feilschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfeil-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›feilschen‹ als Erstglied: ↗Feilscherei  ·  mit ›feilschen‹ als Letztglied: ↗abfeilschen · ↗anfeilschen · ↗ausfeilschen · ↗erfeilschen · ↗herumfeilschen
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend kleinlich, hartnäckig handeln, um den Kaufpreis herunterzudrücken
Beispiele:
mit jmdm. um den Preis, einen Betrag, jeden Groschen feilschen
auf dem Wochenmarkt wurde tüchtig gefeilscht
Allan bezahlte, ohne zu feilschen, jeden Preis [Kellerm.Tunnel208]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

feil · wohlfeil · feilbieten · feilschen
feil Adj. ‘verkäuflich, käuflich’, ahd. feili ‘verkäuflich’ (9. Jh.), mhd. veil(e), mnd. vēle, mnl. veile, veil, nl. veil stehen neben den Formen ahd. (vereinzelt und zweifelhaft) fāli (8. Jh.), anord. falr, schwed. fal. Während die ā̌-Formen sich mit griech. pōlé͞in (πωλεῖν) ‘feilbieten, verkaufen’, lit. pel̃nas ‘Gewinn, Nutzen, Verdienst’, pelnýti ‘erwerben, verdienen’, aslaw. plěnъ ‘Gefangenschaft, die Gefangenen, Beute’, russ. (älter) polón (полон) ‘Gefangenschaft, Beute’ und wahrscheinlich auch aind. páṇatē ‘handelt ein, kauft’ auf die Wurzel ie. *pel- ‘verkaufen, verdienen’ zurückführen lassen, bleibt die Herkunft der im dt.-nl. Sprachgebiet bewahrten Formen mit -ei- ungeklärt. wohlfeil Adj. ‘billig, niedrig, günstig im Preis’, mhd. wolveil(e). feilbieten Vb. ‘zum Verkauf anbieten’ (15. Jh.). feilschen Vb. ‘um den Preis handeln’, mhd. veilsen, veilschen ‘einen Preis bieten, um etw. handeln’, wohl zum Adjektiv mit dem Verbalsuffix -isōn (ahd. *feilisōn).

Thesaurus

Synonymgruppe
feilschen · ↗handeln · ↗schachern  ●  feilschen wie ein Teppichhändler  ugs. · feilschen wie im türkischen Basar  ugs., variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfindung Ablöse Ablösesumme Basar Cent Gage Hinterzimmer Kleinigkeit Kondition Kulisse Lohnprozent Milchquote Modalität Pfennig Post Preisnachlaß Rabatt Rabatte Teppichhändler Unterhändler Verkäufer bluffen erbittert feilschen pokern schachern taktieren verbissen wochenlang zäh

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feilschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und mitunter lohnt es sich auch, beim Apotheker um die Ecke zu feilschen.
Die Welt, 20.12.2004
Wer verhandelt, kann für 30 Millionen Mark um die wertvolle Einrichtung feilschen.
Bild, 03.02.1998
Da sie nicht lügen durften, durften sie auch nicht feilschen.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 234
Bestimmt wird er am nächsten Tag zurückkommen und weiter feilschen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 667
Sie feilschten bis zum letzten Augenblick und stellten sich zum Schluß immer übervorteilt.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 231
Zitationshilfe
„feilschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feilschen>, abgerufen am 13.12.2019.

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