feuern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfeu-ern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›feuern‹ als Erstglied: ↗Feuergeschwindigkeit · ↗feuerbereit  ·  mit ›feuern‹ als Letztglied: ↗abfeuern · ↗anfeuern · ↗ausfeuern · ↗einfeuern · ↗herausfeuern · ↗hinausfeuern · ↗hineinfeuern · ↗losfeuern · ↗rausfeuern
 ·  mit ›feuern‹ als Grundform: ↗befeuern · ↗verfeuern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Feuer im Ofen machen und es unterhalten
Beispiele:
ich muss zu Hause täglich feuern
im Schlafzimmer wird nicht gefeuert
der Ofen muss vorsichtig gefeuert werden
der Ofen wird mit Holz, Kohle, Öl gefeuert (= beheizt)
an mir hängt einfach alles: Putzen, Kochen, Einholen, Feuern, Wäsche [LanggässerVergänglichkeit119]
etw. verheizen
Beispiel:
wir feuern gern Hobelspäne, nur Briketts
2.
Militär Feuer geben, schießen
Beispiele:
die Geschütze feuerten aus allen Rohren
die Flak feuerte unaufhörlich
auf jmdn. feuern
eine Salve, mehrere Schüsse (in die Menge) feuern (= abfeuern)
dort drüben zuckten die Mündungsblitze der ununterbrochen feuernden Batterien [DodererLederbeutelchen44]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich einen Schuss, den Ball ins gegnerische Tor feuern
3.
salopp etw. mit Nachdruck (ärgerlich) irgendwohin werfen
Beispiele:
den Ranzen, ein Buch in die Ecke, an die Wand feuern
Sie stand außer sich auf, feuerte den Kessel auf den Herd und lief hinaus [BrechtKalendergeschichten132]
übertragen
Beispiel:
eine römische Schöne ... Glutblicke feuernd [SchwarzinDt. Wort281]
jmdn. feuernjmdn. entlassen, rausschmeißen
Beispiele:
sie ist von der Schule gefeuert worden
Der Dogsborough / Hat mich gefeuert [BrechtArturo Ui4]
4.
umgangssprachlich brennen, glühen
Beispiele:
mein Gesicht feuert
das feuert im Gesicht
mir feuern meine Backen
der Schnaps, Wodka feuert aber (= ist scharf)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feuer · feuern · Feuerung · feurig · Feuerprobe · Feuerstein · Feuerwehr · Feuerwerk · Feuerzeug
Feuer n. ‘Brand, Flammenbildung’, ahd. fiur (8. Jh.), mhd. viur, viwer, viuwer, asächs. fiur, mnd. vǖr, mnl. vuur, vier, nl. vuur, aengl. fȳr, engl. fire, anord. fūrr, fȳrr. Verwandt sind griech. pȳ́r (πῦρ), umbr. pir, tschech. (älter) pýř, die auf einen ursprünglich heteroklitischen r-/n-Stamm ie. *peu̯ōr, *pū̌r, Genitiv *punés zurückgehen; den n-Stamm bewahren got. fōn, vielleicht auch anord. funi ‘Feuer’ und (mit k-Suffix) ↗Funke (s. d.). Die etymologische Entwicklung der genannten Formen ist im einzelnen undurchsichtig; sie dürfte von morphologischen Einflüssen bestimmt worden sein. Vgl. Bammesberger Die Morphologie des urgerm. Nomens (1990) 205. feuern Vb. ‘Feuer machen’, ahd. fiurēn ‘glühen, Flammen, Feuer speien’ (um 800), fiuren ‘glühend machen’ (10. Jh.), mhd. viuren; im Sinne von ‘schießen’ seit dem 17. Jh. Feuerung f. ‘das Heizen, Brennstoff’, älter ‘Feuer, Brand’ (Ende 15. Jh.). feurig Adj. ‘brennend, glühend, temperamentvoll’, mhd. viurec, viuric. Feuerprobe f. ‘Metallprüfung durch Feuereinwirkung’ (17. Jh.), erst spät auch Bezeichnung für das mittelalterliche Gottesurteil (18. Jh.). Feuerstein m. knollenförmiger, dunkler Kieselsäurestein zum Feuerschlagen, ahd. fiurstein (Hs. 12. Jh.), mhd. viurstein. Feuerwehr f. ‘zur Brandbekämpfung ausgebildete Mannschaft und ihre Gerätschaften’ (1841). Feuerwerk n. ‘Erzeugung farbiger Lichteffekte’ (16. Jh.), beim Aufkommen der Feuerwaffen auch im Sinne von ‘Munition’; vgl. spätmhd. viurwerc ‘Brennmaterial’. Feuerzeug n. ‘Gerät zum Erzeugen von Feuer’ (d. i. Stahl, Stein, Zunder, schließlich mit Hilfe von Benzin oder Gas), spätmhd. viurziuc.

