filzig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfil-zig (computergeneriert)
Grundformfilzen1
eWDG, 1967

Bedeutungen

I.
zu Filz geworden, verfilzt
Beispiele:
filzige Wolle, filziger Pelz
jedoch wurden ihm ... frische Blumen in sein filziges Haar geschoben [I. SeidelLabyrinth114]
wie Filz
Beispiel:
ein Blatt mit filzigem Belag, filziger Behaarung
II.
salopp, abwertend geizig
Beispiele:
ein filziger Bauer, Händler
jmd. zeigt sich filzig, erweist sich als filzig
aber so sind solche Leute schon, filzig bis über's Grab und obendrein undankbar [DodererLederbeutelchen156]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Filz · filzig · filzen · verfilzen
Filz m. ‘aus Fasern, Haaren gepreßter Stoff’, ahd. filz ‘Umwurf, Lumpen, grobes Tuch’ (um 800), mhd. vilz, asächs. filt, mnd. vilt, mnl. vilt(e), velt, nl. vilt, aengl. engl. felt. Germ. *filta bezeichnet eine ‘fest geschlagene, gestampfte Wollmasse’ (vgl. ahd. falzan ‘festschlagen’, 8. Jh.) und geht daher vielleicht auf ie. *peld-, einen mit -d- (germ. -t-) gebildeten Präsensstamm zur Wurzel ie. *pel- ‘stoßend oder schlagend in Bewegung setzen, treiben’ zurück, wozu auch lat. pellere ‘stoßend, schlagend treiben’. Oder ist besser ein Zusammenhang mit lat. pilus ‘Haar’ bzw. den s-Stämmen griech. pī́los (πῖλος) ‘Filz’, lat. pilleus ‘Filzmütze’ und Anschluß an ie. *pilo- bzw. *pils- ‘Haar’ anzunehmen? Filz ‘geiziger, grober Mensch’ (15. Jh.) ist ursprünglich der in Filz, Loden gekleidete, übermäßig sparsame Bauer (vgl. mhd. vilzgebūr(e) ‘grober Bauer’). filzig Adj. ‘filzähnlich, verfilzt’, vilzeht (15. Jh.); dann auch ‘geizig’ (16. Jh.). filzen Vb. ‘zu Filz werden, verarbeiten’, mhd. vilzen ‘zu, von Filz machen’. Dagegen entstammt filzen ‘durchsuchen (nach verbotenen Sachen)’ der Gaunersprache, ist zu rotw. Filtzer ‘Kamm’ gebildet und bedeutet eigentlich ‘durchkämmen’ (19. Jh.). verfilzen Vb. ‘zu Filz werden’, heute üblicher als das Simplex, mhd. vervilzen.

Thesaurus

Synonymgruppe
filzig · verfilzt
Synonymgruppe
(sehr) sparsam · ↗geizig · ↗knauserig  ●  ↗preisbewusst  positiv · filzig  ugs. · ↗knickerig  ugs. · ↗knickrig  ugs. · ↗kniepig  ugs., norddeutsch · schrappig  ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld  ugs. · ↗zugeknöpft  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Haar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›filzig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist vorwiegend von dichtem, filzigem Haar bedeckt, das immer noch wächst, pro Jahr zirka 20 Meter.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 400
Ihre Haare waren filzig, ihre Rücken bucklig, ihre Arme aufgebläht mit Schaumstoffteilen.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.1995
Außerdem schwitzten die Schafe im Stall, die Wolle werde dort gelb und filzig und damit wertlos.
Die Zeit, 29.11.1991, Nr. 49
Das fährt wie eine blanke Klinge in die filzige Decke der Gewohnheiten.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 146
Bei Schweißfüßen ist es nicht ratsam, filzige Wollstrümpfe oder Dederonsocken anzuziehen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 66
Zitationshilfe
„filzig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/filzig>, abgerufen am 24.04.2019.

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