füllig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfül-lig (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
von vollen, rundlichen Körperformen
Beispiele:
sie hat ein fülliges Gesicht
er war von hoher, etwas fülliger Gestalt
ein füllig geschnittener Wintermantel (= weit geschnittener Wintermantel, der volle Körperformen aufnehmen kann)
eine füllige Matrone in himmelblauem Dirndlkleid [Weiskopf4,389]
2.
übertragen
Beispiele:
ein fülliger Wein (= ein bukettreicher, extraktreicher Wein) fachsprachlich
[sie hatte] vor Augen, wie geistig vereinfachend das strenge preußische Pflichtleben auf eine an sich fülligere (= reichere) Natur gewirkt hatte [ZuchardtSpießrutenlauf238]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fülle · füllig · Füllhorn · füllen · Füller · Füllfederhalter · Füllsel · Füllung
Fülle f. ‘Zustand des Vollseins, Menge, Umfang’, ahd. fullī, follī ‘Fülle, Sattheit, Sättigung’ (8. Jh.), mhd. mnd. vülle, aengl. fyllu, engl. fill, anord. fylli, got. (in der Zusammensetzung) ufarfullei ‘Überfülle’ ist Abstraktbildung (germ. *fullin-) zu dem unter ↗voll (s. d.) abgehandelten Adjektiv. füllig Adj. ‘beleibt, dick’, im 16. Jh. Übersetzung von lat. farsilis ‘gefüllt’. Füllhorn n. (Günther 1723), älter (17. Jh.) Horn der Fülle für lat. cornū cōpiae, ursprünglich ‘das Horn überreichen Segens’, bereits in antiker Darstellung ein mit Früchten und Blumen übervoll gefülltes Horn als Sinnbild des Überflusses und Reichtums. füllen Vb. ‘vollmachen’, ahd. fullen (8. Jh.), mhd. mnd. vüllen, asächs. fullian, mnl. nl. vullen, aengl. fyllan, engl. to fill, anord. schwed. fylla, got. fulljan ist eine faktitive Ableitung von dem unter ↗voll (s. d.) behandelten Adjektiv. Füller m. ‘wer etw. füllt, vollmacht’, spätmhd. vüller ‘Fresser und Säufer, wer Mörtel einfüllt und den Maurern zuträgt, Schankwirt’; Kurzform (20. Jh.) für Füllfederhalter m. nach voraufgehenden Füllfeder, Füllhalter. Füllsel n. ‘zum Füllen Dienendes ohne besonderen Wert’ (15. Jh.), s. das Suffix ↗-sal, ↗-sel. Füllung f. ‘das Füllen, ausfüllender Inhalt’, spätmhd. vüllunge ‘Anfüllung, Völlerei’; heute auch Kurzwort für Zahnfüllung (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beleibt · dick und fett (verstärkend) · ↗dickbäuchig · ↗dickleibig · ↗drall · ↗feist · ↗fettleibig · ↗korpulent · ↗kugelrund · ↗mollig · ↗schmerbäuchig · ↗wohlbeleibt · ↗wohlgenährt · über Normalgewicht · ↗übergewichtig · ↗üppig  ●  ↗dick  Hauptform · ↗stark  verhüllend · ↗stattlich  verhüllend · ↗vollschlank  verhüllend · ↗wohlgerundet  verhüllend · (etwas) auf den Rippen haben  ugs., variabel · ↗adipös  fachspr., medizinisch · aus der Form geraten  ugs. · ↗fett  derb · gut gepolstert  ugs., ironisch · ↗wampert  ugs., bair.
Assoziationen
Antonyme
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alt Bariton Bauch Blondine Dame Drehmoment Drehmomentkurve Drehmomentverlauf Figur Gestalt Haar Haupthaar Hüften Klang Körper Leib Schwarze Sopran Statur Sänger Sängerin Taille Ton blonde gewordenen rund timbriertem warm weichen wirkende

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›füllig‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin 17 und schmal, sie ist fast 30 und füllig.
Bild, 23.07.2003
Füllig sitzt er da und sagt, daß er niemals eine Hand gegen einen Fan von United erheben würde.
Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24
Dies war eine füllige und nahezu hübsche und sehr blonde Frau.
Johnson, Uwe: Ingrid Babendererde, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985, S. 87
Eine füllige Frau in schwarzweiß gestreifter Bluse verließ Zimmer neunzehn mit einer Akte in der Hand.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 244
Er war damals füllig im Gesicht, mit trockener schon harter Haut.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 13
Zitationshilfe
„füllig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/füllig>, abgerufen am 21.11.2017.

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