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fies

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›fies‹ als Erstglied: Fiesling
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
Ekel, Widerwillen erregend, auslösend; unangenehm, widerlich
2.
charakterlich widerwärtig, unsympathisch, abstoßend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fies Adj. ‘ekelerregend, widerlich’, geläufig in nd. und rhein. Mundart, im 20. Jh. allgemein in der hd. Umgangssprache üblich; Herkunft unsicher. Für nl. vies (16. Jh.), mnd. vīs, nd. fies ‘ekelhaft, empfindlich, wählerisch’ macht Rosenfeld in: PBB (H) 80 (1958) 424 f. Adjektivierung von nl. rhein. fīs ‘Darmwind’ glaubhaft (indem etwa aus einem Kompositum Fieskerl eine attributive Fügung der fiese Kerl entsteht); vgl. frühnhd. feisen (Anfang 15. Jh.), nd. fīsen, mnl. vīsen ‘furzen’. Dies könnte mit lat. spīrāre ‘blasen, wehen, atmen’ (s. Spiritus) verwandt sein, so daß Anschluß an eine Wurzel ie. *(s)peis- ‘blasen’ möglich ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
arglistig · boshaft · bösartig · böse · fies · garstig · gehässig · gemein · hinterfotzig · hundsgemein · niederträchtig · perfid · perfide · ruchlos · schuftig · schurkisch · schäbig · schädlich · tückisch · verabscheuenswert · verabscheuungswürdig · verwerflich  ●  hundig  österr. · verrucht  veraltend · infam  geh. · mies  ugs. · schofel  ugs. · übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bösartig · böse · böswillig · gemein · schlecht · übel  ●  fies  rheinisch · sauber  ironisch
Synonymgruppe
arg · bedenklich · ernstlich · schwer  ●  bös(e)  ugs. · fies  ugs., rheinisch · schlimm  ugs.
Synonymgruppe
nasskalt (Wetter)  Hauptform · fies  ugs., rheinisch · schmuddelig  ugs. · schäbbig  ugs., ruhrdt., rheinisch · usselig  ugs., ruhrdt.

Typische Verbindungen zu ›fies‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fies‹.

Verwendungsbeispiele für ›fies‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wenn das nicht reicht, bläst sie ein fieser Wind von hinten an. [Die Zeit, 13.11.1998, Nr. 47]
Wenn wir verliebt sind, genießen wir es doch manchmal, ein Mädchen mit fiesen Worten zu verletzen. [Die Zeit, 06.12.2010, Nr. 49]
Sie hat auch noch zwei andere Personen mit in ihr fieses Spiel einbezogen. [Die Zeit, 28.11.2008, Nr. 48]
Koch ist erkältet, ein fieser Husten unterbricht ihn immer wieder. [Die Zeit, 21.01.2008, Nr. 03]
Dabei schreckten die Wissenschaftler auch vor fiesen Experimenten nicht zurück. [Die Zeit, 02.11.2007, Nr. 45]
Zitationshilfe
„fies“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fies>.

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