fallenlassen

Alternative Schreibung fallen lassen
Grammatik Verb
Worttrennung fal-len-las-sen ● fal-len las-sen
Wortzerlegung fallenlassen
Rechtschreibregeln § 34 (E7)
eWDG

Bedeutungen

1.
verursachen, dass etw. fällt
Beispiele:
er hat das Notebook auf den Boden fallenlassen
ich habe die Vase aus Versehen fallengelassen
Handarbeiter hat eine Masche fallenlassen
2.
etw. aufgeben, von etw. zurücktreten
Beispiele:
seine Absicht, ein Ziel, Vorhaben fallenlassen
er hatte seinen Plan, Anspruch fallenlassen, fallengelassen
seinen Widerstand fallenlassen
einen Gedanken, ein Thema fallenlassen
bildlich
Beispiel:
seine Maske fallenlasssen (= seine wahre Gesinnung zeigen)
3.
jmdn. fallenlassenvon jmdm. seine Gunst abwenden, sich von jmdm. lossagen
Beispiele:
einen Geschäftspartner, Freund fallenlassen
Soll die Familie den ungeratenen Sohn schlankweg fallenlassen [ St. ZweigBalzac110]
Ich freue mich, daß der Hauptvorstand ihn jetzt hat fallenlassen [ Thälm.Reden1,47]
4.
etw. beiläufig äußern
Beispiele:
Andeutungen, anzügliche, beleidigende, dumme Bemerkungen fallenlassen
eine Frage fallenlassen
nebenher, hier und da ein Wort fallenlassen
über etw., jmdn. kein Wort fallenlassen (= nichts verraten)
Er habe ja vorhin schon fallenlassen, daß sie heute an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen seien [ ZuchardtSpießrutenlauf265]

