Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

fachlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fach-lich
Wortzerlegung Fach2 -lich
Wortbildung  mit ›fachlich‹ als Erstglied: Fachlichkeit  ·  mit ›fachlich‹ als Letztglied: verkehrsfachlich · werbefachlich · überfachlich
eWDG

Bedeutung

sich auf ein bestimmtes Fachgebiet beziehend, zu einem bestimmten Fachgebiet gehörend
Beispiele:
eine fachliche Ausbildung, Schulung, Qualifikation
seine fachliche Arbeit wird allgemein gewürdigt
jmd. hat gute fachliche Kenntnisse, ein gutes fachliches Wissen
die fachlichen Leistungen der Schüler überprüfen
zu einem Text fachliche Erläuterungen geben
ein fachliches Gutachten anfordern
etw. vom fachlichen Standpunkt aus beurteilen
fachliche Probleme diskutieren
jmdn. fachlich ausbilden
sich fachlich qualifizieren
er ist ein fachlich gut fundierter Arbeiter
ohne eine Spur fachlicher Eignung Karriere machen [ KlepperSchatten230]
daß man eine fachliche Kraft (= eine Fachkraft) unausgenützt lassen dürfte [ KafkaSchloß342]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fach · Fachwerk · fächern1 · fachlich · fachsimpeln · -fach
Fach n. ‘Teil, Abteilung (eines Raumes, Behältnisses), Spezialgebiet’, ahd. fah ‘Mauer, Fischwehr’, ‘Wald (?)’ (8. Jh.), mhd. vach ‘Vorrichtung zum Aufstauen des Wassers, Fischwehr, Fangnetz, Stück, Teil, Abteilung einer Räumlichkeit, Mauer, Falte des Schleiers, Hemdes’, asächs. fak ‘Wand, Abteilung der Mauer’, mnd. vak ‘Abteilung’, mnl. vac, nl. vak ‘Fach, Abgeteiltes, Beet’, aengl. fæc ‘Zwischenraum, Einteilung, Zeit(raum)’ (vgl. auch mhd. gevach Adj. ‘wiederholt, häufig’, mnd. vāke, vāken ‘oft, häufig’) stellt sich als nur westgerm. Wort (*faka-) mit lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’ und weiteren unter Pakt (s. d.) genannten Formen sowie griech. pēgnýnai (πηγνύναι) ‘festmachen’, aruss. pazъ, russ. paz (паз) ‘Fuge, Nute, Vertiefung in Zaunpfählen zum Einfügen von Brettern’ zur Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch fangen, s. d.). Fach ‘das Abgeteilte, Festgefügte’ (verwandt mit fügen, s. d.) gehört ursprünglich in die Sprache des Handwerks (Fischer ‘Fischwehr’, Tischler ‘Schrankfach’, Bauleute ‘Fachwerk’); die übertragene Bedeutung ‘Spezialgebiet’ entwickelt sich erst im 18. Jh. Die zeitliche Verwendung, die im Aengl. und Mhd. (s. oben gevach) noch belegt ist, kennt das Nhd. nicht mehr. Dach und Fach ‘das ganze Haus’ (17. Jh.). Fachwerk n. ‘Bauweise, bei der die Fächer (Zwischenräume) zwischen dem Balkengerüst mit Lehm oder Ziegeln ausgefüllt sind’ (17. Jh.). In neuerer Zeit werden Komposita mit Fach- ‘Spezialgebiet, Teildisziplin’ geläufig, vgl. im 19. Jh. Fachmann, im 20. Jh. Facharbeiter ‘Arbeiter mit abgeschlossener Ausbildung in einem Spezialgebiet’, Facharzt, Fachsprache ‘Sonderwortschatz eines Spezialgebiets’ (z. B. eines Handwerks), Fachwort. fächern1 Vb. ‘in Abschnitte unterteilen’ (19. Jh.), modern häufiger auffächern (20. Jh.), wobei das Bild des entfalteten Fächers (s. Fächer) eingewirkt haben wird. fachlich Adj. ‘das Spezialgebiet betreffend’ (19. Jh.). fachsimpeln Vb. ‘unter Kollegen Fragen des eigenen Spezialgebiets erörtern’ (19. Jh.), zuerst wohl ‘einfältig über etw. reden’ (aus der Studentensprache); vgl. simpeln, geläufiger versimpeln ‘zum Dummkopf, beschränkt werden’ (zu simpel, s. d.). -fach Suffix zur Ableitung von Adjektiven, die eine bestimmte Vermehrung in bezug zur Ausgangsgröße oder -menge angeben, ursprünglich zweites Glied von Possessivkomposita und als solches semantisch entweder zu Fach ‘Abgeteiltes’ oder ‘Falte’ (vgl. mhd. vach ‘Falte des Schleiers’) gehörig. Bildungen auf -fach sind seit dem Mhd. gebräuchlich, doch entstehen eine Reihe von Prägungen erst im Nhd., s. einfach, zweifach, mehrfach, vielfach. Älter ist der den Weiterbildungen -faltig, -fältig zugrundeliegende Bildungstyp got. falþs, ahd. -falt, mhd. -valt, frühnhd. -falt, s. falten und Einfalt.

Thesaurus

Synonymgruppe
fachlich [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]

Typische Verbindungen zu ›fachlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fachlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›fachlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man allein nicht zum Ziel gelangt, muß man fachliche Hilfe suchen. [Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 208]
Der deutsche Arbeiter ist viel mehr auf fachliche Fortbildung eingestellt als auf politische. [Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 979]
Diese Werke kommen für eine fachliche Beurteilung kaum mehr in Frage. [Johnen, Kurt: Clark. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 6692]
Das Wort »esoterisch« bedeutet jetzt so viel wie fachlich, in die Tiefe gehend. [Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - E. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 19301]
Zum Inhalt des Artikels vermag ich zwar fachlich nichts zu sagen. [o. A.: Die Weltformel rückt näher. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Zitationshilfe
„fachlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fachlich>.

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