faulenzen

GrammatikVerb · faulenzt, faulenzte, hat gefaulenzt
Aussprache
Worttrennungfau-len-zen
Wortbildung mit ›faulenzen‹ als Erstglied: ↗Faulenzerei  ·  mit ›faulenzen‹ als Letztglied: ↗ausfaulenzen · ↗herumfaulenzen · ↗rumfaulenzen
eWDG, 1967

Bedeutungen

abwertend seine Zeit mit Nichtstun verbringen
Beispiele:
er faulenzt, statt einer geregelten Arbeit nachzugehen
sie war stets fleißig, hat nie gefaulenzt
er faulenzt für zwei (= ist sehr, überaus faul)
Und streunt in der Stadt herum, faulenzt [O. M. GrafMitmenschen124]
umgangssprachlich sich durch Nichtstun entspannen
Beispiele:
er hatte sich vorgenommen, nach dem Examen, den Strapazen ein paar, mehrere Tage, Wochen zu faulenzen
im Urlaub wollten sie einmal gründlich, ordentlich faulenzen
sie lag im Schatten der Bäume und faulenzte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

faul · stinkfaul · faulig · Faulheit · Fäulnis · Faulpelz · Faultier · faulenzen · Faulenz · Faulenzer
faul Adj. ‘verdorben, verwesend, unredlich, anrüchig, träge’, ahd. fūl (9. Jh.), mhd. vūl ‘verwesend, stinkend, modrig, morsch, verdorben, träge’, asächs. aengl. fūl, engl. foul, mnd. vūl, mnl. vuul, nl. vuil, anord. fūll, schwed. ful, got. fūls, germ. *fūla- ist auf die Wurzel ie. *pū̌- ‘faulen, stinken’ (vermutlich Weiterentwicklung einer Interjektion *pu ‘pfui’) zurückzuführen, zu der auch aind. pū́yati ‘wird faul, stinkt’, griech. pȳ́thesthai (πύθεσθαι) ‘faulen’, lat. pūs ‘Eiter’, pūtēre ‘nach Fäulnis riechen’ gehören. stinkfaul Adj. ‘außerordentlich träge’ (17. Jh.), verstärkend zusammengesetzt mit stinken unter Rückgriff auf die alte Bedeutung faul ‘stinkend’. faulig Adj. ‘mit Fäulnis behaftet, verwesend’, mhd. vūllich. Faulheit f. ‘Trägheit’, mhd. vūlheit, daneben auch vūlkeit, vūlecheit, frühnhd. Faulkeit, Fauligkeit ‘Trägheit, Verwesung’. Fäulnis f. ‘Zersetzung, Verwesung’, ahd. fūlnussī (10. Jh.; auch fūlnissida, 11. Jh.), mhd. vūlnis; dafür bis zum 18. Jh. häufiger Faulung, Fäulung, mhd. vūlunge. Faulpelz m. ‘zur Trägheit neigender Mensch, Faulenzer’ (19. Jh.), schweiz. bereits seit dem 13. Jh. bezeugt; vgl. Pelz ‘Schimmelschicht auf Speisen’, so daß die Vorstellung ‘vor Faulheit Schimmel ansetzen’ zugrunde liegen kann; heute überwiegt wohl Assoziation an Faultier sowie der Gedanke eines trägen Verharrens im bequemen Pelz. Faultier n. südamerikanisches Säugetier von geringer Bewegungsfreudigkeit (17. Jh.), Wiedergabe von span. perezoso; dann auch scherzhaft ‘arbeitsscheuer Mensch’ (19. Jh.). faulen Vb. ‘sich zersetzen, verwesen’, ahd. fūlēn (9. Jh.), mhd. vūlen. faulenzen Vb. ‘träge, untätig sein’, spätmhd. vūlezen ‘faulig schmecken, träge sein’. Das Verb ist analog zu einer Gruppe von intensiven und iterativen Verben auf mhd. -e(z)zen (got. -atjan, ahd. -a-(z)zen, -e(z)zen) gebildet; der n-Einschub stammt aus dem Omd. Dazu Faulenz, Faulenzer m. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(es sich) bequem machen · (sich) einen (faulen) Lenz machen · ↗(sich) entspannen · ↗(sich) erholen · ↗ausruhen · faulenzen · ↗herumlungern · nichts tun · untätig sein  ●  (die) Füße hochlegen  fig. · (ein) Lotterleben (führen)  scherzhaft · (sich) auf die faule Haut legen  ugs. · (sich) festhalten an  ugs., scherzhaft-ironisch · Däumchen drehen  ugs., fig. · abchillen  ugs., jugendsprachlich · abflacken  ugs. · ↗abhängen  ugs. · ablockern  ugs. · ↗abschalten  ugs. · abschimmeln  derb · absicken (jugendsprachlich)  ugs. · ↗chillen  ugs. · flohnen  ugs., schweiz. · ↗gammeln  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · ↗herumhängen  ugs. · ↗lungern  ugs. · nichts zu tun haben  ugs. · ↗rumfaulenzen  ugs. · ↗rumgammeln  ugs. · rumlungern  ugs.
