Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

fürchten

Grammatik Verb · fürchtet, fürchtete, hat gefürchtet
Aussprache 
Worttrennung fürch-ten
eWDG

Bedeutung

Furcht vor jmdm., etw. haben
sich fürchten
Beispiele:
sich vor dem Gegner, Tode, vor Gespenstern, Auseinandersetzungen, vor Erkältungen, vor der Verantwortung fürchten
sie fürchtete sich, allein durch den Wald zu gehen
jmdn., etw. fürchten
Beispiele:
alle fürchten ihn wegen seiner Grausamkeit, Strenge
er fürchtet weder Tod noch Teufel
den Ärger, die Kritik, Gefahr, das Karussellfahren fürchten
er fürchtet die Wahrheit wie die Pest
ihr braucht nichts zu fürchten
es war nicht so schmerzhaft, wie er gefürchtet hatte
er wird, ist allgemein gefürchtet
er ist ein gefürchteter Kritiker
der gefürchtete Augenblick ist da
das Fürchten lernen
er sieht zum Fürchten aus
etw. scheuen
Beispiel:
er fürchtet keine Arbeit
etw. Unangenehmes erwarten, befürchten
Beispiele:
er wollte sich zu der Frage nicht äußern, da er Indiskretionen fürchtete
ich fürchte, du hast recht
besorgt sein um jmdn., etw.
Beispiele:
er fürchtete für sie, für ihre Gesundheit
Religiondu sollst Gott fürchten (= Ehrfurcht haben vor Gott)
Johannes, der die Frage gehört hatte und mit Recht um seinen Besitz fürchtete [ WelkHeiden75]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Furcht · fürchten · furchtbar · furchtlos · furchtsam · fürchterlich
Furcht f. ‘banges Gefühl des Bedrohtseins, Angst’. Die germ. Formen (zum Teil mit Metathese) ahd. for(a)hta (8. Jh.), mhd. vorht(e), asächs. forhta, mnd. vruchte, mnl. vrucht (vgl. nl. godsvrucht) und (mit anderer Stammbildung) aengl. fryhto, fyrhto, engl. fright, got. faúrhtei gehören als Ableitungen zu einem (heute untergegangenen) Adjektiv ahd. -for(a)ht (in gotfor(a)ht), asächs. aengl. forht, got. faúrhts, germ. *furhta- ‘furchtsam’. Daneben steht fürchten Vb. ‘sich ängstigen, besorgt sein’, ahd. for(a)hten, furhten (8. Jh.), mhd. vürhten, vurhten, vörhten, vorhten, asächs. forhtian, mnd. vrüchten, mnl. vruchten, aengl. forhtian, daneben fryhta ‘erschrecken’, engl. to frighten, got. faúrhtjan. In Anlehnung an die Verbformen mit ü bzw. u erscheint das Substantiv mit dem heute üblichen u-Vokal seit dem 14. Jh., verbreitet seit dem 16. Jh. Doch hält sich Forcht bis ins 18. Jh. Am nächsten stehen den germ. Formen toch. AB pärsk-, toch. A prask-, toch. B prāsk- ‘fürchten’ (wenn aus *pärksk-) und die zugehörigen Substantivbildungen toch. A praski, toch. B prosko, proskye ‘Furcht’. Alle weiteren Anknüpfungen sind unsicher; vgl. Walde/Pokorny 2, 48 f. furchtbar Adj. ‘furchterregend, schrecklich’, mhd. vorhtebære. furchtlos Adj. ‘frei von Furcht’ (16. Jh., seit dem 18. Jh. häufiger). furchtsam Adj. ‘ängstlich, zaghaft’, mhd. vorht(e)sam ‘ängstlich, furchterregend’. fürchterlich Adj. ‘angsterregend, grauenvoll’ (17. Jh.); vgl. ahd. for(a)htlīh (9. Jh.), mhd. vorht(e)lich ‘furchtsam, furchtbar’.

Typische Verbindungen zu ›fürchten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fürchten‹.

Verwendungsbeispiele für ›fürchten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir aber fürchten uns vor dem Wolf – nicht vor dem Auto! [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12]
Manchmal fürchte ich mich vor mir, nein, nicht vor mir, vor dem Gang der Dinge! [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 25]
Und jetzt hatte ich mehr zu fürchten als nur den väterlichen Zorn. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2082]
Wir suchen den Kampf nicht, wir fürchten ihn aber noch viel weniger. [o. A.: Ansprache vor Rekruten am Ehrenmal in Tannenberg, 20.07.1939]
Ich fürchte, mit dem Begriff Mädchen schaden wir uns nur. [Der Spiegel, 21.11.1994]
Zitationshilfe
„fürchten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/f%C3%BCrchten>.

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