fahl

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›fahl‹ als Erstglied: Fahlleder · Fahlwild · fahlblau · fahlbleich · fahlbraun · fahlgelb · fahlgrau · fahlgrün · fahlrot · fahlschwarz · fahlweiß
 ·  mit ›fahl‹ als Letztglied: grünfahl · todesfahl · todfahl
 ·  mit ›fahl‹ als Grundform: Fahlheit

Bedeutungsübersicht+

  1. farblos, fast bleich, blass
    1. [gehoben, übertragen] leblos, kraftlos
    2. [umgangssprachlich] schwach, flau
eWDG

Bedeutung

farblos, fast bleich, blass
Beispiele:
ein fahles Gesicht
eine fahle Stirn
fahle Gesichtszüge, Lippen, Wangen
fahles Haar
jmd. wird fahl (= erbleicht)
eine fahle Blässe überzog ihr Gesicht
das fahle Grau der Wolken
das fahle Licht der Neonröhren
eine fahle Beleuchtung
ein fahler Schimmer, Schein
die fahle Dämmerung
Die Haut [des Sterbenden] wird fahl, die Glieder erstarren [ RemarqueIm Westen259]
Unter fahl bedecktem Himmel lag das Meer in stumpfer Ruhe [ Th. MannTod in Venedig9,484]
Ein fahler Morgen mit dichtem Nebel [ RennKrieg61]
gehoben, übertragen leblos, kraftlos
Beispiele:
er sagte es mit einem fahlen Lächeln
Ein fahles Grinsen blähte für eine Sekunde ihr Gesicht auf [ BöllWort83]
umgangssprachlich schwach, flau
Beispiel:
Dem Gaboclo wurde es fahl im Magen [ U. Becherin: Probe46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fahl Adj. ‘blaß, farblos’ (bis ins 17. Jh. auch ‘blond’ von Haar und Bart, danach durch blond verdrängt, s. d.). Ahd. falo, flektiert falawēr (s. falb) ‘fahl, rotgelb, braungelb’ (8./9. Jh.), mhd. val, flektiert valwer ‘bleich, entfärbt, verwelkt, gelb, blond’, asächs. falu, mnd. vāl(e) ‘blond, bleich, blaß’, mnl. vāle, nl. vaal, aengl. falu, fealu ‘rötlich-gelb’, engl. fallow, anord. fǫlr, germ. *falwa- geht mit lit. pálšas, pal̃vas ‘blaßgelb, falb’, lat. pallēre ‘blaß, bleich sein’, pallidus ‘bleich’ und griech. poliós (πολιός) ‘weißlich, grau’ auf die Wurzel ie. *pel- zurück, die unscharfe Farben ‘grau, fahl’, auch ‘scheckig’ bezeichnet. Im Nhd. stehen zunächst fahl und das aus den flektierten Formen entstandene falb (s. d.) bedeutungsgleich nebeneinander; Ende 17. Jh. tritt Bedeutungsdifferenzierung ein: fahl ‘bleich, blaß’ und falb ‘graugelb’.

Thesaurus

Synonymgruppe
...lich · blass · bleich · blässlich · fahl · farbarm · farblos · glanzlos · matt
Assoziationen
  • farblos · grau in grau · in Grautönen · ohne Farbe · schwarz-weiß · unbunt · unfarbig
Synonymgruppe
aschbleich · aschfahl · fahl · grau wie Asche
Antonyme
  • strahlend (hell)
Synonymgruppe
dämmrig · fahl (Licht) · schlecht (Licht) · schummrig · schwach (Licht) · trüb (Licht)  ●  lichtarm  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
  • strahlend (hell)

Typische Verbindungen zu ›fahl‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fahl‹.

Verwendungsbeispiele für ›fahl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sieht auch nicht mehr rot aus, er ist fahl. [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 201]
Der Mond wirft sein fahles Licht auf das unruhige Meer. [Die Zeit, 19.03.1998, Nr. 13]
Das Weiß in seinen Augen verwandelte sich in fahles Rosa. [Die Zeit, 14.01.2008, Nr. 02]
Aber das fahle Licht, in dem sie vorübersegeln, ist klar. [Die Zeit, 25.10.1963, Nr. 43]
Fahles Licht fällt durch das Fenster und kündet den kommenden Tag. [Die Zeit, 03.05.1951, Nr. 18]
Zitationshilfe
„fahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fahl>.

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