füttern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung füt-tern
Wortbildung  mit ›füttern‹ als Letztglied: abfüttern1 · anfüttern · auffuttern2 · auffüttern · ausfüttern1 · beifüttern · dick füttern · dickfüttern · durchfüttern · fettfüttern · groß füttern · großfüttern · herausfüttern · rausfüttern · verfüttern · zufüttern · überfüttern
eWDG

Bedeutung

einem Lebewesen Nahrung geben
a)
einem Tier Futter hinschütten, vorwerfen
Beispiele:
die Schweine, Kühe, Hühner füttern
die Raubtiere mit rohem Fleisch füttern
im Winter werden die Vögel, wird das Wild gefüttert
wir müssen dreimal am Tage füttern
etw. als Futter geben
Beispiel:
Hafer, Rüben füttern
b)
jmdm. Essen in den Mund geben
Beispiele:
die Mutter füttert den Säugling
der Kranke muss von der Schwester gefüttert werden
umgangssprachlich jmdn. mit Essen versorgen
Beispiel:
sie hatten ihn als armen elternlosen Jungen gefüttert und ihn lernen lassen [ DodererLederbeutelchen89]
c)
umgangssprachlich jmdm. etw. im Übermaß geben
Beispiel:
man soll Kinder nicht mit Schokolade füttern
übertragen
Beispiel:
ein Schulmeister, der eine glühende junge Seele mit Griechisch füttern … wollte [ HesseNarziß5,36]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Futter1 · füttern1 · Fütterung
Futter1 n. ‘Nahrung für Tiere’, ahd. fuotar (8. Jh.), mhd. vuoter ‘Nahrung, Speise, Lebensunterhalt, Futter’, mnd. vōder, mnl. voeder, nl. voeder, voer, aengl. fōdor, engl. fodder, anord. fōðr, schwed. foder sind wie das (im Nhd. untergegangene) Verb ahd. fuoten (8. Jh.), mhd. vuoten ‘nähren, pflegen, weiden, füttern’, asächs. fōdian, mnl. nl. voeden, aengl. fēdan, engl. to feed, anord. fœða, schwed. föda, got. fōdjan verwandt mit griech. paté͞isthai (πατεῖσθαι) ‘essen und trinken’, lat. pāscere (pāstum) ‘fressen lassen, weiden, füttern, ernähren’, pānis (aus *pastnis) ‘Brot’, aslaw. pasti, russ. pastí (пасти) ‘hüten, weiden lassen’. Sie alle sind mit unterschiedlichen Suffixen gebildet zur Wurzel ie. *pā- ‘füttern, ernähren, weiden’. füttern1 Vb. ‘mit Nahrung versorgen, ernähren’, ahd. fuotiren (9. Jh.), mhd. vuotern, vüetern, vom Substantiv abgleitet. Daneben besteht bis zur Gegenwart die intransitive Parallelform futtern, die in neuerer Zeit (19. Jh.) die Bedeutung ‘einer Speise kräftig zusprechen, einen gesunden Appetit entwickeln’ annimmt. Fütterung f. ‘Ernährung, das Verabreichen von Nahrung’, ahd. fuot(i)runga (9. Jh.), spätmhd. vuoterunge, vüeterunge ‘Nahrung, Lieferung von Futter’.

Typische Verbindungen zu ›füttern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›füttern‹.

Verwendungsbeispiele für ›füttern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schlimmstenfalls macht man eine halbe Stunde Pause und füttert die zu kurz gekommenen Mäuler. [Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 383]
Dabei hatte er mit der hinkenden Magd zusammen oft die Hühner gefüttert. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 271]
Der Computer hatte damals urplötzlich aufgehört, das Kind zu füttern. [C't, 1992, Nr. 12]
Wir füttern unsere Programme mit Zahlen, die niemand vorhersehen kann. [Die Zeit, 10.01.1997, Nr. 3]
Mühsam versucht er, das schluckgestörte Kind, das sich grunzend wehrt, zu füttern. [Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 79]
Zitationshilfe
„füttern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/f%C3%BCttern#1>.

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füttern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung füt-tern
Wortbildung  mit ›füttern‹ als Letztglied: abfüttern2 · ausfüttern2 · unterfüttern
 ·  formal verwandt mit: pelzgefüttert
eWDG

Bedeutung

Kleidungsstücke oder Täschnerwaren auf der Innenseite mit (glattem dünnem) Stoff oder anderem Material versehen
Beispiele:
den Rock mit Taft, das Kleid mit Seide füttern
das Jackett, den Ärmel füttern
er hat sich [Dativ] den Mantel füttern lassen
er trägt (dick, warm) gefütterte Handschuhe
seine Stiefel sind mit Pelz gefüttert
die Handtasche, der Campingbeutel ist mit Kunststoff gefüttert
ein gefütterter (= innen mit dünnem dunklem Papier ausgekleideter) Briefumschlag
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Futter2 · füttern2 · Futteral
Futter2 n. ‘Unterlegung, Auskleidung’ (meist auf der Innenseite von Textilien, Behältern, doch vgl. auch Türfutter), ahd. fuotar (Hs. 12. Jh.; vgl. fedarfuotar ‘Federbehälter, -büchse’, 8. Jh., bogafuotar ‘schützender Überzug über den Bogen, Bogenfutteral’, 9. Jh.), mhd. vuoter ‘Unterfutter, Futteral, Schwertscheide’, mnd. vōder ‘Unterfutter, Futteral, Besteck-, Brieftasche, Umschlag’, mnl. voeder, aengl. fōþor ‘Hülle, Futteral’, got. fōdr ‘Schwertscheide’ und (aus dem Mnd.) anord. fōðr ‘Futteral, Schwertscheide’ sind wie aind. pā́tram ‘Behälter, Gefäß’ mit dem Suffix ie. -tro- gebildete Instrumentalbezeichnungen zur Wurzel ie. *pō(i)-, *pī- ‘Vieh weiden, hüten’, daraus ‘schützen’, auch ‘durch Bedecken schützen’, zu der auch aind. pā́ti ‘schützt, behütet, bewahrt’, griech. pṓÿ (πῶυ) ‘Herde’, poimḗn (ποιμήν) ‘(Schaf)hirt’, lit. piemuõ ‘Hirt(enknabe)’ gehören. Ausgangsbedeutung für das Germ. ist ‘schützende Hülle, Behälter’. füttern2 Vb. ‘mit einer Auskleidung, Polsterung versehen’, mhd. vuotern, vüetern. Futteral n. ‘Hülle, Etui’ (15. Jh.), gebildet nach mlat. fotrale, einer in Vokabularien des 15. Jhs. bezeugten Ableitung von mlat. fotrum ‘Kapsel, Behälter’, einer Latinisierung von mhd. vuoter bzw. mnd. vōder.

Typische Verbindungen zu ›füttern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›füttern‹.

Verwendungsbeispiele für ›füttern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schlimmstenfalls macht man eine halbe Stunde Pause und füttert die zu kurz gekommenen Mäuler. [Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 383]
Dabei hatte er mit der hinkenden Magd zusammen oft die Hühner gefüttert. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 271]
Der Computer hatte damals urplötzlich aufgehört, das Kind zu füttern. [C't, 1992, Nr. 12]
Wir füttern unsere Programme mit Zahlen, die niemand vorhersehen kann. [Die Zeit, 10.01.1997, Nr. 3]
Mühsam versucht er, das schluckgestörte Kind, das sich grunzend wehrt, zu füttern. [Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 79]
Zitationshilfe
„füttern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/f%C3%BCttern#2>.

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