Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

fauchen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung fau-chen
Wortbildung  mit ›fauchen‹ als Letztglied: Gefauch · Gefauche · anfauchen
eWDG

Bedeutungen

1.
in Wut, Gereiztheit durch Ausstoßen von Luft ein zischendes Geräusch hören lassen
Beispiele:
die gereizte Katze, der gereizte Löwe, Tiger faucht
der Hamster, Fuchs verteidigt fauchend seine Jungen
der Schwan fauchte und schlug mit den Flügeln um sich
wie ein Raubtier, wildes Tier fauchen
bildlich
Beispiele:
man hörte die Lokomotive schon von weitem fauchen
der Wind fauchte um die Häuserecken, durch die Straßen, Ruinen, den Ofen
wenn das Gaslicht faucht [ WerfelGerichtstag115]
2.
etw. erregt, gereizt sagen
Beispiele:
»Was wollen Sie denn noch?« fauchte endlich der Schriftsteller [ DürrenmattRichter99]
dieser, empört, fauchte … dem Pianisten ein landesübliches Schimpfwort ins Gesicht [ SchnitzlerTraumnovelle35]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fauchen · anfauchen
fauchen Vb. ‘gereizt schnaufen, knurren, bissig schimpfen’. Das lautmalende Verb mhd. phūchen ist gebildet zur Interjektion mhd. phūch, die den Angriffs- und Verteidigungslaut der Katze ausdrückt. Es wird bald auf andere ähnlich klingende (Tier)laute ausgedehnt. Von verschiedenen Varianten (phūchen, phūchzen, pfauchen, pfauchzen u. a.) setzt sich im Nhd. um 1800 omd. fauchen durch. anfauchen Vb. ‘anschnaufen, grob und gereizt anfahren’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fauchen · zischeln · zischen  ●  schhh machen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen
  • Ruhe jetzt! · Ruhe! · leise! · still!  ●  sei still!  variabel · (jetzt ist aber) Ruhe im Karton!  ugs. · Ruhe da hinten auf den billigen Plätzen!  ugs., scherzhaft · Ruhe da hinten!  ugs. · Ruhe im Glied!  ugs., veraltend, militärisch · Silentium!  geh., bildungssprachlich, auch ironisch · bist stad!  ugs., bayr., österr. · gib endlich Ruhe!  ugs. · pscht!  ugs. · psst!  ugs. · pst!  ugs. · ruhig jetzt!  ugs. · schh!  ugs. · schhh!  ugs.

Typische Verbindungen zu ›fauchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fauchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›fauchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fauchend hockte sie vor der Scheibe, fauchend, sooft ich sie anblickte, stundenlang, wochenlang. [Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 54]
Grundsätzlich faucht sie erst, schmust dann aber um meine Füße. [Die Zeit, 06.06.1997, Nr. 24]
Vielleicht zeigt er dann genug Mumm, um gegen mich anzutreten ", fauchte der" Tiger ". [Die Welt, 06.08.1999]
Schon bei niedrigem Tempo faucht der Wind durch die Haare. [Bild, 16.05.2003]
Während dieser Nacht hatte der Regen ohne Pause gefaucht und geprasselt. [Die Zeit, 09.12.1954, Nr. 49]
Zitationshilfe
„fauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fauchen>.

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