Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

fatalistisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fa-ta-lis-tisch
Wortzerlegung Fatalist -isch
eWDG

Bedeutung

an das unabwendbare Schicksal glaubend, sich dem unabänderlichen Schicksal ausgeliefert fühlend
Beispiele:
ein fatalistischer Gleichmut
etw. mit fatalistischer Todesverachtung ertragen
er nahm alle Schicksalsschläge fatalistisch hin
Ich hatte stets eine stark fatalistische Ader [ WintersteinLeben1,67]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fatal · Fatalität · Fatalismus · Fatalist · fatalistisch
fatal Adj. ‘unangenehm, peinlich’ geht aus von lat. fātālis ‘verhängnisvoll’, das vom Subst. lat. fātum ‘Götterspruch, Schicksal’ abgeleitet ist. Es löst im 17. Jh. (möglicherweise unter Einfluß von frz. fatal) das bereits im 16. Jh. bezeugte fatalisch im Sinne von ‘schicksalsschwer, verhängnisvoll’ ab; daneben zeigt fatal von Anfang an die oben angegebene und heute allein übliche abgeschwächte Bedeutung. Fatalität f. ‘Schicksalsschlag, Unheil, Mißgeschick’ (17. Jh.), aus gleichbed. lat. fātālitās (Genitiv fātālitātis) bzw. frz. fatalité. Fatalismus m. ‘bedingungsloser blinder Schicksalsglaube’ als Merkmal verschiedener religiöser und philosophischer Richtungen (18. Jh.). Fatalist m. ‘Vertreter eines blinden Schicksalsglaubens’ (18. Jh.). fatalistisch Adj. ‘ergeben, schicksalsgläubig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dem Schicksal ergeben · fatalistisch · gottergeben · schicksalsergeben  ●  auf alles gefasst  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›fatalistisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fatalistisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›fatalistisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin nicht beim Arzt gewesen, ich lasse fatalistisch alles über mich ergehen. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1942. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1942], S. 36]
Die anderen verfangen sich im fatalistischen Glauben an die Macht der Technik: Was geht, werde auch geschehen, da lasse sich nichts machen. [Die Zeit, 13.12.2010, Nr. 50]
Die anderen verfangen sich in ihrem fatalistischen Glauben an die Macht der Technik. [Die Zeit, 06.12.2010, Nr. 49]
Ich bin durch die Dinge, die ich erlebt habe, mutiger geworden – vielleicht auch fatalistischer. [Die Zeit, 02.10.2010 (online)]
Ich neige nicht zu solch fatalistischen Vergleichen, vor allem nicht in der Politik. [Die Zeit, 24.10.2005, Nr. 43]
Zitationshilfe
„fatalistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fatalistisch>.

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