Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

feucht

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›feucht‹ als Erstglied: Feuchtbehandlung · Feuchtbiotop · Feuchtgebiet · Feuchtigkeit · Feuchttuch · Feuchtwiese · Feuchtwäsche · feuchtfröhlich · feuchtheiß · feuchtkalt · feuchtkühl · feuchtschwül · feuchtwarm
 ·  mit ›feucht‹ als Letztglied: druckfeucht · wechselfeucht
eWDG

Bedeutung

ein wenig nass
Beispiele:
ein feuchtes Tuch, feuchter Lappen
feuchte Umschläge machen
an der Wand ist ein feuchter Fleck
feuchter Boden, Sand, Lehm, feuchte Erde
eine feuchte Wiese
das Gras ist feucht vom Tau
die Straße ist vom Regen noch feucht
feuchtes Getreide
wir haben eine feuchte Wohnung, einen feuchten Keller
jmd. hat, bekommt feuchte Augen
jmd. hat feuchte Lippen, einen feuchten Mund
die feuchte Schnauze des Hundes
ich hatte vor Aufregung feuchte Hände
umgangssprachlich, scherzhafter hat eine feuchte Aussprache (= sprüht unbeabsichtigt beim Sprechen Speichel)
umgangssprachlich, verhüllend, scherzhaftjetzt geht's ins feuchte Element! (= ins Wasser!)
umgangssprachlich, verhüllend, scherzhaftdas war ein feuchter (= trinkfreudiger) Abend
umgangssprachlich, verhüllend, scherzhaftder junge Mann ist noch feucht hinter den Ohren (= noch unreif)
saloppdas geht dich einen feuchten Staub, Kehricht (= gar nichts) an
Das Plakat ist noch feucht vom Druck [ BrechtCommune3 b]
Ihre Stirn schimmerte feucht von winzigen Schweißperlen [ RinserLobel20]
Aus dem bewegten Wasser rauscht / Ein feuchtes Weib hervor [ GoetheFischer]
reich an Wasserdampf
Beispiele:
feuchte Luft, feuchter Nebel
die feuchte Hitze, Wärme ermattet uns
ein feuchter Wind bläst
Schon weht feuchte Kühle übers Feld [ A. ZweigErziehung190]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

feucht · Feuchte · Feuchtigkeit · feuchten
feucht Adj. ‘etwas naß’, ahd. fūht, fūhti ‘naß, bewässert’ (8. Jh.), mhd. viuhte, mnd. vucht, vüchte, mnl. vocht, vucht, nl. vocht, aengl. fūht gehören zur schwundstufigen Form der unter Fenn (s. d.) behandelten Wurzel ie. *pen- ‘Schlamm, Sumpf, Wasser, feucht’. Ausfall des Nasals (germ. *funhti-?) führt zur Dehnung des Vokals. Feuchte f. ‘leichte Nässe’, ahd. fūhtī ‘Flüssigkeit, Feuchtigkeit, Naß’ (8. Jh.), mhd. viuhte, im Nhd. weitgehend abgelöst durch Feuchtigkeit f. mhd. viuhtecheit, Ableitung von mhd. viuhtec, viuhtic Adj. ‘feucht’. feuchten Vb. ‘naß werden, machen’, ahd. fūhten ‘benetzen, naß sein, befeuchten’ (um 800), mhd. viuhten, nhd. meist in Präfixverben wie an-, befeuchten (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dunstig · feucht · feuchtkalt · kühl und feucht
Synonymgruppe
feucht · feuchtkalt · klamm · nasskalt
Oberbegriffe
Synonymgruppe
beschlagen · dampfig · diesig · dunstig · feucht
Chemie, Geografie
Synonymgruppe
feucht · humid · nass
Assoziationen
Synonymgruppe
feucht · nass · regnerisch · verregnet
Synonymgruppe
(innen noch) feucht · (noch) teigig · nicht (richtig) durchgebacken  ●  kletschig  regional · klitschig (Gebäck)  ugs., Hauptform · klätschig  ugs., regional · noch nicht richtig durch  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›feucht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feucht‹.

Verwendungsbeispiele für ›feucht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf letztere kommen über das feuchte Tuch noch warme wollene Tücher. [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 332]
Ihre Augen schimmerten feucht, beinahe fiebrig hinter den dunklen Gläsern. [Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 171]
Hierbei drückte man die eingetieften Linien mit Hilfe von aus verschiedenem Material bestehenden Stempeln in den noch feuchten Ton ein. [o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 19496]
Dort gefiel es ihnen ohnehin viel besser als im feuchten Moor. [C't, 1999, Nr. 5]
Die schönen bunten Bilder versetzen uns in die gute alte Zeit; die Senioren werden feuchte Augen bekommen. [konkret, 1999]
Zitationshilfe
„feucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feucht>.

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