fahl

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›fahl‹ als Erstglied: ↗fahlblau · ↗fahlbleich · ↗fahlbraun · ↗fahlgelb · ↗fahlgrau · ↗fahlgrün · ↗fahlrot · ↗fahlschwarz · ↗fahlweiß
 ·  mit ›fahl‹ als Letztglied: ↗grünfahl · ↗todesfahl · ↗todfahl
 ·  mit ›fahl‹ als Grundform: ↗Fahlheit
eWDG, 1967

Bedeutung

farblos, fast bleich, blass
Beispiele:
ein fahles Gesicht
eine fahle Stirn
fahle Gesichtszüge, Lippen, Wangen
fahles Haar
jmd. wird fahl (= erbleicht)
eine fahle Blässe überzog ihr Gesicht
das fahle Grau der Wolken
das fahle Licht der Neonröhren
eine fahle Beleuchtung
ein fahler Schimmer, Schein
die fahle Dämmerung
Die Haut [des Sterbenden] wird fahl, die Glieder erstarren [RemarqueIm Westen259]
Unter fahl bedecktem Himmel lag das Meer in stumpfer Ruhe [Th. MannTod in Venedig9,484]
Ein fahler Morgen mit dichtem Nebel [RennKrieg61]
gehoben, übertragen leblos, kraftlos
Beispiele:
er sagte es mit einem fahlen Lächeln
Ein fahles Grinsen blähte für eine Sekunde ihr Gesicht auf [BöllWort83]
umgangssprachlich schwach, flau
Beispiel:
Dem Gaboclo wurde es fahl im Magen [U. BecherinProbe46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fahl Adj. ‘blaß, farblos’ (bis ins 17. Jh. auch ‘blond’ von Haar und Bart, danach durch ↗blond verdrängt, s. d.). Ahd. falo, flektiert falawēr (s. ↗falb) ‘fahl, rotgelb, braungelb’ (8./9. Jh.), mhd. val, flektiert valwer ‘bleich, entfärbt, verwelkt, gelb, blond’, asächs. falu, mnd. vāl(e) ‘blond, bleich, blaß’, mnl. vāle, nl. vaal, aengl. falu, fealu ‘rötlich-gelb’, engl. fallow, anord. fǫlr, germ. *falwa- geht mit lit. pálšas, pal̃vas ‘blaßgelb, falb’, lat. pallēre ‘blaß, bleich sein’, pallidus ‘bleich’ und griech. poliós (πολιός) ‘weißlich, grau’ auf die Wurzel ie. *pel- zurück, die unscharfe Farben ‘grau, fahl’, auch ‘scheckig’ bezeichnet. Im Nhd. stehen zunächst fahl und das aus den flektierten Formen entstandene ↗falb (s. d.) bedeutungsgleich nebeneinander; Ende 17. Jh. tritt Bedeutungsdifferenzierung ein: fahl ‘bleich, blaß’ und falb ‘graugelb’.

Thesaurus

Synonymgruppe
...lich · ↗blass · ↗bleich · ↗blässlich · fahl · ↗farbarm · ↗farblos · ↗glanzlos · ↗matt
Assoziationen
Synonymgruppe
aschbleich · ↗aschfahl · fahl · grau wie Asche
Synonymgruppe
aschfahl · ↗blass · ↗blutleer · fahl · ↗kalkweiß · ↗kreidebleich · ↗kreideweiß · ↗käseweiß · ↗käsig · ↗leichenblass · ↗totenblass · weiß wie die Wand
Assoziationen
Synonymgruppe
fahl (Licht) · ↗matt · ↗trüb
Antonyme
  • strahlend (hell)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beigeschmack Blässe Bühnenlicht Dämmerlicht Dämmerung Flutlicht Gelb Gesichtsfarbe Grau Herbstlicht Klangfläche Leuchten Licht Lichtschein Lichtschimmer Mondlicht Morgenlicht Nachgeschmack Neonlicht Schein Schimmer Teint Ungestimmtheit Widerschein Winterlicht Wintersonne Zwielicht ausgeleuchtet beleuchtet gelblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fahl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er malt sorgsam die fahlen Farben, die bohrenden Dissonanzen aus.
Die Welt, 16.01.2002
Matt schimmert das Grün, an einzelnen Stellen sind die Halme vergilbt, der Rasen ist dort fahl.
Der Tagesspiegel, 02.06.2000
Er sieht auch nicht mehr rot aus, er ist fahl.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 201
Und immerzu dieser Zweig, ein fahles Blattgrün, durchsetzt von Lichtern und den bräunlichen Schatten des Waldes.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 45
Immer und immer starrte ich auf den Ring der fahlen Lichter.
Klabund: Der Marketenderwagen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2324
Zitationshilfe
„fahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fahl>, abgerufen am 12.12.2019.

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