fasten

GrammatikVerb · fastet, fastete, hat gefastet
Aussprache
Worttrennungfas-ten
Wortbildung mit ›fasten‹ als Erstglied: ↗Fastnacht  ·  mit ›fasten‹ als Grundform: ↗Fasten
eWDG, 1967

Bedeutung

sich freiwillig eine Zeitlang völlig oder teilweise der Nahrung oder bestimmter Speisen enthalten
Beispiele:
der Arzt hat ihm geraten, regelmäßig einen Tag in der Woche zu fasten
um seinen Magen auszukurieren, musste er einige Tage fasten
sie fastete, weil sie gern schlanker werden wollte
umgangssprachlich, scherzhaftwenn das Geld alle ist, müssen wir eben fasten
durch langes Fasten hatte er seine Widerstandskraft verloren
ihre Religion schreibt ihnen vor, an bestimmten Tagen, zu bestimmten Zeiten zu fasten
ein fastender Mönch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fasten Vb. ‘aus religiösen Gründen (später auch aus Gründen der Diät) zeitweilig auf Nahrung bzw. bestimmte Speisen verzichten’, ahd. fastēn (9. Jh.), mhd. vasten, aengl. fæstan, engl. to fast, mnd. mnl. nl. vasten, anord. (aus dem Mnd.?) fasta, schwed. fasta, got. fastan sind abgeleitet von dem unter ↗fest (s. d.) behandelten Adjektiv. Das läßt auf eine Entwicklung schließen, die in der ostgotischen Kirche beginnt. Die im Got. noch bezeugte allgemeine Bedeutung ‘halten, festhalten, beobachten’ wird weitgehend auf das Einhalten des Fastengebots eingeschränkt. Im Ahd. ist die Bedeutung ‘sich aus religiösen Gründen der Nahrungsaufnahme enthalten’ allein herrschend, während das Aengl. und das Mnl. auch Verwendungen aufweisen wie ‘festmachen, begründen, bekräftigen, bestätigen’, aengl. auch ‘anvertrauen’. Bereits früh (9. Jh.) ist die Substantivierung ahd. fastēn n. ‘Enthaltsamkeit, das Fasten’ bezeugt. Ein Substantiv ahd. fasta f. (wohl schon seit dem 8. Jh.), mhd. vaste ‘Enthaltung von Speise und Trank, das Fasten, Fastenzeit’ lebt vor allem in den Mundarten und landschaftlich in pluralischem Gebrauch die Fasten weiter; häufiger dafür Fastenzeit f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fasten · ↗hungern
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›fasten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aschermittwoch Christ Friede Jom Kippur Muslim Mönch Oster Ramadan Sommer Sonnenaufgang Sonnenuntergang Tag Tod Wüste beten empfangen essen gelegentlich joggen kasteien lang lange meditieren mit nie regelmäßig streng tagsüber trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fasten‹.

Verwendungsbeispiele für ›fasten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man müsse feiern und man müsse fasten, sagt er, aber alles zu seiner Zeit.
Bild, 19.12.2001
Ich fastete drei Tage lang, um ein wenig Reis zusammenzusparen; den nahm ich mit heim.
Die Zeit, 13.07.2012, Nr. 28
Auch für Gesunde ist es zweckmäßig, ab und zu einmal zu fasten.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 143
Von vielen bedeutenden muslimischen Mystikern wird berichtet, daß sie intensiv gefastet haben, um so der Vereinigung mit Gott, der mystischen Ekstase, näher zu kommen.
Heine, Peter: Fasten. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 465
Vor leeren Tischen ist gut fasten.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 35
Zitationshilfe
„fasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fasten>, abgerufen am 27.01.2020.

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