füglich

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungfüg-lich
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben, veraltend mit Recht, berechtigterweise
Beispiele:
man kann füglich behaupten, dass ...
Da man füglich auch dem Studenten eines linguistischen Faches nicht zumuten kann, daß er gegen ein Dutzend alter und neuer Sprachen fließend liest, wurden die fremdsprachigen Zitate fast immer deutsch wiedergegeben [KronasserSemasiologie12]
in passender Weise
Beispiel:
[ich mußte zum Rundfunk] um meine Rede, füglich gekürzt, ins Mikrophon zu sprechen [Th. Mann12,264]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fügen · fugen · verfügen · Verfügung · Fuge2 · Fug · Befugnis · befugt · füglich · Unfug · fügsam · Fügung · Gefüge · gefügig · ungefüge
fügen Vb. ‘passend zusammensetzen, verhängen, bewirken’, reflexiv ‘sich unterordnen’, ahd. fuogen ‘verbinden, vereinigen, ineinanderpassen’ (8. Jh.), mhd. vüegen, vuogen, auch ‘bewerkstelligen, sich anpassen, machen, daß etw. geschieht’, asächs. fōgian, mnd. vȫgen, vǖgen, mnl. voeghen, nl. voegen, aengl. fēgan, engl. to fay ‘passen, verbinden’ sind verwandt mit ↗Fach (s. d.) und den dort genannten Formen. Daneben steht fugen Vb. ‘fest zusammensetzen, mit einer Fuge verbinden’, die in der Handwerkersprache bewahrte obd. umlautlose Form von fügen; heute meist als Ableitung von Fuge (s. unten) empfunden. verfügen Vb. ‘an die richtige Stelle setzen, einfügen, anordnen’, reflexiv ‘sich begeben’, frühnhd. verfüegen (15. Jh.), mnd. vorvogen ‘einrichten’. Verfügung f. ‘Anordnung’ (16. Jh.). Fuge2 f. ‘Ritze, Verbindungslinie zwischen zusammengehörigen Bauteilen’, ahd. fuogī ‘Verbindung, Zusammensetzung, Verbindungsstelle’ (um 1000), mhd. vuoge ‘Zusammenfügung, Stelle eingreifender Verbindung zueinander’, aber auch (und damit in mhd. Zeit bedeutungsgleich mit dem folgenden Fug) ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’; vgl. auch (mit anderer Bildungsweise) ahd. fuoga ‘Geschicklichkeit’ (Hs. 13. Jh.). Fug m. ‘Zuständigkeit, Recht’, mhd. vuoc ‘Schicklichkeit, passende Gelegenheit, Kunstfertigkeit’, heute vor allem noch in der Wendung mit Fug und Recht (16. Jh.). Befugnis f. ‘Zuständigkeit, Recht’ (16. Jh.). befugt Part.adj. ‘zuständig, berechtigt’, vgl. befugt sein (15. Jh.), aus dem Part. Prät. von spätmhd. sich bevūgen ‘eine Zuständigkeit ausüben’ (14. Jh.). füglich Adj. ‘passend, schicklich, mit Berechtigung’, spätmhd. vuoclich, vüeclich; vgl. ahd. gifuog(i)līh (9. Jh.). Unfug m. ‘öffentliches Ärgernis erregendes Verhalten, Dummheiten, Schabernack’, mhd. unvuoc ‘Unanständigkeit, Roheit, Schande, Frevel’. fügsam Adj. ‘leicht lenkbar, anpassungsfähig’, spätmhd. vuoc-, vüecsam ‘schicklich, angemessen’ (14. Jh.). Fügung f. ‘Geschick, Schicksal’, mhd. vüegunge ‘Zusammenfügung, Art und Weise’, seit dem 17. Jh. Terminus der Syntax für lat. cōnstrūctio. Gefüge n. ‘Struktur, innere Ordnung’, von ahd. gifuogī̌ ‘Verbindung’ (8. Jh.) unabhängige Neubildung des 17. Jhs. gefügig Adj. ‘fügsam, passend’ (15. Jh.), mit anderer Endung anschließend an ahd. gifuogi, mhd. gevüege Adj., bewahrt in ungefüge Adj. ‘unförmig, unhandlich’, ahd. ungifuogi (11. Jh.), mhd. ungevüege, -vuoge ‘unartig, unhöflich, unbeholfen, plump’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aus gutem Grund · ↗berechtigterweise · erlaubterweise · gerechtfertigtermaßen · gerechtfertigterweise · ↗korrekterweise · ↗legitimerweise · mit Recht · nicht ohne Grund · ↗rechtmäßig · ↗richtigerweise · zu Recht  ●  billigermaßen  veraltet · ↗billigerweise  veraltet · füglich  geh., veraltet · mit Fug und Recht  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bezweifeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›füglich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was so gründlich inhaltlich durchdrungen, geordnet und registriert ist, lässt sich füglich digitalisieren.
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2004
Obwohl das Suppenhuhn besagter Zeit angehört, sollte es von Hohn füglich verschont bleiben.
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2000
Sein Einfluß ist dann womöglich sogar größer als aus dem Gewicht seines Landes füglich geschlossen werden kann.
Die Zeit, 03.06.1983, Nr. 23
Auf den waldlosen Strecken kann es jedoch füglich gelebt haben.
Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 10
Dass dieser Grundton hilft, aus potentiellen tatsächliche Leser zu machen, darf füglich bezweifelt werden.
Die Welt, 20.05.2000
Zitationshilfe
„füglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/füglich>, abgerufen am 07.12.2019.

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