färben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfär-ben
Wortbildung mit ›färben‹ als Erstglied: ↗Färbegut · ↗Färbemethode · ↗Färbemittel · ↗Färberei · ↗Färbeverfahren
 ·  mit ›färben‹ als Letztglied: ↗abfärben · ↗anfärben · ↗auffärben · ↗ausfärben · ↗durchfärben · ↗einfärben · ↗nachfärben · ↗schönfärben · ↗umfärben · ↗überfärben
 ·  mit ›färben‹ als Grundform: ↗entfärben · ↗verfärben  ·  formal verwandt mit: ↗buntgefärbt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
einem Gegenstand mit Farbstoff eine bestimmte Farbe verleihen
Beispiele:
etw. rot, blau, grün färben
Wolle, Stoff, Kleider färben
Papier, Leder, Glas färben
die Wimpern, Augenbrauen (schwarz) färben
ihr Haar ist (rot) gefärbt
zu Ostern färbt man gern Eier (bunt)
bildlich
Beispiel:
Schamröte färbte ihre Wangen
sich färbeneine (andere) Farbe annehmen
Beispiele:
die Blätter beginnen sich zu färben
das Laub hat sich gelb, rot, bunt gefärbt
langsam, plötzlich färbte sich sein Gesicht
der Stoff färbt sich leicht, schwer, lässt sich leicht, schwer färben
Rosig färbt der Horizont sich [BrechtGedichte22]
abfärben
Beispiel:
die Bluse, dieser Stoff färbt
2.
übertragen etw. verändert, mit einer bestimmten Tendenz darstellen
Beispiel:
Er spricht nicht so trocken und sachlich ... sein Gefühl färbt seine Worte [Feuchtw.Oppermann293]
meist im Part. Prät.
Beispiele:
der Vortrag, die Rede war humoristisch, politisch gefärbt
einen gefärbten Bericht geben
etw. durch eine gefärbte Brille (= nicht objektiv) sehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Farbe · färben · farbig · Farbiger · Färber · Schönfärber · Schönfärberei · schönfärben
Farbe f. ‘Oberflächentönung, optischer Eindruck, Mittel zur Kolorierung’, ahd. far(a)wa (8. Jh.), mhd. varwe, var, mnd. varwe, mnl. var(u)we, vaerwe, verwe, nl. verf ist eine Substantivierung der femininen Form des Adjektivs ahd. faro (um 1000), mhd. var(e) (flektiert ahd. far(a)wēr, mhd. varwer) ‘gefärbt, farbig’, das meist mit einer Farbangabe verbunden ist, z. B. ahd. blāfaro, brūnfaro, mhd. -var, nhd. -farb, dann durch -farben abgelöst. Das Adjektiv ist mit ie. u̯o-Suffix gebildet zu ie. *perk̑- ‘gesprenkelt, bunt’, das wie die Variante ie. *prek̑- besonders in Bezeichnungen für gesprenkelte, buntgetupfte Tiere auftritt, vgl. griech. pérkos (πέρκος) ‘Sperber’, próx (πρόξ) ‘(geflecktes) reh- oder hirschartiges Tier’ sowie die unter ↗Forelle (s. d.) behandelten Formen. Anders Must in: IF 86 (1981) 255 ff., der im Hinblick auf neuerlich aufgefundenes got. farw- ‘Aussehen, Gestalt’ eine Entlehnung des Substantivs aus arab. farw, farwa ‘Pelz, (farbenprächtiges) Pelzwerk’ annimmt. färben Vb. ‘kolorieren, anmalen, Farbe verleihen’, ahd. far(a)wen (9. Jh.), mhd. verwen. farbig Adj. ‘bunt, koloriert’ (16. Jh.), zunächst auch färbig, farbicht. Seit dem 19. Jh. für nichtweiße Hautfarbe (vgl. engl. coloured); in dieser Verwendung substantiviert Farbiger m. (19. Jh.). Färber m. ‘wer das Gewerbe des Textilfärbens ausübt’, mhd. verwære; vgl. (mit anderer Bildungsweise) ahd. far(a)wo (9./10. Jh.). Schönfärber m. ‘Gewerbetreibender, der Textilien mit hellen Farben färbt’ (17. Jh.; Gegensatz Schwarzfärber); heute nur noch bildlich ‘wer die Dinge in ein günstiges Licht zu rücken versteht, einen Sachverhalt beschönigt’ (20. Jh.). Schönfärberei f. ‘Werkstatt des Schönfärbens’ (18. Jh.), ‘beschönigende Darstellungsweise’ (20. Jh.). schönfärben Vb. ‘Stoffe mit hellen Farben färben’ (18. Jh.), übertragen ‘bemänteln, entschuldigen’ (19. Jh.), eigentlich ‘schöner machen, als es ist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abtönen · ↗einfärben · färben · ↗kolorieren · ↗nuancieren · ↗tingieren · ↗tönen
Synonymgruppe
anmalen · ↗bemalen · ↗bepinseln · färben · ↗tünchen · ↗übermalen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blut Haar Laub Strähne Wange Wolle abfärben anfärben bedrucken blau bleichen blond blutrot bläulich braun dunkelrot durchfärben einfärben gelb lila orange purpurrot rosa rosarot rot rötlich tiefrot umfärben violett weben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›färben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun will sie sich die Haare auch noch pink färben.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 81
Um das zu unterstreichen, hat er sich an diesem Abend die Haare blau gefärbt.
Der Tagesspiegel, 07.05.2000
Sie schien ihre Haare gefärbt zu haben, sie wirkten blonder als noch ein paar Monate zuvor.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 183
Ständig ändert sie ihr Aussehen, färbt die Haare mal schwarz, mal blond.
Bild, 15.10.1997
Ihre Ränder sind meist unregelmäßig und durch das in die Gewebe hineingepreßte Blut bläulich gefärbt.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 47
Zitationshilfe
„färben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/färben>, abgerufen am 18.10.2019.

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