feurig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfeu-rig
WortzerlegungFeuer-ig
Wortbildung mit ›feurig‹ als Erstglied: ↗Feurigkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. glühend
    1. a) ...
    2. b) [gehoben] feuerrot
  2. 2. [übertragen] mit innerem Feuer, temperamentvoll
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
glühend
a)
Beispiele:
feurige Kohlen
feurige Kohlen auf jmds. Haupt sammeln (= jmdn. beschämen)
b)
gehoben feuerrot
Beispiele:
ein feuriges Licht, feuriges Lohen
feurige Orchideen
Der Mond steigt voll und feurig auf [F. SchnackinBalladenbuch380]
das feurige Laub des wilden Weins [F. WolfGrenze5,21]
2.
übertragen mit innerem Feuer, temperamentvoll
Beispiele:
jmd. hat ein feuriges Wesen, Temperament, einen feurigen Geist
ein feuriger Mensch, Redner, Bewerber, Jüngling
das Mädchen ist feurig
ein feuriges Pferd, feuriger Rappe
jmds. Blick, Auge ist feurig
feurige Küsse, Worte
eine feurige Ansprache, Rede halten (= eine zündende Ansprache, Rede halten)
ein feuriger Wein, Schnaps (= ein berauschender Wein, Schnaps)
umgangssprachlichein feuriger Tropfen (= ein berauschendes alkoholisches Getränk)
Er hatte sich in schöne, feurige Begeisterung geredet [ZuckmayerLeben u. Tod143]
Der Tanz ... fängt reigenartig zurückhaltend an und wird allmählich feuriger [R. Dehmel10,65]
[er] bestürmte sie mit den feurigsten Liebeserklärungen [G. KellerKammacher6,241]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feuer · feuern · Feuerung · feurig · Feuerprobe · Feuerstein · Feuerwehr · Feuerwerk · Feuerzeug
Feuer n. ‘Brand, Flammenbildung’, ahd. fiur (8. Jh.), mhd. viur, viwer, viuwer, asächs. fiur, mnd. vǖr, mnl. vuur, vier, nl. vuur, aengl. fȳr, engl. fire, anord. fūrr, fȳrr. Verwandt sind griech. pȳ́r (πῦρ), umbr. pir, tschech. (älter) pýř, die auf einen ursprünglich heteroklitischen r-/n-Stamm ie. *peu̯ōr, *pū̌r, Genitiv *punés zurückgehen; den n-Stamm bewahren got. fōn, vielleicht auch anord. funi ‘Feuer’ und (mit k-Suffix) ↗Funke (s. d.). Die etymologische Entwicklung der genannten Formen ist im einzelnen undurchsichtig; sie dürfte von morphologischen Einflüssen bestimmt worden sein. Vgl. Bammesberger Die Morphologie des urgerm. Nomens (1990) 205. feuern Vb. ‘Feuer machen’, ahd. fiurēn ‘glühen, Flammen, Feuer speien’ (um 800), fiuren ‘glühend machen’ (10. Jh.), mhd. viuren; im Sinne von ‘schießen’ seit dem 17. Jh. Feuerung f. ‘das Heizen, Brennstoff’, älter ‘Feuer, Brand’ (Ende 15. Jh.). feurig Adj. ‘brennend, glühend, temperamentvoll’, mhd. viurec, viuric. Feuerprobe f. ‘Metallprüfung durch Feuereinwirkung’ (17. Jh.), erst spät auch Bezeichnung für das mittelalterliche Gottesurteil (18. Jh.). Feuerstein m. knollenförmiger, dunkler Kieselsäurestein zum Feuerschlagen, ahd. fiurstein (Hs. 12. Jh.), mhd. viurstein. Feuerwehr f. ‘zur Brandbekämpfung ausgebildete Mannschaft und ihre Gerätschaften’ (1841). Feuerwerk n. ‘Erzeugung farbiger Lichteffekte’ (16. Jh.), beim Aufkommen der Feuerwaffen auch im Sinne von ‘Munition’; vgl. spätmhd. viurwerc ‘Brennmaterial’. Feuerzeug n. ‘Gerät zum Erzeugen von Feuer’ (d. i. Stahl, Stein, Zunder, schließlich mit Hilfe von Benzin oder Gas), spätmhd. viurziuc.

Thesaurus

Synonymgruppe
emotional erregt · ↗heißblütig · ↗leidenschaftlich · mit Verzückung · ↗temperamentvoll · ↗ungestüm · voller Leidenschaft  ●  feurig  ugs. · ↗hitzig  ugs.
Assoziationen
  • Knutschfleck · Liebesmal  ●  Unterdruck-Hämatom  fachspr. · Zuzlfleck  ugs., österr.
Synonymgruppe
feurig · ↗rasant · ↗schwungvoll

Typische Verbindungen zu ›feurig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feurig‹.

Verwendungsbeispiele für ›feurig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist nur ein feuriger Spieler, der sein Tor bejubelt hat.
Der Tagesspiegel, 11.01.2005
Wenn er den Linken gibt, ist er feuriger, als Gysi je sein könnte.
konkret, 1996
Es hat eine feurig rote Farbe mit dunkleren Flecken und Streifen.
Dräger, Hans Heinz: Tourte (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 4973
Sein Leib ist mit dem des feurigen Rosses verschmolzen, das er sich unterworfen hat.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 26
Er sah aus der Nische in das feurig beleuchtete Zimmer.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 19
Zitationshilfe
„feurig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feurig>, abgerufen am 29.03.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Feuilletonstil
Feuilletonseite
Feuilletonschreiber
Feuilletonredakteur
feuilletonistisch
Feurigkeit
feurio
Fex
Fez
ff