Thesaurus

Synonymgruppe
abschmeißen · ↗abwerfen · fallen lassen · ↗hinwerfen · ↗niederwerfen
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) (plötzlich) im Stich lassen · ↗(jemanden) aufgeben · (jemanden) seinem Schicksal überlassen · fallen lassen  ●  (jemanden) fallen lassen wie eine heiße Kartoffel  ugs. · (jemanden) ins Bergfreie fallen lassen (Verstärkung)  ugs. · ↗(jemanden) sitzen lassen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Hilfe verweigern · nicht helfen · seinem Schicksal überlassen  ●  am ausgestreckten Arm verhungern lassen  ugs., fig. · ↗hängen lassen  ugs. · im Regen stehen lassen  ugs., fig. · im Stich lassen  ugs.
  • (die) Beziehung beenden  ●  (jemandem) den Laufpass geben  geh., fig. · ↗(jemanden) abschießen  ugs. · ↗(jemanden) abservieren  ugs., salopp · Schluss machen (mit)  ugs. · in die Wüste schicken  ugs.
  • (jemandem) die weitere Unterstützung versagen · (jemandem) seine Unterstützung entziehen · (jemanden) fallenlassen · (jemanden) fallenlassen wie eine heiße Kartoffel · (jemanden) nicht weiter unterstützen · (seine) Hand von jemandem abziehen · nichts mehr zu tun haben wollen (mit jemandem)
  • (ganz) auf sich gestellt · (sich) selbst überlassen · ↗(völlig) allein · (völlig) isoliert · ↗allein auf weiter Flur · allein gelassen · auf sich (allein) gestellt · einsam und allein · ganz allein · ↗mutterseelenallein · niemand kümmert sich um · sehr allein · von Gott und allen guten Geistern verlassen
  • (jemandem) die (weitere) Unterstützung versagen · (sich) illoyal verhalten  ●  (die) gemeinsame Linie verlassen  fig. · (jemandem) in den Rücken fallen  fig.
Synonymgruppe
(einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · fallen lassen · fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · über den Haufen werfen (Planungen)  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Assoziationen
  • abbrechen · ↗stoppen  ●  (einen) Cut machen  Jargon · auf die Bremse treten  fig. · die Notbremse ziehen  ugs., fig. · die Reißleine ziehen  ugs., fig.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (darauf) verzichten, etwas zu tun · (es) dabei belassen · ↗(sich etwas) ersparen · (sich) beherrschen (etwas zu tun) · Abstand nehmen (von etwas) · ↗absehen (von) · ↗aufhören · ↗bleibenlassen · nicht machen · nicht tun  ●  ↗unterlassen  Hauptform · (es) gut sein lassen  ugs. · ↗(etwas) drangeben  ugs. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · ↗(sich etwas) schenken  ugs. · ↗(sich etwas) sparen  ugs. · ↗(sich etwas) verkneifen  ugs. · (sich etwas) von der Backe putzen  ugs., fig. · (sich) die Mühe sparen (können)  ugs. · (sich) verabschieden (von etwas)  ugs. · (von etwas) die Finger lassen  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · gar nicht erst versuchen  ugs. · lassen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs. · sein lassen  ugs.
  • (eine Gewohnheit / Untugend) ablegen · ↗(etwas) einstellen · ↗(sich) abgewöhnen · ↗abstellen · ↗aufgeben · ↗aufhören (mit) · ↗beenden · ↗beilegen · ↗bleiben lassen · ↗bleibenlassen · nicht weiter... · nicht weiterführen · nicht weitermachen  ●  ↗sistieren  schweiz. · ↗ablassen (von)  geh. · ↗fahren lassen  geh. · sein lassen  ugs.
  • aufgegeben · das Thema ist abgeschlossen · hat sich erledigt · nicht mehr aktuell · nicht mehr im Gespräch · nicht weiterverfolgt werden  ●  gestorben  fig. · vom Tisch (sein)  fig. · abgehakt  ugs.
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen  ●  ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs., fig.
  • nicht weiterverfolgen · ↗vergessen (können)  ●  (sich) aus dem Kopf schlagen (können)  fig. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs., fig. · ↗abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs., salopp · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs.
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (sich einer Sache) entledigen · los sein wollen · ↗loswerden  ●  (sich etwas) vom Halse schaffen  fig. · aufräumen mit  fig. · über Bord werfen  fig.
  • (mit etwas) abgeschlossen haben · ad acta gelegt haben · als erledigt betrachten · hinter sich gelassen haben · nicht weiter darüber nachdenken  ●  (etwas) abgehakt haben  ugs.
  • (auf) Distanz gehen (zu) · ↗(sich) distanzieren · brechen mit  ●  (seine) Verbindungen kappen (zu)  fig. · (sich) lossagen (von)  Hauptform · ↗(einer Sache) abschwören  geh.
  • (die) Hoffnung aufgeben · (die) Hoffnung verlieren · nicht länger hoffen (auf)  ●  alle Hoffnung fahren lassen  geh.
  • abbrechen (Schule o.ä.) · ↗aufgeben · in den Sack hauen · ↗schmeißen (Ausbildung o.ä.)  ●  (die Schule Schule) sein lassen  ugs., variabel · ↗hinschmeißen  ugs. · nicht mehr (dahin) gehen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs., fig.
Antonyme
Synonymgruppe
(den) Vertrag nicht verlängern  ●  (jemanden) fallenlassen  fig. · (jemanden) kalt abservieren  ugs., fig., variabel
Synonymgruppe
(jemandem) die weitere Unterstützung versagen · (jemandem) seine Unterstützung entziehen · (jemanden) fallenlassen · (jemanden) fallenlassen wie eine heiße Kartoffel · (jemanden) nicht weiter unterstützen · (seine) Hand von jemandem abziehen · nichts mehr zu tun haben wollen (mit jemandem)
Assoziationen
  • (sich) abgrenzen · ↗(sich) distanzieren · ↗abrücken (von)  ●  nichts am Hut haben wollen (mit)  ugs. · nichts zu tun haben wollen (mit)  ugs.
  • (mit jemandem) fertig sein  ●  (bei jemandem) ausgespielt haben  fig. · es sich mit jemandem verscherzt haben  variabel · (bei jemandem) abgemeldet sein  ugs., fig. · (bei jemandem) unten durch sein  ugs., fig. · (bei jemandem) verschissen haben  derb
  • (für jemanden) erledigt sein · (jeglichen) Kontakt mit jemandem (zu) vermeiden (suchen) · (jemandem) aus dem Weg gehen · (mit jemandem) fertig sein · (mit jemandem) keinen Kontakt mehr suchen  ●  ↗(den) Kontakt (zu jemandem) abbrechen  Hauptform · (für jemanden) gestorben sein  ugs., fig. · bei jemandem abgemeldet sein  ugs., fig. · mit jemandem nichts mehr zu tun haben wollen  ugs.
  • (jemanden) (plötzlich) im Stich lassen · ↗(jemanden) aufgeben · (jemanden) seinem Schicksal überlassen · fallen lassen  ●  (jemanden) fallen lassen wie eine heiße Kartoffel  ugs. · (jemanden) ins Bergfreie fallen lassen (Verstärkung)  ugs. · ↗(jemanden) sitzen lassen  ugs.
  • (die) Hilfe verweigern · nicht helfen · seinem Schicksal überlassen  ●  am ausgestreckten Arm verhungern lassen  ugs., fig. · ↗hängen lassen  ugs. · im Regen stehen lassen  ugs., fig. · im Stich lassen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›fallenlassen‹, ›fallen lassen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fallenlassen‹.

Verwendungsbeispiele für ›fallenlassen‹, ›fallen lassen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur weil er alt wird, darf man ihn jetzt nicht fallenlassen.
Bild, 29.07.2002
Ein Teil der protestantischen Unionisten befürchtet, von der britischen Regierung fallengelassen zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.1994
Aus einem Meter Höhe soll man das Gerät fallenlassen können.
C't, 1992, Nr. 8
Mich widerstandslos ins Leere fallenlassen, ohne Angst vor dem Nichts, ohne den Willen, die Minute, die Stunde zu füllen, ohne die Absicht zu denken?
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 113
Oft kann man denselben freilich nach einigen Jahrzehnten wieder fallenlassen, weil nun in der Hauptsache von selbst geschieht, was man früher erzwingen mußte.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 52
Zitationshilfe
„fallenlassen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fallenlassen>, abgerufen am 04.03.2021.

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