Thesaurus

Synonymgruppe
schleudern · ↗schmeißen · ↗schmettern · ↗werfen  ●  feuern  ugs. · ↗hinpfeffern  derb
Synonymgruppe
entlassen  ●  (jemandem) den Vertrag nicht verlängern  variabel · ↗(jemanden) kündigen  Hauptform · ↗freisetzen  verhüllend · ↗freistellen  verhüllend · ↗(eiskalt) abservieren  ugs., salopp · (jemandem) den Stuhl vor die Tür setzen  ugs., fig. · ↗(jemanden) loswerden  ugs. · ↗(sich jemandes) entledigen  geh. · ↗absägen  ugs., salopp · achtkantig rauswerfen  ugs., variabel · auf die Straße setzen  ugs., fig. · feuern  ugs. · hochkant(ig) rauswerfen  ugs., variabel · im hohen Bogen rauswerfen  ugs., fig. · ↗rausschmeißen  ugs., salopp · ↗rauswerfen  ugs. · ↗schassen  ugs.
Unterbegriffe
  • (jemanden) aus dem Amt vertreiben · (jemanden) seines Amtes entheben  ●  (jemanden) aus dem Amt jagen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Arbeit verlieren · (jemandes) Arbeitsverhältnis wird beendet · gehen müssen · gekündigt werden · rausgeworfen werden · wegrationalisiert werden  ●  (der) Stuhl wird (jemandem) vor die Tür gesetzt  fig. · auf die Straße gesetzt werden  fig. · entlassen werden  Hauptform · seinen Hut nehmen müssen  fig. · vor die Tür gesetzt werden  fig. · (die) rote Karte kriegen  ugs., fig. · (sich) was Neues suchen können  ugs. · achtkantig rausfliegen  ugs. · ↗fliegen  ugs., fig. · gefeuert werden  ugs. · geschasst werden  ugs. · hochkant(ig) rausfliegen  ugs. · ↗rausfliegen  ugs. · rausgeschmissen werden  ugs.
  • (das) Arbeitsverhältnis beenden  ●  (die) Zusammenarbeit beenden  verhüllend, floskelhaft · ↗(sich) trennen  verhüllend, floskelhaft
  • Entlassungswelle · ↗Kündigungswelle · ↗Massenentlassung · ↗Rationalisierung  ●  ↗Kahlschlag  fig.
  • abberufen · ↗ablösen · ↗absetzen · ↗entlassen · ↗entmachten · seines Postens entheben  ●  ↗abhalftern  ugs. · seines Amtes entheben  geh. · seines Amtes entsetzen  geh., veraltet · seines Kommandos entheben  geh.
  • (jemanden) abwimmeln · ↗(jemanden) loswerden · (sich jemanden) vom Halse schaffen · ↗(sich jemandes) entledigen  ●  ↗(jemanden) entsorgen  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Artillerie Breitseite Demonstrant Geschütz Gewehr Granate Gummigeschoß Heckenschütze Kampfhubschrauber Maschinengewehr Maschinenpistole Mörsergranate Panzer Pistole Rakete Rohr Salve Schuß Schütze Trainer Tränengas Unbekannte Warnschuss abfeuern anfeuern fristlos heuern los wahllos zurückfeuern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feuern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir feuern unsere Teams natürlich auch an - aber nicht fanatisch.
Bild, 04.06.2002
Sie hätten auf ihn gefeuert, als er in einen Teil der unter palästinensischer Verwaltung stehenden Stadt geflohen sei.
Die Welt, 09.12.2000
Er feuerte mich nicht, obwohl er nicht gerade begeistert war.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 229
Zuvor hatte der Täter auch auf die ihn verfolgenden Beamten gefeuert.
Der Tagesspiegel, 02.09.1999
Schon vor drei Jahren haben wir gefordert, ihn zu feuern.
Der Spiegel, 08.01.1996
Zitationshilfe
„feuern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feuern>, abgerufen am 18.02.2019.

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