fatal

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfa-tal
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›fatal‹ als Erstglied: ↗fatalerweise  ·  mit ›fatal‹ als Grundform: ↗Fatalität
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
verhängnisvoll, folgenschwer
Beispiele:
eine fatale Kette von Aktionen und Gegenaktionen zerstörte die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder
man könnte die fatale Entwicklung des Geldwertes einen inflatorischen Prozess nennen
2.
unangenehm, peinlich, misslich
Beispiele:
ein fataler Vorfall, ein fatales Ereignis
eine fatale Angelegenheit
das ist eine fatale Geschichte
in eine fatale Situation geraten, kommen
in einer (höchst) fatalen Lage sein
an jmdn. eine fatale Frage stellen, richten
er wurde das fatale Gefühl nicht los, etw. falsch gemacht zu haben, übertölpelt worden zu sein
er sah sich zu einem für ihn fatalen Eingeständnis gezwungen
die Sache, das war mir sehr, äußerst fatal
3.
veraltet widerlich
Beispiele:
Ich kann nicht sagen, welche Genugtuung ich empfinde, daß nun ... endlich die fatalen Öllampen mit ihren Ketten verschwinden [Th. MannBuddenbrooks1,369]
Ich blieb nicht lange in der fatalen Gesellschaft [FusseneggerAntlitz127]
[der Rechtsanwalt] verzog das vielgefältelte, listige Gesicht zu einem fatalen Lächeln [Feuchtw.Oppermann142]
Ein Grillenfänger und Pessimist wie er, Knebel, müsse ... doch nur als unerwünscht und fatal empfunden werden [ZuchardtSpießrutenlauf105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fatal · Fatalität · Fatalismus · Fatalist · fatalistisch
fatal Adj. ‘unangenehm, peinlich’ geht aus von lat. fātālis ‘verhängnisvoll’, das vom Subst. lat. fātum ‘Götterspruch, Schicksal’ abgeleitet ist. Es löst im 17. Jh. (möglicherweise unter Einfluß von frz. fatal) das bereits im 16. Jh. bezeugte fatalisch im Sinne von ‘schicksalsschwer, verhängnisvoll’ ab; daneben zeigt fatal von Anfang an die oben angegebene und heute allein übliche abgeschwächte Bedeutung. Fatalität f. ‘Schicksalsschlag, Unheil, Mißgeschick’ (17. Jh.), aus gleichbed. lat. fātālitās (Genitiv fātālitātis) bzw. frz. fatalité. Fatalismus m. ‘bedingungsloser blinder Schicksalsglaube’ als Merkmal verschiedener religiöser und philosophischer Richtungen (18. Jh.). Fatalist m. ‘Vertreter eines blinden Schicksalsglaubens’ (18. Jh.). fatalistisch Adj. ‘ergeben, schicksalsgläubig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fatal · ↗letal · ↗mörderisch · ↗todbringend · ↗tödlich · zerstörend
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›fatal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Assoziation Auswirkung Außenwirkung Beigeschmack Eindruck Fehleinschätzung Fehlentscheidung Fehler Folge Folgen Hang Irrglaube Irrtum Irrweg Kettenreaktion Konsequenz Kreislauf Mißverständnis Nebenwirkung Neigung Signal Signalwirkung Trugschluß Verwechslung Weise Wirkung auswirken erinnern Ähnlichkeit ähneln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fatal‹.

Verwendungsbeispiele für ›fatal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schlimmer noch - sie ist ein fatales Signal an ausländische Investoren.
Die Welt, 09.05.2005
Es wäre fatal, aus dieser erschöpften Haltung heraus schnell etwas zu stricken.
Der Tagesspiegel, 10.09.2003
Bei Frauen fängt die Geschichte aber an fatal zu werden.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 908
Angesichts dieser fatalen Lage meiner verehrten Herrin blieb mir nichts anderes übrig, als herzhaft zuzugreifen, wo ich ankommen konnte, um sie wieder zu befreien.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Es handelt sich doch nur darum, daß man ihm Enkel zutraut, und dies ist ihm gleichfalls sehr fatal.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10015
Zitationshilfe
„fatal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fatal>, abgerufen am 22.01.2020.

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