Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

feiern

Grammatik Verb · feiert, feierte, hat gefeiert
Aussprache 
Worttrennung fei-ern
Wortbildung  mit ›feiern‹ als Erstglied: Feierabend · Feierbiest · Feierei · Feierschicht · Feierstunde · Feiertag
 ·  mit ›feiern‹ als Letztglied: abfeiern · durchfeiern · krankfeiern · mitfeiern · nachfeiern · weiterfeiern · zwangsfeiern
eWDG

Bedeutungen

1.
ein feierliches, frohes Ereignis (in größerem Kreise) festlich begehen
Beispiele:
Weihnachten, den Geburtstag, die Verlobung, Hochzeit feiern
ein Bergfest, Jubiläum feiern
das Wiedersehen (bei, mit einer Flasche Wein) feiern
einen Sieg, Orgien feiern
zünftig feiern
sie hatten die ganze Nacht gefeiert
jmd., etw. feiert Triumphe (= hat großen Erfolg)
sprichwörtlichman soll, muss die Feste feiern, wie sie fallen
Daß wir groß feiern werden, glaube ich nicht [ RemarqueZeit zu leben242]
altertümelnd etw. feiert fröhliche Urständetw. (Unwillkommenes) lebt wieder auf
Beispiel:
Alle verbrauchten Buffospäße feierten fröhliche Urständ [ Tageszeitung1956]
2.
jmdn., etw. verherrlichen, preisen
Beispiele:
einen Jubilar, Dichter, Preisträger (überschwänglich) feiern
ein gefeierter Heldentenor, Sieger
sie ist eine gefeierte Diva
Er feierte sie [die Partei] in glühenden Versen [ RemarqueSchwarzer Obelisk462]
3.
die Arbeit ruhen lassen
Beispiele:
die Arbeiter mussten (einige Tage, unfreiwillig) feiern
feiernde Dockarbeiter stehen am Hafen herum
Wenn solche Köpfe feiern, / Wie viel Verlust für meinen Staat [ SchillerCarlosIII 10]
Die Bureaus und Werkstätten feierten [ Th. MannKönigl. Hoheit7,364]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feier · feiern · Feierabend · Feiertag · feierlich
Feier f. ‘Begehen eines festlichen Anlasses, Festakt’, ahd. fīra ‘Feiertag, Ruhe, Fest’ (um 800), mhd. vīre, vīere, vīer ‘Festtag, Feier’ ist eine Entlehnung aus spätlat. fēria, einer Singularisierung von lat. fēriae Plur. ‘Feiertage, Ruhetage’ (s. Ferien, Fest). feiern Vb. ‘würdigen, einen Festtag begehen, ein Fest gestalten, ausruhen’, ahd. fīrōn (um 800), mhd. vīren ist nach dem Vorbild von mlat. feriare ‘feiern, ausruhen’ zum Substantiv hinzugebildet. Feierabend m. ‘abendliche Ruhezeit nach dem Arbeitstag’ (16. Jh.); dagegen mhd. vīrābent ‘Vorabend eines Festtages’ (s. Abend). Feiertag m. ‘Festtag, Ruhetag’, ahd. fīr(a)tag, fīr(a)tago (9. Jh.), mhd. vīr(e)tac, vīertac. feierlich Adj. ‘festlich, würdevoll’, mhd. vīrelich, vīerlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Fest geben · (eine) Feier veranstalten · (eine) Fete machen · (viele) Leute einladen · auf eine Fete gehen · feiern  ●  Party machen  ugs., Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) betrinken · (sich) sinnlos betrinken · (viel Alkohol) trinken  ●  feiern  jugendsprachlich, verhüllend · (einen) verlöten  ugs., regional · (einen) über den Durst trinken  ugs., variabel · (sich einen) ballern  ugs. · (sich etwas) genehmigen  ugs. · (sich) abschießen  ugs. · (sich) besaufen  ugs. · (sich) die Hucke vollsaufen  ugs. · (sich) die Kante geben  ugs. · (sich) einen auf die Lampe gießen  ugs., fig. · (sich) einen hinter die Binde kippen  ugs., fig. · (sich) einen zur Brust nehmen  ugs. · (sich) volllaufen lassen  ugs. · (sich) zudröhnen  ugs. · (sich) zulaufen lassen  ugs. · (sich) zusaufen  ugs. · (sich) zuschütten  ugs. · bechern  ugs. · bürsteln  ugs., österr. · ins Glas schauen  ugs. · saufen  ugs. · süppeln  ugs. · tschechern  ugs., salopp, ostösterreichisch · zechen  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich) einen (...) genehmigen · Alkohol trinken  ●  (eine Flasche Wein o.ä.) verpitschen  ugs., ruhrdt. · (sich) (die) Kehle anfeuchten  ugs. · (sich) (die) Kehle ölen  ugs. · (sich) (einen) hinter die Binde kippen  ugs. · einen heben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›feiern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feiern‹.

Verwendungsbeispiele für ›feiern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als der Film uraufgeführt wurde, feierte die Ufa ihr zwanzigjähriges Bestehen. [Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 233]
Warum sollte ich nicht heute allein dort meine Party feiern? [Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 21]
Mit dem Gelde hat die Fähigkeit zu solchen Bildungen ihren höchsten Triumph gefeiert. [Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071]
Ich kann Ihnen nur sagen: so ein Weihnachtsfest haben wir nie wieder gefeiert! [Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 74]
Und mit neuen lenkbaren Rodeln feiert selbst das gute alte Schlitteln sein Comeback. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Zitationshilfe
„feiern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feiern>.

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