallen Vb. ‘sich nach unten bewegen (durch die eigene Schwere), stürzen, sinken, (im Kampf als Soldat) sterben’, ahd. fallan ‘(herab)stürzen, zu Fall kommen, einstürzen, sinken, zuteil werden, umfallen, verfallen’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. vallen, asächs. fallan, aengl. feallan, fallan, engl. to fall, anord. schwed. falla. Mit dem ehemals ein präsensbildendes n aufweisenden Verb (ll aus ln) sind höchstens vergleichbar armen. p‛ul ‘Einsturz’, p‛lamin ‘ich falle ein’ und (dehnstufig) lit. pùlti ‘fallen’, vielleicht (als Variante mit anlautendem s-) auch griech. sphállein (σφάλλειν) ‘zu Fall bringen, zugrunde richten, täuschen’, so daß von einer Wurzel ie. *phō̌l- bzw. *pō̌l- ‘fallen’ (d. h. ‘sich nach dem Gesetz der Schwerkraft abwärts bewegen’) ausgegangen werden kann. fällig Adj. ‘für einen bestimmten Termin vorgesehen, zur Zahlung anstehend’ (15. Jh.), mhd. (rechtssprachlich) vellic ‘der Zahlung, der Buße, der Strafe verfallen, verurteilt’, wohl abgeleitet vom Verb mhd. fallen im Sinne von ‘fällig sein, werden’. Vgl. ahd. fellīg ‘fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt’ (10. Jh.), mhd. vellec, vellic ‘zu Fall kommend, fallend (besonders im Kampf), vor Gericht überwunden’; häufig suffixartig als zweites Glied in Komposita wie bau-, hin-, rückfällig. auffallen Vb. ‘hervorstechen, ins Auge springen’ (18. Jh.), älter ‘(sich) fallend öffnen’ (um 1700), ‘auf etw. fallen’ (16. Jh.); auffallend Part.adj. ‘hervorstechend, in die Augen springend, die Aufmerksamkeit auf sich lenkend’ (18. Jh.); damit gleichbed. auffällig Adj. (Anfang 19. Jh.). ausfallen Vb. ‘herausfallen, angreifen, enden, unterbleiben’, mhd. ūʒvallen ‘ausrenken’ (den Fuß); ausfallend Part.adj. ‘herausfordernd, beleidigend’ (18. Jh.), aus älterem ‘einen militärischen Ausbruch, Angriff unternehmend’ (16. Jh.); gleichbed. jüngeres ausfällig Adj. ‘beschimpfend, beleidigend’ (19. Jh.), zuvor (bei Zahlungen) ‘seinen Verpflichtungen nicht nachkommend’ (16. Jh.); ausgefallen Part.adj. ‘nicht alltäglich’ (um 1900). einfallen Vb. ‘zusammenstürzen, eindringen, in den Sinn kommen’, ahd. infallan ‘aus etw. auf etw. fallen, Eingang finden’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īnvallen ‘Eingang finden, eindringen, als Besitz zufallen, in den Sinn kommen, beginnen’; Einfall m. ‘das Einbrechen, feindliches Eindringen, plötzlicher Gedanke’, mhd. īn-, inval ‘das Einfallen, Einbruch, Eingriff in jmds. Recht, Zwischenfall, zufälliger Gedanke, Einrede’. Fall m. ‘Sturz, Untergang, Ereignis, (Rechts)angelegenheit’, auch (seit 17. Jh.) ‘grammatischer Kasus’ (s. ↗Kasus), ahd. fal ‘(Ein)sturz, Ärgernis, Kränkung’ (8. Jh.), mhd. val (Genitiv valles) ‘das Fallen der Würfel, des Wassers, der Töne, Sturz, Niederlage, Straffall, Abgabe bei Todesfall an den Lehnsherrn’ (germ. *falla-). Die Verwendungsweisen sind beeinflußt vom Bild der gefallenen Würfel, von lat. cāsus ‘das Fallen, Sturz, Vorfall, Zufall, Gelegenheit, Unfall, grammatischer Kasus’, das bereits in ahd. Zeit durch fal übersetzt wird, und von frz. cas ‘Fall’, vgl. Wendungen wie setzen wir den Fall (frz. posons le cas), auf alle Fälle (frz. en tout cas), das ist ganz mein Fall (frz. c’est là mon cas). Fallbeil n. ‘Hinrichtungsmaschine’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. neben Guillotine. Fallreep n. ‘Treppe (Strickleiter), die an der Schiffswand heruntergelassen wird’ (18. Jh.), aus nd. Valreep, vgl. nd. Reep ‘Tau, Seil, mit dessen Hilfe man sich vom Schiffsbord schwingend ins Boot fallen läßt’, s. ↗Reif. Gefälle n. ‘Höhenunterschied, Bodenneigung’, ahd. gifelli ‘Einsturz, Unfall, Verfall’ (um 1000), mhd. gevelle ‘Sturz, Ein-, Absturz, abschüssiges tiefes Tal, guter Würfelfall, Glück, Schicksal, das Gefallen’, kollektive ja-Ableitung zu ahd. fal. Falle f. ‘Tierfanggerät, Hinterhalt’, ahd. falla ‘Falle, Fallstrick’ (8. Jh.), mhd. valle ‘Falle, Türklinke’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fällig · ↗zahlbar

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgabe Ablösesumme Anleihe Ausgabeaufschlag Betrag Bundesanleihe Bundkontrakt Bußgeld Einlage Elfmeter Freistoß Gebühr Nachzahlung Neuwahl Praxisgebühr Provision Rate Rückzahlung Sozialabgaben Steuer Strafstoß Tranche Verbindlichkeit Vertragsstrafe Zahlung Zins Zinszahlung geworden längst werdend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fällig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn für eine Wartung sind bis zu 1800 Euro fällig.
Die Welt, 08.05.2004
Doch nach zwanzig Jahren regen Betriebs, war eine Veränderung fällig.
Der Tagesspiegel, 19.10.2003
Eigentlich war mal eine neue Anlage fällig, aber dazu fehlte mir das Geld.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 96
Fehlt dieser Tag, so ist der Wechsel am letzten Tag des Monats fällig.
o. A.: Wechselgesetz. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1998
Und wenn du zu ihm hältst, bist auch du fällig.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 731
Zitationshilfe
„fällig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fällig>, abgerufen am 24.06.2019.

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