Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

feindselig

Grammatik Adjektiv · Komparativ: feindseliger · Superlativ: am feindseligsten
Aussprache 
Worttrennung feind-se-lig
Wortzerlegung Feind -selig
Wortbildung  mit ›feindselig‹ als Erstglied: Feindseligkeit
eWDG

Bedeutung

Feindschaft ausdrückend, verratend
Beispiele:
eine feindselige Haltung, Stimmung, Einstellung, Atmosphäre
ein feindseliger Blick traf ihn aus ihren Augen
etw. als einen feindseligen Akt empfinden, ansehen
jmdm. feindselig (= feindlich) gesinnt sein, gegenüberstehen
um ihn war nichts als erregtes Geflüster oder feindseliges Schweigen [ Feuchtw.Tag202]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feind · anfeinden · verfeinden · feindlich · Feindschaft · feindselig · Feindseligkeit
Feind m. ‘Gegner, Widersacher’. In ahd. fīant, fījant (8. Jh.), mhd. vīant, vīent, vīnt, asächs. fīand, mnd. vīent, mnl. vīant, nl. vijand, aengl. fēond, engl. fiend, anord. fjāndi ‘Feind, Teufel’, schwed. fiende, got. fijands, germ. *fijand- liegt (wie bei Freund, Heiland, s. d.) ein erstarrtes, substantiviertes Part. Präs. vor, dessen zugehöriges Verb in ahd. fīēn ‘hassen, verabscheuen’ (8. Jh.), aengl. fēogan, anord. fjā, got. fijan begegnet, danach aber nicht erhalten ist. Mit den Verwandten aind. pī́yati ‘schmäht, tadelt, beschimpft’, griech. pḗma (πῆμα) ‘Verderben, Leid’, lat. paene ‘beinahe, fast, ganz und gar’ (ursprünglich Neutrum des Adjektivs *pēnis ‘beschädigt, mangelhaft’) ist von einer Wurzel ie. *pē(i)-, *pī- ‘weh tun, beschädigen, schmähen’ auszugehen. anfeinden Vb. ‘angreifen (mit Worten)’ (15. Jh.), zu einem im 17. Jh. verlorengegangenen Infinitiv spätmhd. vīnden, nhd. feinden, wozu auch verfeinden Vb. ‘feind werden’ (17. Jh.). feindlich Adj. ‘gegnerisch’, ahd. fīantlīh (um 1000), mhd. vīentlich, vīntlich. Feindschaft f. ‘Gegnerschaft’, ahd. fīantscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000) ‘Feindseligkeit, Haß, Zwist’, mhd. vī(e)ntschaft. feindselig Adj. ‘feindlich gesinnt, gehässig’ (15. Jh.). Feindseligkeit f. ‘feindliche Gesinnung, Gehässigkeit’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
feindselig · hasserfüllt · unversöhnlich · verfeindet · von Hass erfüllt · übelwollend  ●  spinnefeind  Verstärkung · animos  geh., lat. · feindlich gesinnt (gegen)  geh. · phobisch  fachspr.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›feindselig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feindselig‹.

Verwendungsbeispiele für ›feindselig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frau rührte sich nicht, sie begnügte sich damit, feindselig auf mein Buch zu blicken. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1031]
Ich empfand es nicht eigentlich als feindselige Handlung, dieses Abmauern. [Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 295]
Seit ich da war, lebte er mit den Wissenschaften auf noch feindseligerem Fuß als vorher. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4884]
Andererseits hat es mit seiner Politik niemals feindselige Absichten verfolgt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1988]]
Die kenianische Regierung hegt keinerlei feindselige Absichten gegenüber ihren Nachbarn. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]]
Zitationshilfe
„feindselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feindselig>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
feindschaftlich
feindlich
feind
feinbesaitet
fein mahlen
feindwärts
feine Zunge
feinen
feiner Gaumen
feinfaserig