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feige

Grammatik Adjektiv
Nebenform feig
Aussprache 
Worttrennung fei-ge ● feig
Wortbildung  mit ›feige‹ als Erstglied: Feigling · feigherzig

Bedeutungsübersicht+

  1. [abwertend] ...
    1. 1. jeder Gefahr ängstlich ausweichend, ohne Mut
    2. 2. hinterhältig
eWDG

Bedeutung

abwertend
1.
jeder Gefahr ängstlich ausweichend, ohne Mut
Beispiele:
ein feiger Bursche, Kerl
sich hinter feigen Ausflüchten, Lügen verstecken
ein feiger Rückzug
sich feige, feig verkriechen, unterwerfen
umgangssprachlichsich feige, feig aus dem Staube machen
Schülersprache [zu jmdm., der sich an etw. nicht beteiligen, der etw. nicht tun will:] das ist, du bist feige, feig
Erschreckt's dich, feige Memme? [ SchillerWallenst. TodV 2]
2.
hinterhältig
Beispiele:
einen feigen Mord, Anschlag verüben
er wollte seinen Gegner … nicht feige hintergehen [ JahnnHolzschiff195]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feige · Feigenblatt
Feige f. Frucht des Feigenbaumes, ahd. (9. Jh.), asächs. fīga, mhd. mnd. vīge sind über das Galloroman. (vgl. aprov. figa, fia, afrz. fie, dann unter aprov. Einfluß figue) oder obital. Formen (mit inlautendem g) aus spätlat. fīca, lat. fīcus entlehnt. Lat. fīcus ‘Feigenbaum, Feige’ stammt aus einer Mittelmeer- oder kleinasiat. Sprache. Feigenblatt n. Blatt des Feigenbaumes, spätmhd. vīgenblat (Mitte 14. Jh.) wird durch Luthers Bibelübersetzung zum Inbegriff schamhafter Verhüllung (1. Mos. 3, 7: folia ficus, feigenbletter); s. auch Ohrfeige.

feige · Feigheit · Feigling
feige Adj. ‘ängstlich, nicht mutig’, ahd. feigi ‘zum Tode bestimmt, dem Tode nahe, gottlos’ (8./9. Jh.), mhd. veige ‘zum Tode bestimmt, verwünscht, eingeschüchtert, furchtsam, biegsam, schlank’, asächs. fēgi, mnd. vēge, mnl. vēghe, veighe, nl. veeg, aengl. fǣge, anord. feigr, schwed. feg (‘mutlos’), germ. *feigja- ‘todgeweiht’ stehen in grammatischem Wechsel zu den unter Fehde (s. d.) behandelten Adjektiven der Bedeutung ‘feindlich, feindselig’. Der Feind ist in der Regel ‘zum Tode bestimmt’ (noch im 16. Jh. bezeugt), daher auch ‘verzagt’ und ‘ängstlich’. Diese Bedeutung (zuerst Ende 13. Jh.) wird durch Luthers Bibelübersetzung verbreitet, muß aber 1523 im Obd. noch durch verzagt, erschrocken erklärt werden. Feigheit f. ‘Ängstlichkeit, Mutlosigkeit’, mhd. veicheit ‘Zustand des Feigseins, Unheil’. Feigling m. ‘wer Angst hat’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) klammern (an) · feig · kleinmütig · mutlos · schüchtern · ängstlich  ●  feige  Hauptform · (sich) nichts trauen  ugs., regional · duckmäuserisch  ugs. · hasenfüßig  ugs. · hasenherzig  ugs. · keine Eier in der Hose haben  derb · keinen Arsch in der Hose haben  ugs. · memmenhaft  ugs.

Typische Verbindungen zu ›feige‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›feige‹ und ›feig‹.

Verwendungsbeispiele für ›feige‹, ›feig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lieber lebensfeindlich als feige, fügte ich hinzu, als sei damit alles bewiesen. [Woelk, Ulrich: Freigang. Verlag S. Fischer, Frankfurt 1990, S. 188]
Für ihn wäre es realistisch, von ganzem Herzen feige zu sein. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 408]
Die irakische Führung sprach von einer feigen Aggression gegen den Irak. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1993]]
Ich hätte mich schon zehnmal umgebracht, aber ich bin zu feig dazu. [Die Zeit, 08.06.2006, Nr. 24]
Ich weigere mich, als feiger Hund vor der Politik zu weichen. [Süddeutsche Zeitung, 06.04.2002]
Zitationshilfe
„feige“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feige>.

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