festigen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung fes-ti-gen
Wortbildung  mit ›festigen‹ als Erstglied: ↗Festiger · ↗Festigung  ·  mit ›festigen‹ als Grundform: ↗gefestigt
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. fest, stark machen, stärken
Beispiele:
jmds. Vertrauen, Ansehen, seine Autorität festigen
seine Position, Stellung ist so gefestigt, dass er sich das erlauben kann
das festigt die Freundschaft
durch ständige Wiederholungen werden die Kenntnisse der Schüler gefestigt
die Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden gefestigt
seine verantwortungsvolle Tätigkeit hat ihn gefestigt
jmd. ist charakterlich, innerlich gefestigt (= stark, sicher)
eine gefestigte Persönlichkeit
ein gefestigter Charakter
sich festigenfester, stärker werden
Beispiele:
die Lage, Situation der Wirtschaft hat sich gefestigt
Beziehungen, Verbindungen festigen sich
Dabei festigte sich in Küppers ... die Überzeugung, daß sie mit dem Vortreiben der Sohle auf eine Wasserader stoßen würden [ UhsePatrioten1,297]
durch Beruf und Heirat will er sich innerlich festigen [ Th. Mann11,610]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fest · Feste · Festung · festigen · befestigen · Festigkeit · Festland · feststellen
fest Adj. ‘hart, dicht, dauerhaft, kräftig’. Dem ja-Stamm ahd. festi (8. Jh.), mhd. vest(e) ‘hart, stark, beständig’ gegenüber bewahren asächs. fast, mnd. mnl. nl. vast, aengl. fæst, engl. fast, anord. fastr, schwed. fast die alte (umlautlose) Adjektivform; vgl. auch got. fastan ‘festhalten, halten’ (s. ↗fasten) sowie das Adverb nhd.fast (s. d.). Außergerm. läßt sich nur ein Zusammenhang mit armen. hast ‘dick, dicht’ und aind. pastyàm ‘Behausung, Wohnstätte’ (im Sinne von ‘fester Wohnsitz’) herstellen, so daß ie. *past- ‘fest’ erschlossen werden kann. Die Form feste Adv. ‘sehr, tüchtig’, mhd. veste bleibt bis ins 18. Jh. üblich und gilt noch heute in Mundart und Umgangssprache. Feste f. ‘Burg, Festung’, ahd. festī(n) ‘Festigkeit, Kraft, das Beharren, Schutz, Dauerhaftigkeit, Grundlage, sicherer Ort, Festung’ (8. Jh.), mhd. veste ‘Festigkeit, Härte, sicherer, befestigter Ort’. Festung f. ‘befestigter Ort, Verteidigungsanlage’, ahd. festinunga ‘Stärkung, Begründung, Behauptung, Bestätigung’ (9./10. Jh.), mhd. vest(en)unge ‘Bekräftigung, Festsetzung, Befestigung, Festung’, abgeleitet von ahd. festinōn ‘befestigen, festsetzen, dafürhalten’ (8. Jh.), festen ‘befestigen, beweisen’ (9. Jh.), mhd. vestenen, vesten ‘fest und beständig machen, festsetzen, verschanzen’. festigen Vb. und befestigen Vb. ‘festmachen’, beide 15. Jh., vgl. ahd. bifestinōn ‘befestigen, besetzen’ (8. Jh.). Festigkeit f. ‘Härte, Dichte, Beständigkeit’, mhd. vestecheit. Festland n. im 17. Jh. noch festes Land, seit Anfang des 19. Jhs. für ↗Kontinent (s. d.). feststellen Vb. ‘unbeweglich machen, erforschen, vereinbaren, bestätigen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
festigen · ↗festziehen · ↗fixieren · ↗zusammenziehen
Synonymgruppe
fest (sicher) machen · festigen · ↗stabilisieren
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) einpendeln (bei) · (sich) festigen · ↗(sich) normalisieren · ↗(sich) stabilisieren · ↗(sich) verfestigen · (wieder) ins Lot kommen  ●  ↗(sich) konsolidieren  geh.
Assoziationen
  • (das) erledigt sich (von selbst) · ↗(das) geht (von allein) vorüber · (das) gibt sich (wieder) · (das) legt sich · (das) reguliert sich (selbsttätig) · (das) verschwindet (von selbst)

Typische Verbindungen zu ›festigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›festigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›festigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er sei gefestigt genug, um dies zu erreichen, findet der Trainer.
Der Tagesspiegel, 22.09.2000
Als Otto schließlich über ein kleineres ungarisches Heer siegte, schien seine Stellung im Reich gefestigt.
Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7195
Ihr Charakter festigte sich, sie nahm sich offenkundig in Zucht.
Die Zeit, 15.02.1960, Nr. 07
Nach 1945 gelang es ihm, den guten Ruf des Hauses weiter zu festigen.
Vogg, Herbert: Herzmansky (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 24607
Wir sind frühmorgens noch gar nicht richtig beisammen und müssen uns erst festigen.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 193
Zitationshilfe
„festigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/festigen>, abgerufen am 17.04.2021.

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