Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

fahrenlassen

Grammatik Verb · lässt fahren, ließ fahren, hat fahrenlassen/fahrengelassen
Nebenform fahren lassen · Verb · hat fahren lassen/fahren gelassen
Worttrennung fah-ren-las-sen ● fah-ren las-sen
Wortzerlegung fahren lassen
Rechtschreibregeln § 34 (4), § 34 (E7)

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw., jmdn. loslassen
    1. [salopp, derb] ⟨einen (Wind) fahrenlassen⟩
  2. 2. [übertragen] etw. aufgeben, auf etw. verzichten
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. loslassen
siehe auch fahren (4)
Beispiele:
die Zügel fahrenlassen
er hatte den Sack angefasst und wieder fahrenlassen
der Fuchs musste die Beute fahrenlassen
Die Männer ließen die Ruder fahren [ AnderschSansibar141]
[Herr Permaneder] hatte sie [die geliebte Babette] fahrenlassen [ Th. MannBuddenbrooks1,384]
salopp, derb einen (Wind) fahrenlassen (= eine Blähung abgehen lassen)
Beispiel:
er hatte einen fahrenlassen
2.
übertragen etw. aufgeben, auf etw. verzichten
Beispiele:
ein glänzendes Angebot, eine gute Stellung fahrenlassen
einen Plan, ein Ziel, Vorurteil fahrenlassen
lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!
Diese Welt mag vollkommen sein, möglich, aber sie ist eine Lüge. Laßt die Vollkommenheit fahren, wollt ihr weiterkommen [ DürrenmattVersprechen20]

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine Gewohnheit / Untugend) ablegen · (etwas) einstellen · (sich) abgewöhnen · abstellen · aufgeben · aufhören (mit / zu + Infinitiv) · beenden · beilegen · bleiben lassen · bleibenlassen · nicht weiter... · nicht weiterführen · nicht weitermachen · ruhen lassen  ●  sistieren  schweiz. · ablassen (von)  geh. · fahren lassen  geh. · sein lassen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›fahrenlassen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fahrenlassen‹.

Verwendungsbeispiele für ›fahrenlassen‹, ›fahren lassen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer hier eintritt, muß alle Hoffnung auf persönliche Verwirklichung fahrenlassen. [Die Zeit, 21.03.1997, Nr. 13]
Er habe das Meer fahrenlassen und sei ein Mann der Insel geworden. [Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 389]
Die normalen Trams in stumpfem Rot und Beige werden verachtet und beim Heimweg von der Schule fahrengelassen. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.1994]
Den Gedanken an ein eigenes Fraktionsbüro konnten sie erst mal fahrenlassen. [Die Zeit, 09.02.1987, Nr. 06]
Und selbst unverkaufte Autos sind noch kein Grund, die Stabilitätspolitik fahrenzulassen. [Die Zeit, 09.08.1974, Nr. 33]
Zitationshilfe
„fahrenlassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fahrenlassen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
fahrend
fahren lassen
fahren
fahrbereit
fahrbarer Untersatz
fahrerflüchtig
fahrerisch
fahrerlos
fahrig
fahrkundig