Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ferkeln

Grammatik Verb · ferkelt, ferkelte, hat geferkelt
Worttrennung fer-keln
GrundformFerkel
Wortbildung  mit ›ferkeln‹ als Letztglied: abferkeln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Landwirtschaft] ...
  2. 2. [salopp] Schamlosigkeiten, Zoten im Munde führen
eWDG

Bedeutungen

1.
Landwirtschaft
Beispiel:
die Sau hat geferkelt (= Ferkel geworfen)
2.
salopp Schamlosigkeiten, Zoten im Munde führen
Beispiel:
er ferkelt von früh bis abends
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ferkel · ferkeln
Ferkel n. ‘junges Schwein’, ahd. farhilī (9. Jh.), farhilīn (11./12. Jh.) ‘Schweinchen, Ferkel’, mhd. verhelīn, verlīn ist Deminutivum zu ahd. far(a)h ‘Ferkel, Frischling’ (9. Jh.), mhd. varch ‘Ferkel, Schwein’. Im Germ. sind verwandt mnd. verken, mnl. varken, verken, nl. varken, aengl. færh, engl. farrow, außergerm. entsprechen lat. porcus ‘zahmes Schwein’, lit. par̃šas ‘männliches verschnittenes Schwein’, mir. orc ‘Ferkel, junges Tier’, so daß sich ie. *pork̑os ‘Schwein’, auch ‘neugeborenes Tier, Ferkel’ erschließen läßt. Hierzu (als Deminutiva) kslaw. prasę, russ. porosënok (поросёнок) und mit l-Suffix lat. porculus, lit. paršẽlis ‘Ferkel’. Wenn die Verbindung zu ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ (wozu auch Furche, s. d.) zu Recht besteht, ist von einer Bedeutung ‘Wühler’ auszugehen. Im Mhd. wird im Silbenanlaut ch- zu k-, so daß bereits mhd. verkelīn, verkel entsteht. Es bleibt offen, ob dieses k- als Bestandteil des Stammes oder aus dem Deminutivsuffix (*-kīn bzw. *-inkilīn) zu erklären ist; vgl. Pijnenburg in: Sprachwissenschaft 10 (1985) 359 ff. ferkeln Vb. ‘Ferkel werfen, sich unanständig aufführen’ (17. Jh.), älter ferlen (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›ferkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie gockeln und ferkeln, sie dienern, sie protzen, sie ducken und mucken. [Süddeutsche Zeitung, 10.06.1994]
Da wird nicht geferkelt, da ist alles sauber und rein. [Die Zeit, 28.03.1980]
Sauen, die nachts oder sonntags ferkelten, blieben sich selbst überlassen. [Die Zeit, 14.12.1984]
Wenn sie demnächst ferkeln sollte, wäre das nur ein kleiner Schritt für die Evolution. [Die Zeit, 27.11.2000]
Während wir hier artig im Stroh scharren, wird auf dem Bildschirm geferkelt, sich im Heu gewälzt. [Die Welt, 31.01.2000]
Zitationshilfe
„ferkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ferkeln>.

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