Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

feminin

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fe-mi-nin
Wortbildung  mit ›feminin‹ als Erstglied: feminisieren · feministisch  ·  formal verwandt mit: Feminismus
Herkunft aus gleichbedeutend fēminīnuslat < fēminalat ‘Frau’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. weiblich
  2. 2. [abwertend] weibisch, weichlich, unmännlich
eWDG

Bedeutungen

1.
weiblich
in gegensätzlicher Bedeutung zu maskulin
Beispiele:
das neugeborene Kind ist femininen Geschlechts
Sprachwissenschaftdas Substantiv ›Lampe‹ ist feminin
Eine feminine Begabung, mehr aufnahmefähig und erkennerisch als originell [ St. ZweigBalzac116]
2.
abwertend weibisch, weichlich, unmännlich
Beispiel:
er ist feminin veranlagt, ein femininer Typ
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

feminin · Feminismus
feminin Adj. ‘von weiblichem Geschlecht, weiblich, weibisch’, übernommen von gleichbed. lat. fēminīnus, zu lat. fēmina ‘Weib, Frau’. Der bereits bei den römischen Grammatikern übliche Terminus genus fēminīnum wird um 1400 in dt. grammatische Texte aufgenommen und anfangs mit frāwleich geslächt, dann weyplich geschlecht (um 1500) erklärt. Substantiviert Femininum n. Feminismus m. ‘Bestrebung, den Einfluß der Frauen in der Gesellschaft zu erhöhen, übertriebenes Eintreten für die Frauenemanzipation, weibliches Verhalten bei (homosexuellen) Männern’ (Ende 19. Jh.), gelehrte Bildung zu lat. fēmina (s. oben), vielleicht in Anlehnung an gleichbed. frz. féminisme (ebenfalls Ende 19. Jh.), das anfangs auch ‘weiblicher Charme, Liebreiz’ bedeutet.

Thesaurus

Synonymgruppe
feminin · fraulich · weiblich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›feminin‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feminin‹.

Verwendungsbeispiele für ›feminin‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele finden mich zurzeit sicher eher feminin, aber ich bin beides. [Die Zeit, 21.02.2011, Nr. 08]
Nie im Leben trägt eine feminine Frau anderes als Röcke! [Die Zeit, 14.09.1984, Nr. 38]
Richtig harte Getränke bestellen sie allerdings selten, das wäre zu wenig feminin. [Süddeutsche Zeitung, 12.05.1998]
Am Ende wird einer von beiden aus der femininen Welt dann nicht mehr zurückfinden. [Süddeutsche Zeitung, 11.10.1997]
An Stelle des maskulinen gläubigen »Vertrauens« ist ein feminines Gefühlsverhältnis zum Heiland getreten. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 330]
Zitationshilfe
„feminin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feminin>.

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