familiär

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfa-mi-li-är
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›familiär‹ als Letztglied: ↗außerfamiliär · ↗innerfamiliär  ·  mit ›familiär‹ als Grundform: ↗Familiarität
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
die Familie betreffend
Beispiele:
familiäre Angelegenheiten, Bindungen
seinen familiären Pflichten, Verpflichtungen nachkommen
eine große familiäre Belastung
jmd. hat familiäre Sorgen, Schwierigkeiten
aus familiären Gründen zog er in eine andere Stadt
2.
ungezwungen wie in der engeren Familie, vertraulich
Beispiele:
wir verkehren familiär mit ihnen
ein familiäres Verhältnis
zwischen ihnen herrschte ein familiärer Ton
der familiäre Ton ist hier nicht angebracht
familiäre Ausdrücke, Redewendungen
Sind es doch ... gerade die kleinen Ungezogenheiten, die zwischen Menschen eine familiäre Atmosphäre schaffen [AndresHochzeit296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Familie · familiär
Familie f. ‘Gemeinschaft von Eltern und Kindern, Verwandtschaft’. Die zu lat. famulus ‘Diener’ (s. ↗Famulus) gebildete Ableitung lat. familia bedeutet ursprünglich ‘Gesinde, Sklavenschaft’, dann auch ‘die ganze Hausgenossenschaft’ (Freie und Sklaven). Die Bezeichnung wird zu Anfang des 15. Jhs. ins Dt. entlehnt und setzt sich im 16. Jh. allmählich durch (noch nicht bei Luther). Ältere Bezeichnungen sind ahd. hīwiski, mhd. hīwisch(e) n. ‘Geschlecht, Familie, Hausgesinde, Haus, Haushaltung’ (s. ↗Heirat); Haus (Luther: ich vnd mein Haus ‘Familie’ wöllen dem Herrn dienen) oder die Formel Weib und Kind (16. Jh.). familiär Adj. ‘die Familie betreffend, vertraut, zwanglos’, im 16. Jh. in der Form familiar, von lat. familiāris ‘zum Haus gehörig’, entlehnt. Später (18. Jh.) entwickelt sich unter Einfluß von frz. familier die heute gültige Form familiär (vgl. im 18. Jh. familier, familiair, familiär).

Thesaurus

Synonymgruppe
bekannt · familiär · ↗traut · ↗vertraut

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Bindung Geborgenheit Grund Harmonie Herkunft Hintergrund Häufung Idyll Konstellation Schicksalsschlag Situation Streitigkeit Umfeld Veranlagung Verpflichtung Verstrickung Vertrautheit Vorbelastung Wurzel Zusammenhalt Zusammenleben beruflich freundschaftlich gesundheitlich häuslich nachbarschaftlich persönlich schulisch zugehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›familiär‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unter den Managern des Geldes ging es zwischenzeitlich familiär weiter.
Die Welt, 09.04.2001
Die Atmosphäre ist familiär, denn derzeit sind insgesamt nur 40 Studenten eingeschrieben und jährlich kommen nicht mehr als sechs bis zwölf hinzu.
Der Tagesspiegel, 24.04.1997
Sie sind in familiäre und berufliche Verpflichtungen hineingewachsen und haben sich dementsprechend zu kleiden.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 169
Da ging es dann nicht so familiär und ausgesprochen fachlich, und oft sehr geistreich zu.
Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8728
Ich habe schon vorher erwähnt, daß ich oft familiär bei ihm verkehrt hatte.
o. A.: Einhundertzweiundzwanzigster Tag. Montag, 6. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19692
Zitationshilfe
„familiär“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/familiär>, abgerufen am 06.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
familial
Fama
Falzziegel
Falzung
Falzmaschine
Familiare
familiarisieren
Familiarität
Familie
Familienabend