fiedeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfie-deln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fiedeln‹ als Erstglied: ↗Fiedler  ·  mit ›fiedeln‹ als Letztglied: ↗abfiedeln · ↗herunterfiedeln
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend kunstlos, eintönig geigen
Beispiele:
ein Liedchen, eine Melodie fiedeln
Musikanten kamen und fiedelten und tanzten [Kellerm.Tunnel130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fiedel · fiedeln · Fiedelbogen
Fiedel f. mittelalterliches Streichinstrument der Spielleute, ‘Geige’, ahd. fidula (9. Jh.), mhd. videl(e), mnd. vēdele, viddel(e), mnl. vēdel(e), nl. vedel, aengl. fiþele, engl. fiddle, anord. fiðla, schwed. (mundartlich) fela ist etymologisch ungeklärt. Da es sich um ein im Germ. verbreitetes Wort handelt, ist germ. Herkunft (ohne weitere bisher erkannte Anknüpfungsmöglichkeiten) durchaus erwägenswert. Die allenthalben vertretene Herleitung aus dem Mlat. ist wohl abzulehnen, da mlat. vitula, vidula ‘Saiteninstrument’ erst im 11. Jh. (Constantinus Africanus) bezeugt ist. Direkte Anknüpfung der germ. Formen an das Verb lat. vītulārī ‘frohlocken, jubeln, einen Sieges- oder Lobgesang anstimmen’ (vgl. auch Vītula ‘Göttin des Sieges und des Jubels über den Sieg’) bleibt fragwürdig. Eher ist mlat. vitula als Latinisierung von ahd. fidula bzw. einer entsprechenden germ. Form anzusehen. fiedeln Vb. ‘auf der Fiedel spielen’, mhd. videlen. Fiedelbogen m. mhd. videlboge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geige spielen · Violine spielen · fiedeln · ↗geigen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Geige Geiger Musiker ab blasen hin singen trommeln weg

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fiedeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort in einem hohen Tal schlagen die Männer ihr musikalisches Lager auf und fiedeln die alten Weisen.
Die Zeit, 06.09.1991, Nr. 37
Töne gewünscht, wenn denn schon gesungen, gefiedelt und trompetet werden muss.
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2002
Und zur Freude des »Stern« fiedeln sie wie die allerbesten Geiger.
konkret, 1989
In jeder Scheune wird gefiedelt, in allen Kirchen geflötet, es klingt und singt über Wiesen und Anger.
Die Welt, 15.09.2000
Doch möglicherweise gehörte der Sachse zu dem Orchester da draußen und fiedelte ein Furioso am ersten Pult.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 172
Zitationshilfe
„fiedeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fiedeln>, abgerufen am 16.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Fiedelbogen
Fiedel
fiebrisch
fiebrig
fieberwirksam
Fieder
Fiederblatt
fiedern
Fiederung
Fiedler