feilen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfei-len
Wortbildung mit ›feilen‹ als Erstglied: ↗Feilkloben · ↗Feilspan · ↗Feilstaub · ↗Feilstrich
 ·  mit ›feilen‹ als Letztglied: ↗abfeilen · ↗auffeilen · ↗ausfeilen · ↗durchfeilen · ↗herausfeilen · ↗nachfeilen · ↗wegfeilen · ↗zufeilen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit der Feile bearbeiten, glätten
Beispiele:
einen, an einem Schlüssel, Hammer feilen
ein Werkstück rund, winklig, passend feilen
gerade, sauber feilen
den Grat von einer Kante feilen
(sich) [Dativ] die Fingernägel feilen
übertragen an etw. feilenetw. bis zur letzten Vollkommenheit ausfeilen, glätten
Beispiele:
er hat an diesen Versen, Sätzen, Erzählungen lange gefeilt
immer wieder feilte er an jedem Satz
ein gefeilter Stil
Nicht die kleinste Unart wurde geduldet, stundenlang an einer Rolle gefeilt [WildenhainSchauspieler30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feile · feilen
Feile f. ‘Werkzeug aus Stahl zur glättenden Oberflächenbearbeitung’, ahd. fīhala (um 800), mhd. mnd. mnl. vīle, asächs. fīla, nl. vijl, aengl. fīl, engl. file und (mit Wechsel zwischen f und þ) anord. þēl (?). Herkunft ungeklärt. Geht man von germ. *finh(i)lō aus und vergleicht aind. piṁśáti ‘haut aus, schneidet zurecht’, griech. pikrós (πικρός) ‘scharf, bitter’, lat. pingere ‘malen, sticken mit der Nadel’, aslaw. pьsati, russ. pisát’ (писать) ‘schreiben’, so kann auf die Wurzel ie. *peik̑- (neben *peig-) ‘kennzeichnen durch Einritzen oder Färben, buntfarbig’ (s. ↗Feh) zurückgegangen werden. feilen Vb. ‘mit der Feile glätten’, ahd. fīhalōn (9. Jh.), mhd. vīlen ‘feilen, ritzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abfeilen · ↗abreiben · ↗abschaben · ↗abschleifen · ↗abschmirgeln · feilen · glatt feilen · glatt reiben · ↗glätten · ↗schmirgeln
Oberbegriffe
Synonymgruppe
perfektionieren · ↗vervollkommnen  ●  (an etwas) feilen  fig. · (den) letzten Schliff geben  fig. · (etwas) auf Hochglanz polieren  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aerodynamik Athletik Detail Feinheit Fingernagel Formulierung Image Nagel Profil Schlagtechnik Taktik abfeilen ausfeilen bohren bosseln drechseln durchfeilen feilen fräsen herumfeilen hobeln hämmern löten nächtelang polieren schleifen schweißen sägen zurecht zurechtfeilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feilen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich hat er noch ein halbes Jahr Zeit, an seiner Idee zu feilen.
Die Zeit, 04.05.2013, Nr. 15
Am Lenker feile ich nicht mehr, das ist mir zu heiß.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2002
Ich behaupte: Wir waren konditionell besser, technisch besser, weil wir mehr Zeit hatten, an unserem Spiel zu feilen.
Der Spiegel, 06.07.1987
Ich tippe und feile jede mögliche Stunde an meinem Buch.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 72
Nach dem Aushärten kann die Masse gefeilt, gebohrt, geschliffen und in manchen Fällen sogar mattglänzend poliert werden.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 102
Zitationshilfe
„feilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feilen>, abgerufen am 16.12.2019.

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