Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

faseln

Grammatik Verb · faselt, faselte, hat gefaselt
Aussprache  [ˈfaːzl̩n]
Worttrennung fa-seln
Wortbildung  mit ›faseln‹ als Erstglied: Faselei · Faseler · Faselfehler · Faselhans · Faselliese · faselig
 ·  mit ›faseln‹ als Letztglied: Gefasel · daherfaseln · vorfaseln · zusammenfaseln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich, abwertend] etwas Törichtes, Sinnloses reden
  2. 2. [ostmitteldeutsch, umgangssprachlich] etw. gedankenlos, oberflächlich niederschreiben
  3. 3. [Jägersprache] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, abwertend etwas Törichtes, Sinnloses reden
Beispiele:
was faselst du da (wieder)?
glaubt nicht, was sie faselt
er faselte etwas über Musik, Malerei
von Frieden, Freiheit, Humanität, Gerechtigkeit faseln
sie faselte in ihrem Brief (etwas) von Reue, einer großen Erbschaft
[…] das Treiben einer Clique, die immerzu von der Stärkung unserer Wehrkraft faselt […] [ WeiskopfAbschied v. Frieden1,663]
2.
ostmitteldeutsch, umgangssprachlich etw. gedankenlos, oberflächlich niederschreiben
Beispiele:
das Mädchen war nicht dumm, faselte aber zu viel
er hätte in der schriftlichen Prüfung viel besser abschneiden können, wenn er nicht so gefaselt hätte
3.
Jägersprache
Beispiel:
der Hund faselt (= sucht herum und kann die Fährte nicht finden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

faseln · Faselei · Faselhans
faseln Vb. ‘wirr daherreden, nichtssagend schwatzen’. Die Herkunft des seit Anfang des 17. Jhs. nur im Dt. bezeugten Verbs ist nicht geklärt. Möglich ist Zusammenhang mit anord. argafas ‘dummer Streich’, schwed. norw. fjas ‘Unsinn, Geschwätz’; vgl. auch mnl. vesen, veselen, nl. vazelen ‘flüstern’ sowie (vereinzelt) mnd. vāse ‘Torheit, Unsinn’. Die Annahme, faseln sei eine Weiterbildung zu einem Verb fasen in ähnlicher Bedeutung, läßt sich nicht erhärten, da dafür keine Belege vor Stieler 1691 nachgewiesen sind. Ein vermuteter Anschluß an ahd. fasōn ‘suchen’ bleibt ganz unsicher. Faselei f. ‘Geschwätz, unsinniges Gerede’ (18. Jh.). Faselhans m. ‘Schwätzer’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · plappern · quasseln · salbadern · schwadronieren · schwatzen · schwätzen  ●  daherreden  Hauptform · (herum)labern  ugs. · (herum)sülzen  ugs., abwertend · faseln  ugs., abwertend · groß herumtönen  ugs. · sabbeln  ugs. · schwafeln  ugs. · sülzen  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • (das) Wort ergreifen · (einen) Redebeitrag leisten · (seine / die) Stimme erheben · (sich) äußern · etwas sagen · etwas von sich geben · reden · sprechen  ●  (eine) Äußerung tätigen  Amtsdeutsch · den Mund aufmachen  ugs., fig.
  • reden · sagen · sprechen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›faseln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›faseln‹.

Verwendungsbeispiele für ›faseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seitenlang faselt er haltlos dahin, als hätte er wirklich zu viel getrunken. [Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30]
Und wenn er es nicht weiß, dann soll er aufhören, davon zu faseln. [Die Zeit, 04.02.2002, Nr. 05]
Rollt sein R, lacht diabolisch, faselt apathisch, überschlägt sich, schnappt nach Luft, exerziert die dramatische Pause. [Die Welt, 22.11.2003]
Was faselt der nur, habe er sich gefragt, das ist doch ein Film. [Der Tagesspiegel, 11.09.2002]
Immer haben sie alle links und rechts vom "besseren Übermorgen" gefaselt. [Süddeutsche Zeitung, 02.06.2003]
Zitationshilfe
„faseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/faseln>.

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