fassbar

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fass-bar
Wortzerlegung fassen -bar
Ungültige Schreibung faßbar
Rechtschreibregel § 2
Wortbildung  mit ›fassbar‹ als Erstglied: Fassbarkeit  ·  mit ›fassbar‹ als Letztglied: unfassbar
eWDG

Bedeutungen

1.
konkret, greifbar
Beispiele:
die fassbaren Erscheinungen, Dinge, Ursachen
sein Bild steht mir fassbar vor Augen
Endlich … erhielt Varro faßbaren Bescheid [ Feuchtw.Nero186]
2.
verständlich, begreifbar
Beispiele:
die Abhandlung, der Lehrsatz ist leicht, schwer, kaum fassbar
etw. klar und fassbar darstellen, formulieren
eindeutig mit dem Verstand erkennbar, verstandesmäßig fixierbar
Beispiele:
ein fassbarer Bedeutungsunterschied
diese Krankheit ist organisch nicht fassbar (= erklärbar)
das ist nicht fassbar! (= nicht zu fassen, nicht zu glauben!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fassen · faßlich · faßbar · unfaßlich · unfaßbar · gefaßt · Fassung · fassungslos · abfassen · befassen · erfassen · einfassen · Einfassung · umfassen · umfassend
fassen Vb. ‘(mit der Hand) ergreifen, in Gewahrsam nehmen, enthalten, eine Fassung, Umrahmung geben, sich innerlich zu eigen machen, begreifen’, reflexiv ‘die Selbstbeherrschung (wieder)erlangen’, ahd. faʒʒōn ‘in ein Gefäß füllen, gießen, beladen, bepacken, mit etw. bekleiden’ (9./10. Jh.), mhd. vaʒʒen ‘ergreifen, zusammenpacken, aufladen, überziehen mit etw., rüsten, kleiden, schmücken’, mnd. mnl. vāten, vatten, nl. vatten, anord. fata ‘lose zusamenfügen’ ist wohl zu einem in ahd. faʒʒa ‘Bündel, Bürde, Gepäck, Last’ (um 800), anord. fata ‘Kanne, Bütte’ belegten Substantiv gebildet und gehört daher etymologisch zu Faß (s. d.); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 12. Ausgangsbedeutung ist ‘(in ein Gefäß) füllen, umhüllen, bekleiden’, die in den heute vielfältigen Verwendungsweisen sowie in den meisten Ableitungen und Komposita noch erkennbar ist. faßlich Adj. (17. Jh.), faßbar Adj. (19. Jh.) ‘gut verständlich, einprägsam, konkret’; unfaßlich Adj. (16. Jh.), unfaßbar Adj. (17. Jh.) ‘das geistige Fassungsvermögen übersteigend, absurd’; gefaßt Part.adj. ‘innerlich gerüstet, beherrscht, gelassen’ (16. Jh.). Fassung f. ‘Umrahmung, Vorlage, Version, Selbstbeherrschung’, ahd. faʒʒunga ‘Last, Ladung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vaʒʒunge ‘Faß, Bekleidung, Schmuck’; fassungslos Adj. ‘bestürzt, außer sich’ (19. Jh.). abfassen Vb. ‘in Schriftform bringen, konzipieren’ (17. Jh.), ‘abfangen, festnehmen’ (19. Jh.). befassen Vb. mhd. bevaʒʒen ‘besetzen, befestigen’, später (bis zum 17. Jh.) ‘mit den Händen begreifen, umfassen, einschließen, erfassen’, heute meist reflexiv sich mit etw. befassen ‘beschäftigen’ (18. Jh.). erfassen Vb. ‘ergreifen, begreifen, registrieren’ (17. Jh.). einfassen Vb. ‘umgeben, umschließen, einfüllen’, mhd. īnvaʒʒen; Einfassung f. ‘Einrahmung’ (16. Jh.). umfassen Vb. ‘(mit den Armen) umfangen, einschließen’ (15. Jh.); umfassend Adj. ‘weitreichend, universal’ (18. Jh.). Ferner s. verfassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
augenfällig · begreiflich · eingängig · einleuchtend · einsichtig · einsichtsvoll · erklärlich · ersichtlich · fassbar · fasslich · glaubhaft · klar · nachvollziehbar · nachzuvollziehen · plausibel · schlüssig · sinnfällig · triftig · verstehbar · verständlich · überzeugend  ●  evident  geh. · gut  ugs. · intelligibel  fachspr., Philosophie · noetisch  fachspr., griechisch, Philosophie
Assoziationen
Synonymgruppe
anschaulich · anwendungsbezogen · auf den Gegenstand bezogen · bestimmt · echt · fassbar · gegenständlich · greifbar · konkret · reell · sachbezogen · wirklich  ●  handfest  ugs.

Typische Verbindungen zu ›fassbar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›fassbar‹ und ›faßbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›fassbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da tut sich nun freilich ein Weg auf, den Inhalt des Guten faßbar zu machen. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2597]
Da sie aber keinerlei wesentliches materielles Kulturgut mitbrachten, ist ihr erstes Auftreten in diesem Raum archäologisch kaum faßbar. [Schachermeyr, Fritz: Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27394]
Die ebenso glorreiche wie blutige geschichtlich faßbare Zeit ist durch vielerlei schriftliche Quellen bekannt. [o. A.: Syrien Monumente einer 5000jährigen Kultur. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]]
Nein, etwas war wirklich anders in diesem letzten Jahr, jedenfalls ist es zum ersten Mal fassbar geworden. [Die Zeit, 07.01.2008, Nr. 01]
Der streng zahlenmäßig geregelte Aufbau war nicht für den Hörer gedacht, in den meisten Fällen überhaupt nicht sinnenhaft faßbar. [Besseler, Heinrich: Ars nova. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 27429]
Zitationshilfe
„fassbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fassbar>.

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