fechten

GrammatikVerb · ficht, focht, hat gefochten
Aussprache
Worttrennungfech-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fechten‹ als Erstglied: ↗Fechtbahn · ↗Fechtboden · ↗Fechtbruder · ↗Fechtdegen · ↗Fechter · ↗Fechthandschuh · ↗Fechtkampf · ↗Fechtkunst · ↗Fechtlehrer · ↗Fechtmaske · ↗Fechtmeister · ↗Fechtsaal · ↗Fechtsport · ↗Fechtunterricht · ↗Fechtwaffe · ↗Fechtübung
 ·  mit ›fechten‹ als Letztglied: ↗abfechten · ↗anfechten · ↗ausfechten · ↗durchfechten
 ·  mit ›fechten‹ als Grundform: ↗Gefecht · ↗erfechten · ↗verfechten
 ·  formal verwandt mit: ↗Degenfechten · ↗Florettfechten · ↗Spiegelfechterei · ↗Sportfechten · ↗Säbelfechten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hiebwaffen, Stoßwaffen (gegeneinander) kämpfen
Beispiele:
mit dem Florett, Degen, Säbel fechten
mit jmdm., gegen jmdn. fechten
so gut hat er lange nicht gefochten
er ficht schon seit seiner Jugend
Sport Meister im Fechten
etw. fechten
Beispiele:
einen Gang fechten (= einen Fechtkampf austragen)
[die Ahnen] fechten keine romantischen Turniere [St. ZweigBalzac9]
übertragen kämpfen
Beispiele:
gegen eine Übermacht, ein feindliches Heer fechten
die Heeresleitung habe einen ihrer Oberstleutnants ... zur fechtenden Truppe entsandt [A. ZweigJunge Frau26]
Wir haben mit dem See gefochten, Freund [SchillerTellIV 3]
Daß Jugend gern mit großen Worten ficht (= streitet) [Hofmannsth.Gedichte143]
2.
salopp betteln
Beispiele:
landschaftlich, salopp fechten gehen
ein fremder Handwerksbursche, der zufällig fechtend auf den Hof kam [KügelgenJugenderinnerungen265]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fechten · anfechten · Anfechtung · Gefecht
fechten Vb. ‘mit einer Hieb- oder Stoßwaffe kämpfen’. Für das nur im Westgerm. bezeugte Verb ahd. fehtan (8. Jh.), mhd. vehten, asächs. fehtan, mnd. fechten, mnl. nl. vechten, aengl. feohtan, engl. to fight läßt sich Verwandtschaft mit griech. pekté͞in (πεκτεῖν) ‘kämmen, scheren’, lat. pectere ‘kämmen’, lit. pèšti ‘rupfen, zupfen, ausreißen’, also Herkunft aus einer gemeinsamen Wurzel ie. *pek̑- ‘Wolle oder Haare rupfen, zausen, raufen’ (wozu auch lat. pecū, nhd. ↗Vieh, s. d.) annehmen. Das Verb gilt zunächst für jede Art kämpferischer Auseinandersetzung, wird aber nach der außerordentlichen Erweiterung der Kampftechniken im Nhd. auf das Kämpfen mit blanker Waffe eingeschränkt. Die Bedeutung ‘betteln’ (17. Jh.) entwickelt sich wohl in Kreisen wandernder Landsknechte und Handwerksgesellen, die ihrem Betteln oft durch Demonstration ihrer Fechtkunst oder Drohen mit der Waffe Nachdruck verleihen. anfechten Vb. ‘angreifen (mit Rechtsmitteln), in Gewissenskonflikt bringen’, ahd. anafehtan (9. Jh.), mhd. anevehten ‘gegen jmdn. kämpfen’. Anfechtung f. ‘Angriff, Versuchung’, ahd. anafehtunga (11. Jh.), mhd. anevehtunge. Gefecht n. ‘Kampfhandlung, Schlacht’, ahd. gifeht (8. Jh.), mhd. gevehte.

Thesaurus

Sport
Synonymgruppe
fechten  ●  ↗pauken  fachspr., burschenschaftlich, Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Bestimmtag · M-Tag · Mensurtag · Pauktag

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bandage Bravour Degen Eifer Florett Kampf Klinge Mensur Schlacht Schwert Strauß Säbel Verve Visier Windmühle an anfechten ausfechten durchfechten erbittert gegeneinander leidenschaftlich mitfechten reiten segeln tapfer unbeirrt unermüdlich vehement wacker

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fechten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß sie wieder einmal totgesagt werden, ficht sie auch nicht sonderlich an.
Die Welt, 13.08.2005
Dass es fortan dabei nicht immer leicht sein wird, ficht die Frau nicht an.
Süddeutsche Zeitung, 09.08.2000
Auch wenn sie beritten gewesen sein sollten, war es aber, wie wir gesehen haben, vielleicht richtig, sie zu Fuß fechten zu lassen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Dritter Teil: Das Mittelalter, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1923], S. 24870
Früher habe man drei bis vier Stunden gefochten und von 500 seien nicht zehn getötet worden.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 3662
Bei Gott, ich werde dich schon betteln und fechten lehren!
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 56
Zitationshilfe
„fechten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fechten>, abgerufen am 26.06.2019.

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