föhnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungföh-nig
eWDG, 1967

Bedeutung

drückend wie bei Föhnwetter
Beispiele:
föhniges Wetter, föhnige Luft
ein föhniger Windstoß
[Wind] der unruhig, weich und föhnig in launischen Stößen ging [Hesse3,15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Föhn · föhnen · föhnig · Fön · fönen
Föhn m. ‘warmer, trockener Fallwind’, ahd. fōno m. ‘sehr warmer Südwind, Wirbelwind’ (10. Jh.), mhd. phounne, phönne f. ‘Südwest-, Südwind’ ist eine Entlehnung aus vlat. faōnius, lat. favōnius ‘lauer Westwind’ (wohl zu lat. fovēre ‘wärmen’) oder einer daraus entwickelten roman. Form (vgl. ital. favonio ‘Westwind’). Der lange Zeit auf das Obd. (speziell Alem.) beschränkte Ausdruck gelangt seit dem 16. Jh. als schweizerdt. Wort in die übrigen Landschaften, endgültig eingebürgert durch Schiller (Tell). Schweiz. gegen der Pfön ‘nach Süden zu’, pfön(t)halb ‘südwärts’ bezeugen Föhn als den Südwind, der nach Norden über die Alpen hinwegzieht, und zugleich als Bezeichnung der Himmelsrichtung. Mask. Genus setzt sich in der Literatursprache im Hinblick auf Sturm und Wind durch. föhnen Vb. ‘wehen’ (vom Föhn; 18. Jh.); föhnig Adj. ‘föhnwindig’ (19. Jh.). Daneben steht die orthographisch unterschiedene Übertragung Fön m. ‘elektrische Heißluftdusche’, fönen Vb. ‘mit dem Fön trocknen’ (etwa 1925).

Typische Verbindungen zu ›föhnig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›föhnig‹.

Verwendungsbeispiele für ›föhnig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wind weht schwach bis mäßig, in den Alpen ist es föhnig.
Die Zeit, 10.11.2012 (online)
Mal neblig trüb, mal strahlend föhnig in all seiner Herrlichkeit und Farbenpracht.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.2002
Der Monaco pfeift also auf die Emigration Richtung Strand, denn sein föhniger Himmel über der heimischen Scholle ist ihm genug.
Der Tagesspiegel, 21.09.2002
Der Blick geht weit über den Bodensee, und wenn es föhnig ist, kann man die Schneider vom Ulmer Münster hüpfen sehen.
Die Welt, 11.05.2002
Da bricht das föhnige Schönwetter in Minutenschnelle durch trockene Kaltfronten zusammen, oder in einer halben Stunde türmen sich Schwergewitter mit Hagel in den Himmel.
o. A.: Die Meteorologen werden falsch ausgebildet. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]
Zitationshilfe
„föhnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/f%C3%B6hnig>, abgerufen am 29.03.2020.

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