feministisch

Grammatik Adjektiv · Komparativ: feministischer · Superlativ: am feministischsten, Steigerung selten
Aussprache [femiˈnɪstɪʃ]
Worttrennung fe-mi-nis-tisch
Wortzerlegung feminin-ist-isch
Wortbildung  mit ›feministisch‹ als Letztglied: ↗antifeministisch
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Ziele, Vorstellungen und Theorien des Feminismus (1) unterstützend, zugrunde legend
Kollokationen:
als Adjektivattribut: die feministische Lingustik, Literaturwisenschaft, Theologie; eine feministische Aktivistin, Autorin, Philosophin, Theorie; ein feministisches Manifest; ein feministischer Diskurs; die feministische Avantgarde
als Adverbialbestimmung: feministisch angehaucht, inspiriert, orientiert
Beispiele:
Feministisch ist die Gewerkschaftsfunktionärin, die gegen den Widerstand ihrer Organisation für die Verbesserung der Frauenarbeitsbedingungen kämpft und gegen die institutionalisierte Doppelbelastung, ebenso wie die Hausfrau, der die Geduld reißt und die den Teller an die Wand wirft! [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 237]
Verstörend ist, dass Frauen, die sich dem feministischen Lager zurechnen, von dem groben Unrecht, das den Frauen unter den Flüchtlingen widerfährt, kaum Notiz nehmen. [Die Welt, 07.12.2018]
Vor allem Künstlerinnen, Politikerinnen und Aktivistinnen, die in der Öffentlichkeit stehen und sich feministisch äußern, sind brutaler Hetze im Internet ausgesetzt. [Süddeutsche Zeitung, 06.12.2018]
Feministische Sprachkritik bezieht sich nicht nur auf frauenfeindliche Strukturen im »Sprachsystem«, sondern hat von Anfang an auch den unterschiedlichen »Sprachgebrauch« von Frauen und Männern, insbesondere in gemischtgeschlechtlichen Diskussionen kritisch untersucht und festgestellt, daß sich das Gesprächsverhalten von Frauen und Männern auffällig unterscheidet. [Süddeutsche Zeitung, 07.10.1994]
Das Argument für das Frauenwahlrecht faßte die feministische Zeitung »Die Tat« in den entwaffnenden Satz: »Die politische Gleichberechtigung der Frau ist eben heute ein derart selbstverständlicher Anspruch geworden, daß er im Grunde gar keiner Motivierung mehr bedarf.« [Der Spiegel, 09.04.1958, Nr. 15]
Schweden hat ein fast bis zur Perfektion ausgereiftes Sozialsystem, einen Ausländeranteil von gerade mal 5,5 Prozent und zählt zu einem der feministischsten Länder der ganzen Welt. [Die Zeit, 25.01.2006, Nr. 04] ungewöhnl.
2.
selten, veraltet, bildungssprachlich, abwertend für Frauen als typisch geltende Eigenschaften, Merkmale oder Einstellungen aufweisend
Beispiele:
Das Wort vom Schlag auf die linke Backe z. B. (Matth. 5, 39) hält er für eine »feministische Zuspitzung« (S. 607); er sieht also nicht die herbe männliche Kraft der Selbstbeherrschung, die gerade in diesem Wort liegt. [Florin, Wilhelm: Rosenbergs Mythus und evangelischer Glaube, Gütersloh: Bertelsmann 1934, S. 12]
M. Gruau, selbst ein sensitiver Modekünstler von Weltruf, hat als Berater der Boutique »Hommes«, diesem einzigartigen »Modeparadies für Männer«, verstanden, den feministischen Beigeschmack, der einem richtiggehenden »Dior«‑Etikett naurgemäß anhaftet, taktvoll auszuschalten. [Die Zeit, 08.08.1957, Nr. 32]
Hier redet der bloße Haß gegen diese »feige, feministische, zuckersüße Bande« der Christen[…]. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 8541]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›feministisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feministisch‹.

Zitationshilfe
„feministisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feministisch>, abgerufen am 15.04.2021.

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