Assoziationen
  • nichts überstürzen  ●  Eile mit Weile.  Sprichwort · Aus der Ruhe kommt die Kraft.  ugs., Sprichwort · In der Ruhe liegt die Kraft.  ugs., Sprichwort · Nur ned hudle.  ugs., schwäbisch
  • (sich) keinen Zwang antun · (sich) wie zu Hause fühlen · es sich gemütlich machen
  • bequem · entspannt · ↗formlos · ↗gelöst · ↗launig · ↗leger · ↗locker · ↗lässig · ↗unbeschwert · ↗unförmlich · ↗ungezwungen · ↗unverkrampft · ↗zwanglos  ●  chillig  ugs. · ↗geschmeidig  ugs. · ↗relaxed  ugs., engl. · relaxt  ugs. · ↗tiefenentspannt  ugs., ironisch
  • (sich) Zeit nehmen · keine Eile haben (mit)  ●  (sich) Zeit lassen  Hauptform · (sich) nicht überschlagen  ugs. · eine ruhige Kugel schieben  ugs., Redensart · es ruhig angehen lassen  ugs., Hauptform
  • (etwas) geschehen lassen · den Dingen ihren Lauf lassen · nicht aktiv werden (in einer Sache) · nichts machen · nichts tun · nichts unternehmen  ●  (die) Dinge treiben lassen  negativ · (die) Hände in den Schoß legen  fig. · keinen Finger rühren  fig. · tatenlos zusehen  negativ · untätig bleiben  Hauptform
  • (sich) hängenlassen · (sich) zu nichts aufraffen (können) · darauf warten dass ein Wunder geschieht · darauf warten, dass die Zeit vergeht · nichts tun  ●  (irgendwie) die Zeit rumkriegen  ugs.
  • (sich irgendwo) herumdrücken · ↗(sich) herumtreiben · ↗herumlungern · ↗herumstehen  ●  ↗(sich) rumtreiben  ugs. · ↗abhängen  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · ↗rumstehen  ugs.
  • (sich) entspannen · ↗lungern · nichts zu tun haben · untätig sein  ●  ↗abhängen  ugs. · absicken  ugs. · ↗chillen (jugendsprachlich)  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · ↗herumhängen  ugs. · ↗herumlungern  ugs. · keinen Finger krumm machen  ugs. · ↗rumhängen  ugs.
  • (sich) eine Auszeit nehmen · (sich) eine schöne Zeit machen · (sich) einen lauen Lenz machen  ●  (sich) einen Bunten machen  ugs.
