feil

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›feil‹ als Erstglied: ↗feilbieten · ↗feilhalten  ·  mit ›feil‹ als Letztglied: ↗wohlfeil

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [abwertend] für Geld käuflich
  2. 2. [veraltend, gehoben] verkäuflich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abwertend für Geld käuflich
Beispiele:
eine feile Dirne
die feile Presse, Justiz
Feile Sklaven, ihr habt sie [Gilda] verhandelt! [VerdiRigolettoIII 5]
eine [Dirne], die / für weniger als für sechs Groschen feil ist [G. Hauptm.Winterballade5]
2.
veraltend, gehoben verkäuflich
Beispiele:
etw. ist (jmdm.) feil
ihm ist sein Haus, Hof, eine Sammlung (für, um eine geringe Summe) feil
Zwar gestattete man ihm das Auspacken des feilen Stoffes [FrischStiller282]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

feil · wohlfeil · feilbieten · feilschen
feil Adj. ‘verkäuflich, käuflich’, ahd. feili ‘verkäuflich’ (9. Jh.), mhd. veil(e), mnd. vēle, mnl. veile, veil, nl. veil stehen neben den Formen ahd. (vereinzelt und zweifelhaft) fāli (8. Jh.), anord. falr, schwed. fal. Während die ā̌-Formen sich mit griech. pōlé͞in (πωλεῖν) ‘feilbieten, verkaufen’, lit. pel̃nas ‘Gewinn, Nutzen, Verdienst’, pelnýti ‘erwerben, verdienen’, aslaw. plěnъ ‘Gefangenschaft, die Gefangenen, Beute’, russ. (älter) polón (полон) ‘Gefangenschaft, Beute’ und wahrscheinlich auch aind. páṇatē ‘handelt ein, kauft’ auf die Wurzel ie. *pel- ‘verkaufen, verdienen’ zurückführen lassen, bleibt die Herkunft der im dt.-nl. Sprachgebiet bewahrten Formen mit -ei- ungeklärt. wohlfeil Adj. ‘billig, niedrig, günstig im Preis’, mhd. wolveil(e). feilbieten Vb. ‘zum Verkauf anbieten’ (15. Jh.). feilschen Vb. ‘um den Preis handeln’, mhd. veilsen, veilschen ‘einen Preis bieten, um etw. handeln’, wohl zum Adjektiv mit dem Verbalsuffix -isōn (ahd. *feilisōn).

Thesaurus

Synonymgruppe
bestechlich · feil · ↗korrumpierbar · ↗korrumpiert · ↗korrupt · ↗verführbar  ●  ↗käuflich  ugs.
Synonymgruppe
absetzbar · feil · ↗veräußerlich

Typische Verbindungen zu ›feil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feil‹.

Verwendungsbeispiele für ›feil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bietet nicht nur Kunst feil, sondern sie vermittelt auch ein Image dieser Stadt.
Der Tagesspiegel, 30.09.1999
Virtuelle Kaufhäuser bieten im Netz der Netze ihre Waren feil.
Die Welt, 12.03.1999
Zwar gestattete man ihm das Auspacken des feilen Stoffes unter offenem Himmel.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 202
Sie ist die ewige Mutter, ist die immer feile Dirne für unendliche Milliarden.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 45
Die Grauenzeit des Wirt ohne Rechnung, der Rechnung ohne den Wirt, war über das Land gegangen und hatte Milliardenzahlen auf feiles Papier gedruckt.
Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 65
Zitationshilfe
„feil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feil>, abgerufen am 01.04.2020.

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