feiern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfei-ern
Wortbildung mit ›feiern‹ als Erstglied: ↗Feierabend · ↗Feierei · ↗Feierschicht · ↗Feierstunde · ↗Feiertag · ↗feiertags · ↗feiertäglich
 ·  mit ›feiern‹ als Letztglied: ↗abfeiern · ↗durchfeiern · ↗krankfeiern · ↗mitfeiern · ↗nachfeiern · ↗weiterfeiern · ↗zwangsfeiern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ein feierliches, frohes Ereignis (in größerem Kreise) festlich begehen
Beispiele:
Weihnachten, den Geburtstag, die Verlobung, Hochzeit feiern
ein Bergfest, Jubiläum feiern
das Wiedersehen (bei, mit einer Flasche Wein) feiern
einen Sieg, Orgien feiern
zünftig feiern
sie hatten die ganze Nacht gefeiert
jmd., etw. feiert Triumphe (= hat großen Erfolg)
sprichwörtlich man soll, muss die Feste feiern, wie sie fallen
Daß wir groß feiern werden, glaube ich nicht [RemarqueZeit zu leben242]
altertümelnd etw. feiert fröhliche Urständetw. (Unwillkommenes) lebt wieder auf
Beispiel:
Alle verbrauchten Buffospäße feierten fröhliche Urständ [Tageszeitung1956]
2.
jmdn., etw. verherrlichen, preisen
Beispiele:
einen Jubilar, Dichter, Preisträger (überschwänglich) feiern
ein gefeierter Heldentenor, Sieger
sie ist eine gefeierte Diva
Er feierte sie [die Partei] in glühenden Versen [RemarqueSchwarzer Obelisk462]
3.
die Arbeit ruhen lassen
Beispiele:
die Arbeiter mussten (einige Tage, unfreiwillig) feiern
feiernde Dockarbeiter stehen am Hafen herum
Wenn solche Köpfe feiern, / Wie viel Verlust für meinen Staat [SchillerCarlosIII 10]
Die Bureaus und Werkstätten feierten [Th. MannKönigl. Hoheit7,364]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feier · feiern · Feierabend · Feiertag · feierlich
Feier f. ‘Begehen eines festlichen Anlasses, Festakt’, ahd. fīra ‘Feiertag, Ruhe, Fest’ (um 800), mhd. vīre, vīere, vīer ‘Festtag, Feier’ ist eine Entlehnung aus spätlat. fēria, einer Singularisierung von lat. fēriae Plur. ‘Feiertage, Ruhetage’ (s. ↗Ferien, ↗Fest). feiern Vb. ‘würdigen, einen Festtag begehen, ein Fest gestalten, ausruhen’, ahd. fīrōn (um 800), mhd. vīren ist nach dem Vorbild von mlat. feriare ‘feiern, ausruhen’ zum Substantiv hinzugebildet. Feierabend m. ‘abendliche Ruhezeit nach dem Arbeitstag’ (16. Jh.); dagegen mhd. vīrābent ‘Vorabend eines Festtages’ (s. ↗Abend). Feiertag m. ‘Festtag, Ruhetag’, ahd. fīr(a)tag, fīr(a)tago (9. Jh.), mhd. vīr(e)tac, vīertac. feierlich Adj. ‘festlich, würdevoll’, mhd. vīrelich, vīerlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Fest geben · (eine) Feier veranstalten · (eine) Fete machen · (viele) Leute einladen · Party machen · auf eine Fete gehen · feiern
Assoziationen
  • (die) Puppen tanzen lassen · ausgelassen feiern · kräftig feiern  ●  (die) Sau rauslassen  ugs. · ↗(sich) austoben  ugs., fig. · (so richtig) einen draufmachen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs. · auf die Pauke hauen  ugs. · die Korken knallen lassen  ugs. · es krachen lassen  ugs. · steil gehen (jugendsprachl.)  ugs.
  • Feier · ↗Feierlichkeit · ↗Feierstunde · ↗Fest · ↗Festakt
Synonymgruppe
(sich) betrinken · (sich) sinnlos betrinken · ↗(viel Alkohol) trinken  ●  feiern  jugendsprachlich, verhüllend · ↗(einen) verlöten  ugs., regional · (einen) über den Durst trinken  ugs., variabel · ↗(sich einen) ballern  ugs. · ↗(sich etwas) genehmigen  ugs. · ↗(sich) abschießen  ugs. · ↗(sich) besaufen  ugs. · (sich) die Hucke vollsaufen  ugs. · (sich) die Kante geben  ugs. · (sich) einen auf die Lampe gießen  ugs., fig. · (sich) einen hinter die Binde kippen  ugs., fig. · (sich) einen zur Brust nehmen  ugs. · (sich) volllaufen lassen  ugs. · (sich) zulaufen lassen  ugs. · (sich) zusaufen  ugs. · ↗(sich) zuschütten  ugs. · ↗bechern  ugs. · bürsteln  ugs., österr. · ins Glas schauen  ugs. · ↗saufen  ugs. · ↗süppeln  ugs. · tschechern  ugs., salopp, ostösterreichisch · ↗zechen  ugs. · zu tief ins Glas schauen  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich) einen Schluck genehmigen · Alkohol trinken  ●  (eine Flasche Wein o.ä.) verpitschen  ugs., ruhrdt. · (sich) (die) Kehle anfeuchten  ugs. · (sich) (die) Kehle ölen  ugs. · (sich) (einen) hinter die Binde kippen  ugs. · einen heben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestehen Comeback Debüt Erfolg Fan Fest Freitag Freund Gast Geburtstag Gottesdienst Held Hochzeit Jahrestag Jubiläum Party Richtfest Saisonsieg Samstag Sieg Sonnabend Sonntag Triumph Weihnacht Wochenende Zuschauer ausgelassen gestern heute mitfeiern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feiern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und mit wem soll man am Ende die bestandene Prüfung feiern?
Die Zeit, 08.02.2010, Nr. 06
Die letzten Gäste feierten bis morgens um vier in der Kirche.
Bild, 18.03.2006
Als der Film uraufgeführt wurde, feierte die Ufa ihr zwanzigjähriges Bestehen.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 233
Du hast also schon im Stillen den Papa gefeiert und die anderen wissen von nichts?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Man hatte »ihr nicht gehangen« und der alte Herr feierte frohes Wiedersehen.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7287
Zitationshilfe
„feiern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feiern>, abgerufen am 16.11.2018.

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