feindlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung feind-lich
Wortzerlegung Feind -lich
Wortbildung  mit ›feindlich‹ als Erstglied: Feindlichkeit  ·  mit ›feindlich‹ als Letztglied: friedensfeindlich · zigeunerfeindlich  ·  mit ›feindlich‹ als Grundform: -feindlich
eWDG

Bedeutungen

1.
dem Landesfeind, (militärischen) Gegner angehörend
Beispiele:
ein feindliches Land
die feindlichen Truppen rücken vor
das feindliche Heer greift an
er ist im feindlichen Feuer gefallen
einen feindlichen Angriff abschlagen
feindliche Sender hören
Ein anderes Mal […] hatten sie sich durch die feindliche Linie geschlagen [ SeghersDie Toten6,20]
2.
feindselig
Beispiele:
eine feindliche Begegnung, Auseinandersetzung, Atmosphäre
das war ein feindlicher Akt
sich mit feindlichen Blicken messen
einer Sache feindlich (= ablehnend) gegenüberstehen
jmdm., gegen jmdn. feindlich gesinnt sein
feindliche (= verfeindete) Brüder
Der Mann muß hinaus / Ins feindliche Leben [ SchillerGlocke]
ihre Worte klangen kalt, fast feindlich [ Storm3,63]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feind · anfeinden · verfeinden · feindlich · Feindschaft · feindselig · Feindseligkeit
Feind m. ‘Gegner, Widersacher’. In ahd. fīant, fījant (8. Jh.), mhd. vīant, vīent, vīnt, asächs. fīand, mnd. vīent, mnl. vīant, nl. vijand, aengl. fēond, engl. fiend, anord. fjāndi ‘Feind, Teufel’, schwed. fiende, got. fijands, germ. *fijand- liegt (wie bei Freund, Heiland, s. d.) ein erstarrtes, substantiviertes Part. Präs. vor, dessen zugehöriges Verb in ahd. fīēn ‘hassen, verabscheuen’ (8. Jh.), aengl. fēogan, anord. fjā, got. fijan begegnet, danach aber nicht erhalten ist. Mit den Verwandten aind. pī́yati ‘schmäht, tadelt, beschimpft’, griech. pḗma (πῆμα) ‘Verderben, Leid’, lat. paene ‘beinahe, fast, ganz und gar’ (ursprünglich Neutrum des Adjektivs *pēnis ‘beschädigt, mangelhaft’) ist von einer Wurzel ie. *pē(i)-, *pī- ‘weh tun, beschädigen, schmähen’ auszugehen. anfeinden Vb. ‘angreifen (mit Worten)’ (15. Jh.), zu einem im 17. Jh. verlorengegangenen Infinitiv spätmhd. vīnden, nhd. feinden, wozu auch verfeinden Vb. ‘feind werden’ (17. Jh.). feindlich Adj. ‘gegnerisch’, ahd. fīantlīh (um 1000), mhd. vīentlich, vīntlich. Feindschaft f. ‘Gegnerschaft’, ahd. fīantscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000) ‘Feindseligkeit, Haß, Zwist’, mhd. vī(e)ntschaft. feindselig Adj. ‘feindlich gesinnt, gehässig’ (15. Jh.). Feindseligkeit f. ‘feindliche Gesinnung, Gehässigkeit’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
...feindlich · ...phob  ●  ...meidend  fachspr., selten

Typische Verbindungen zu ›feindlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feindlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›feindlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während sie lächelte, blickten die braunen Augen kalt, beinahe feindlich auf Holt. [Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 129]
Plötzlich geraten wir in der Verfolgung an die feindlichen Stellungen. [Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 111]
Aber er wollte nicht bloß den Sieg, er wollte die völlige Vernichtung des feindlichen Heeres. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 1054]
Aber du mußt dir auch klar darüber sein: Wir sprechen, wenn wir öffentlich sprechen, in feindlichem Gebiet. [konkret, 1989]
Ferner sollen die Unterzeichner auf feindliche Propaganda gegen andere Regierungen der Region verzichten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1984]]
Zitationshilfe
„feindlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feindlich>.

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