  • faul sein · faulenzen · nichts tun  ●  (die) Arbeit nicht erfunden haben  ugs., Redensart · (einfach) dasitzen und Kaffee trinken  ugs., fig. · (sich) an den Füßen spielen  ugs., fig., Redensart · (sich) die Eier schaukeln  derb, fig., Redensart · Däumchen drehen  ugs., Redensart · abhartzen  ugs., salopp · abharzen  ugs., salopp · auf der faulen Haut liegen  ugs., Redensart · keinen Finger krumm machen  ugs., fig., Redensart · keinen Finger rühren  ugs., Redensart, fig. · keinen Handschlag tun  ugs., variabel, Redensart · keinen Schlag tun  ugs.
  • (sich) die Zeit vertreiben · Zeit verschwenden · ↗vertrödeln (Zeit) · ↗vertun (seine Zeit) · ↗vertändeln (Zeit)  ●  Zeit totschlagen  ugs.
  • Maulaffen feilhalten · dastehen und nichts tun · den anderen beim Arbeiten zusehen · untätig dabeistehen (und glotzen) · untätig danebenstehen (und zugucken) · untätig zusehen  ●  (dasitzen und) Löcher in die Luft starren  fig. · ↗(untätig) herumstehen  Hauptform · dastehen und Löcher in die Luft starren  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig. · ↗dabeistehen (und Däumchen drehen)  ugs.
  • (gemeinsam) (die) Freizeit verbringen · ↗(sich) treffen  ●  ↗(irgendwo) abhängen  ugs., Hauptform
Synonymgruppe
Zeit schinden · Zeit verschwenden · faulenzen  ●  Laumaloche machen  ugs.
Synonymgruppe
faul sein · faulenzen · nichts tun  ●  (die) Arbeit nicht erfunden haben  ugs., Redensart · (einfach) dasitzen und Kaffee trinken  ugs., fig. · (sich) an den Füßen spielen  ugs., fig., Redensart · (sich) die Eier schaukeln  derb, fig., Redensart · Däumchen drehen  ugs., Redensart · abhartzen  ugs., salopp · abharzen  ugs., salopp · auf der faulen Haut liegen  ugs., Redensart · keinen Finger krumm machen  ugs., fig., Redensart · keinen Finger rühren  ugs., Redensart, fig. · keinen Handschlag tun  ugs., variabel, Redensart · keinen Schlag tun  ugs.
Assoziationen
  • Arbeitsscheu · ↗Drückebergerei · ↗Faulheit  ●  Verpissertum  derb
  • (es sich) bequem machen · (sich) einen (faulen) Lenz machen · ↗(sich) entspannen · ↗(sich) erholen · ↗ausruhen · faulenzen · ↗herumlungern · nichts tun · untätig sein  ●  (die) Füße hochlegen  fig. · (ein) Lotterleben (führen)  scherzhaft · (sich) auf die faule Haut legen  ugs. · (sich) festhalten an  ugs., scherzhaft-ironisch · Däumchen drehen  ugs., fig. · abchillen  ugs., jugendsprachlich · abflacken  ugs. · ↗abhängen  ugs. · ablockern  ugs. · ↗abschalten  ugs. · abschimmeln  derb · absicken (jugendsprachlich)  ugs. · ↗chillen  ugs. · flohnen  ugs., schweiz. · ↗gammeln  ugs. · ↗herumgammeln  ugs. · ↗herumhängen  ugs. · ↗lungern  ugs. · nichts zu tun haben  ugs. · ↗rumfaulenzen  ugs. · ↗rumgammeln  ugs. · rumlungern  ugs.
  • Däumchen drehen (müssen) · keine Aufgabe haben · nichts zu tun haben  ●  ↗herumhängen  ugs. · ↗rumhängen  ugs.
  • keine Aufgabe haben · nicht gebraucht werden · nicht gefordert sein · nichts zu tun haben · niemand verlangt etwas (von jemandem) · ohne Beschäftigung sein · unbeschäftigt sein  ●  (auf jemanden) wartet niemand  ugs.
  • (ein) schönes Leben haben · (sich) keinen Stress machen · es sich gut gehen lassen  ●  (sich) die Sonne auf den Pelz scheinen lassen  fig., variabel
  • (faul) in der Sonne liegen · (sich) die Sonne auf den Bauch scheinen lassen
  • (sich) eine Auszeit nehmen · (sich) eine schöne Zeit machen · (sich) einen lauen Lenz machen  ●  (sich) einen Bunten machen  ugs.
