feige

Grammatik Adjektiv
Nebenform feig · Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fei-ge ● feig (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›feige‹ als Erstglied: ↗Feigling

Bedeutungsübersicht+

  1. [abwertend] ...
    1. 1. jeder Gefahr ängstlich ausweichend, ohne Mut
    2. 2. hinterhältig
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend
1.
jeder Gefahr ängstlich ausweichend, ohne Mut
Beispiele:
ein feiger Bursche, Kerl
sich hinter feigen Ausflüchten, Lügen verstecken
ein feiger Rückzug
sich feige, feig verkriechen, unterwerfen
umgangssprachlichsich feige, feig aus dem Staube machen
Schülersprache [zu jmdm., der sich an etw. nicht beteiligen, der etw. nicht tun will:] das ist, du bist feige, feig
Erschreckt's dich, feige Memme? [SchillerWallenst. TodV 2]
2.
hinterhältig
Beispiele:
einen feigen Mord, Anschlag verüben
er wollte seinen Gegner ... nicht feige hintergehen [JahnnHolzschiff195]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

feige · Feigheit · Feigling
feige Adj. ‘ängstlich, nicht mutig’, ahd. feigi ‘zum Tode bestimmt, dem Tode nahe, gottlos’ (8./9. Jh.), mhd. veige ‘zum Tode bestimmt, verwünscht, eingeschüchtert, furchtsam, biegsam, schlank’, asächs. fēgi, mnd. vēge, mnl. vēghe, veighe, nl. veeg, aengl. fǣge, anord. feigr, schwed. feg (‘mutlos’), germ. *feigja- ‘todgeweiht’ stehen in grammatischem Wechsel zu den unter ↗Fehde (s. d.) behandelten Adjektiven der Bedeutung ‘feindlich, feindselig’. Der Feind ist in der Regel ‘zum Tode bestimmt’ (noch im 16. Jh. bezeugt), daher auch ‘verzagt’ und ‘ängstlich’. Diese Bedeutung (zuerst Ende 13. Jh.) wird durch Luthers Bibelübersetzung verbreitet, muß aber 1523 im Obd. noch durch verzagt, erschrocken erklärt werden. Feigheit f. ‘Ängstlichkeit, Mutlosigkeit’, mhd. veicheit ‘Zustand des Feigseins, Unheil’. Feigling m. ‘wer Angst hat’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) klammern (an) · feig · ↗kleinmütig · ↗mutlos · ↗schüchtern · ↗ängstlich  ●  feige  Hauptform · (sich) nichts trauen  ugs., regional · ↗duckmäuserisch  ugs. · ↗hasenfüßig  ugs. · ↗hasenherzig  ugs. · keine Eier in der Hose haben  derb · keinen Arsch in der Hose haben  ugs. · ↗memmenhaft  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›feige‹, ›feig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feige‹.

Verwendungsbeispiele für ›feige‹, ›feig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Offenbar ist die rot-grüne Regierung zu feige, ihre Ideen auch umzusetzen.
Der Tagesspiegel, 30.10.2002
Und der war sogar noch zu feige, es persönlich zu tun.
Bild, 13.05.2002
Lieber lebensfeindlich als feige, fügte ich hinzu, als sei damit alles bewiesen.
Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 188
Für ihn wäre es realistisch, von ganzem Herzen feige zu sein.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 408
Man hat sich von 1918 bis 1933 nun einmal daran gewöhnt, mit einem schwachen, ohnmächtigen, feigen und nachgiebigen deutschen Volke zu verhandeln.
o. A.: Appell der Führerschaft anlässlich des Gautages der NSDAP Ostpreußen in Königsberg, 17.06.1938
Zitationshilfe
„feige“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feige>, abgerufen am 09.08.2020.

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