Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

farbig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung far-big
Wortzerlegung Farbe -ig
Wortbildung  mit ›farbig‹ als Erstglied: Farbigkeit  ·  mit ›farbig‹ als Letztglied: dreifarbig · gegenfarbig · starkfarbig
 ·  mit ›farbig‹ als Grundform: -farbig
eWDG

Bedeutung

in verschiedenen Farben
a)
bunt, mehrere Farben aufweisend
Beispiele:
eine farbige Postkarte, Abbildung
ein farbiger Druck
die Schüler sollten den Plakatentwurf farbig ausführen
farbig fotografieren
an der Wand hing … ein farbiges Bildnis von Garibaldi [ HesseSteppenw.4,290]
b)
eine andere Farbe als weiß oder schwarz aufweisend
Beispiele:
eine Vase, Schale aus farbigem Glas
das Bad war mit farbigen Kacheln ausgelegt
die Zimmerdecke ist farbig gestrichen
c)
abwertend keine weiße Hautfarbe besitzend
Beispiele:
die farbige Bevölkerung Amerikas
farbige Soldaten
d)
übertragen lebendig, lebhaft
Beispiele:
er gab eine farbige Schilderung von den Sitten und Bräuchen des fremden Landes
ein Film mit spannender, farbiger Handlung
die Fußballfreunde dürfen am Sonntag mit einem farbigen Spiel rechnen
Denn ihm war die Gabe der farbigen Rede … gegeben [ H. FranckMarianne129]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Farbe · färben · farbig · Farbiger · Färber · Schönfärber · Schönfärberei · schönfärben
Farbe f. ‘Oberflächentönung, optischer Eindruck, Mittel zur Kolorierung’, ahd. far(a)wa (8. Jh.), mhd. varwe, var, mnd. varwe, mnl. var(u)we, vaerwe, verwe, nl. verf ist eine Substantivierung der femininen Form des Adjektivs ahd. faro (um 1000), mhd. var(e) (flektiert ahd. far(a)wēr, mhd. varwer) ‘gefärbt, farbig’, das meist mit einer Farbangabe verbunden ist, z. B. ahd. blāfaro, brūnfaro, mhd. -var, nhd. -farb, dann durch -farben abgelöst. Das Adjektiv ist mit ie. u̯o-Suffix gebildet zu ie. *perk̑- ‘gesprenkelt, bunt’, das wie die Variante ie. *prek̑- besonders in Bezeichnungen für gesprenkelte, buntgetupfte Tiere auftritt, vgl. griech. pérkos (πέρκος) ‘Sperber’, próx (πρόξ) ‘(geflecktes) reh- oder hirschartiges Tier’ sowie die unter Forelle (s. d.) behandelten Formen. Anders Must in: IF 86 (1981) 255 ff., der im Hinblick auf neuerlich aufgefundenes got. farw- ‘Aussehen, Gestalt’ eine Entlehnung des Substantivs aus arab. farw, farwa ‘Pelz, (farbenprächtiges) Pelzwerk’ annimmt. färben Vb. ‘kolorieren, anmalen, Farbe verleihen’, ahd. far(a)wen (9. Jh.), mhd. verwen. farbig Adj. ‘bunt, koloriert’ (16. Jh.), zunächst auch färbig, farbicht. Seit dem 19. Jh. für nichtweiße Hautfarbe (vgl. engl. coloured); in dieser Verwendung substantiviert Farbiger m. (19. Jh.). Färber m. ‘wer das Gewerbe des Textilfärbens ausübt’, mhd. verwære; vgl. (mit anderer Bildungsweise) ahd. far(a)wo (9./10. Jh.). Schönfärber m. ‘Gewerbetreibender, der Textilien mit hellen Farben färbt’ (17. Jh.; Gegensatz Schwarzfärber); heute nur noch bildlich ‘wer die Dinge in ein günstiges Licht zu rücken versteht, einen Sachverhalt beschönigt’ (20. Jh.). Schönfärberei f. ‘Werkstatt des Schönfärbens’ (18. Jh.), ‘beschönigende Darstellungsweise’ (20. Jh.). schönfärben Vb. ‘Stoffe mit hellen Farben färben’ (18. Jh.), übertragen ‘bemänteln, entschuldigen’ (19. Jh.), eigentlich ‘schöner machen, als es ist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bunt · buntfarbig · farbenfroh · farbig · gefärbt · mehrfarbig · verschiedenfarbig  ●  färbig  österr., südtirolerisch · panaschiert  fachspr., botanisch
Assoziationen
  • (so bunt,) dass es in die Augen sticht · auffällig bunt · bonbonfarben · farbenfroh · farbenprächtig · farbstark · fröhlich bunt · grellbunt · knallig · poppig · sehr bunt  ●  aufdringlich bunt  abwertend · giftig (Farbe)  fig., abwertend · (so knallbunt,) dass es in den Augen wehtut  ugs., fig. · knallbunt  ugs. · knallebunt  ugs. · kreischend bunt  ugs., abwertend · quietschbunt  ugs. · schreiend bunt  ugs., abwertend · verrückt bunt  ugs., regional
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›farbig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›farbig‹.

Verwendungsbeispiele für ›farbig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allein zum farbigen Smoking dürfen die Socken die gleiche Farbe aufweisen. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 21]
Es ist fast so einfach wie oben, vom farbigen Dia sich ein zweites farbiges Dia zu zaubern. [Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 259]
Selbst in den Bildern mit seinen »alten« Farben erscheinen leuchtend farbige Elemente. [o. A.: Lexikon der Kunst - T. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 45610]
Neben den rotierenden Flächen beschäftigten ihn die vertikalen Flächen farbiger Harmonie, seit 1902 vorbereitet. [o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 25695]
So richtig zeitintensiv wird es aber erst bei farbigem Text. [C't, 1999, Nr. 4]
Zitationshilfe
„farbig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/farbig>.

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