  • (sich) die Zeit vertreiben · Zeit verschwenden · ↗vertrödeln (Zeit) · ↗vertun (seine Zeit) · ↗vertändeln (Zeit)  ●  Zeit totschlagen  ugs.
  • nichts überstürzen  ●  Eile mit Weile.  Sprichwort · Aus der Ruhe kommt die Kraft.  ugs., Sprichwort · In der Ruhe liegt die Kraft.  ugs., Sprichwort · Nur ned hudle.  ugs., schwäbisch
  • Maulaffen feilhalten · dastehen und nichts tun · den anderen beim Arbeiten zusehen · untätig dabeistehen (und glotzen) · untätig danebenstehen (und zugucken) · untätig zusehen  ●  (dasitzen und) Löcher in die Luft starren  fig. · ↗(untätig) herumstehen  Hauptform · dastehen und Löcher in die Luft starren  fig. · (sich) die Beine in den Bauch stehen  ugs., fig. · ↗dabeistehen (und Däumchen drehen)  ugs.
  • (es) ist wenig los (auf der Arbeit)  ugs. · (es) ist wenig zu tun (bei)  ugs. · (sich) einen lauen Lenz machen  ugs., fig. · eine ruhige Kugel schieben  ugs., Redensart · wenig zu tun haben  ugs.
  • keine Arbeitserlaubnis haben · nicht arbeiten dürfen · zur Untätigkeit verdammt sein
  • Drückeberger · ↗Faulenzer · ↗Müßiggänger · ↗Nichtstuer · ↗Tagedieb  ●  Bukligger  fachspr., Jargon, seemännisch · ↗Bummelant  ugs. · ↗Bummler  ugs. · ↗Faultier  ugs., fig. · ↗Gammler  ugs. · ↗Schlaffi  ugs. · ↗Tachinierer  ugs., österr., bair.
  • (der) Arbeit aus dem Weg(e) gehen · (sich) drücken (vor) · ↗arbeitsscheu (sein) · vor der Arbeit weglaufen  ●  (die) Arbeit nicht erfunden haben  fig. · (der) Arbeitswille fehlt  fachspr., Jargon, variabel · ↗(sich) verpissen  derb · ↗arbeitsunlustig (sein)  geh. · ↗arbeitsunwillig (sein)  geh. · mangelnde Arbeitsbereitschaft (an den Tag legen)  fachspr., Jargon, variabel
  • (etwas) geschehen lassen · den Dingen ihren Lauf lassen · nicht aktiv werden (in einer Sache) · nichts machen · nichts tun · nichts unternehmen  ●  (die) Dinge treiben lassen  negativ · (die) Hände in den Schoß legen  fig. · keinen Finger rühren  fig. · tatenlos zusehen  negativ · untätig bleiben  Hauptform
Antonyme
  • aktiv sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Sandstrand Sonne Strand Urlaub baden einfach essen lieb lieber schlafen trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›faulenzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein nachdenklicher Wolf könnte sich dann fragen, ob es nicht besser wäre, zu faulenzen und die anderen Wölfe für sich jagen zu lassen.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2002
Warum soll man also die restliche Zeit zu Hause herumlungern und faulenzen?
Die Zeit, 01.03.1974, Nr. 10
Ich weiß, Du möchtest am liebsten, daß Deine Mui den ganzen Tag darin faulenzen würde.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Nun habe ich dir ein paar Monate Zeit gelassen zu faulenzen, meinetwegen zu vergessen, zu reisen, Ballast abzuwerfen, Verse zu machen.
Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 79
Die Stunden gingen aber auch viel zu schnell herum. Dir hat es Spaß gemacht, daß ich so faulenzen konnte.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.03.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„faulenzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/faulenzen>, abgerufen am 20.10.2019.

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