fakultativ

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfa-kul-ta-tiv (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

dem eigenen Ermessen überlassen, wahlfrei
Gegenwort zu obligatorisch
Beispiele:
die Vorlesung, der Sprachkurs, Unterricht ist fakultativ
fakultative Lehrveranstaltungen, Fächer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fakultät · fakultativ
Fakultät f. ‘Wissenschaftsbereich an Hochschulen, Sektion (und deren Vertreter)’, zuvor frühnhd. facultet ‘Vermögen, Kraft, Fertigkeit, Kunst’ (15. Jh.). Es handelt sich um eine Entlehnung aus lat. facultās (Genitiv facultātis) ‘Vermögen, Kraft, Geschicklichkeit, Anlage, Talent’. Die heute übliche Bedeutung entspricht mlat. facultas ‘Wissenschaftszweig, Forschungsgebiet’, das im 12. Jh. als Übersetzung für griech. dýnamis (δύναμις) ‘Kraft’, auch ‘Wissenszweig’ (Aristoteles), eintritt und sich weiterentwickelt zu ‘Lehrerkollegium einer Wissenschaft’ (und zwar einer der vier Hauptdisziplinen Theologie, Jura, Medizin, Philosophie an der mittelalterlichen Universität, vgl. collegium facultatis). Im Dt. seit Anfang 16. Jh., vgl. Juristenfacultet (1508). fakultativ Adj. ‘nach freiem Ermessen, in die eigene Wahl gestellt’ (19. Jh.), frz. facultatif.

Thesaurus

Synonymgruppe
(je) nach Wunsch · bedarfsweise · nach eigenem Belieben · nach eigenem Ermessen · ↗optional · ↗wahlfrei · ↗wahlweise  ●  fakultativ  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausflug Fach Finanzreferendum Referendum Religionsunterricht Unterricht Verwendung obligatorisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fakultativ‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem können sie fakultativ an Kursen in ihrer Muttersprache teilnehmen.
Die Zeit, 13.11.1998, Nr. 47
Gegenwärtig geht der Kampf um den fakultativen Religionsunterricht in den Schulen in kleineren Gemein den weiter.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1974]
Sie sind Teil unserer Kultur und nicht lediglich fakultatives Accessoire.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.2000
Auch in den Kantonen besteht, teils obligatorisch, teils fakultativ, die Einrichtung des Gesetzesreferendums.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 292
Wir haben das Anerbenrecht fakultativ eingeführt, um falsche Teilung und zu große Verschuldung der Bauerngüter zu hindern.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 410
Zitationshilfe
„fakultativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fakultativ>, abgerufen am 19.06.2019.

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