findig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfin-dig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›findig‹ als Erstglied: ↗Findigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

einfallsreich und schlau
Beispiele:
ein findiger Unternehmer
jmd. ist ein findiger Kopf
du musst etwas findiger sein!
da rettet ein findiger Kamerad die Situation durch einen schönen Gefechtsbericht über einen nicht stattgehabten Sturm [Weiskopf8,210]
Ich ahnte vorher nicht, wie findig ich im Lügen bin [RinserMitte55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch ↗fahnden). abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgeweckt · ↗clever · ↗einfallsreich · ↗erfinderisch · findig · ↗gescheit · ↗geschickt · ↗gewitzt · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  ↗gefitzt  schweiz. · ↗plietsch  landschaftlich, norddeutsch · Köpfchen haben  ugs. · ↗alert  geh., veraltend · auf Draht (sein)  ugs. · auf Zack (sein)  ugs. · ↗ausgebufft  ugs. · ↗ausgeschlafen  ugs., fig. · ↗gewieft  ugs. · ↗helle  ugs. · ↗jenisch  ugs., Gaunersprache · ↗originell  geh. · ↗pfiffig  ugs.
Assoziationen
  • blitzgescheit · ↗gescheit · ↗gewieft · ↗intelligent · ↗klug · mit scharfem Verstand · ↗scharfsinnig · ↗schlau · ↗verständig  ●  ↗aufgeweckt  ugs.
  • geistig anspruchsvoll · ↗hochgeistig · ↗intellektuell · verstandesbetont · von hohem geistigem Niveau · von hohem geistigen Anspruch · von höchstem geistigen Niveau  ●  schwere Kost  fig. · intellektuell brillant  geh. · von intellektueller Brillanz  geh.
  • abgebrüht · ↗abgefeimt · ↗ausgekocht · ↗gerissen (oft abwertend) · ↗gewieft · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  (es) faustdick hinter den Ohren haben  fig. · ↗durchtrieben  negativ · mit allen Wassern gewaschen  fig. · ↗verschlagen  negativ · (auch) kein Waisenknabe (sein)  ugs., fig. · (dem) machst du nichts vor  ugs., variabel · abgezockt  ugs. · ↗ausgebufft (auch abwertend)  ugs.
  • (sich) zu helfen wissen · nicht dumm sein  ●  Grips haben  ugs. · Köpfchen haben  ugs. · helle sein  ugs. · nicht auf den Kopf gefallen sein  ugs.
  • (einen) wachen Verstand haben · fix im Kopf (sein) · schnell im Kopf (sein)  ●  (schwer) auf Draht (sein)  ugs. · auf Scheibe (sein)  ugs., selten · auf Zack (sein)  ugs., Hauptform · ↗ausgeschlafen (sein)  ugs., fig. · schnell schalten  ugs., fig.
Synonymgruppe
blitzgescheit · findig · ↗geistreich · mit Witz · ↗originell · ↗pfiffig · ↗witzig  ●  ↗vigilant  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Advokat Bastler Detektiv Gastronomen Gastwirt Geschäftemacher Geschäftsidee Geschäftsleute Geschäftsmann Hacker Hotelier Ingenieur Jungunternehmer Jurist Katalane Kaufleute Kleinunternehmer Konstrukteur Programmierer Rechercheur Reporter Schwabe Steuerberater Tourismusmanager Tüftler Unternehmer Werbetexter erfinderisch wendig windig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›findig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die FIA schloß das Team des findigen Chefs rückwirkend von der WM aus.
Die Welt, 04.05.2005
Doch der steuerscheue Bürger ist bekanntlich findig, und die Wirkung des Gesetzes bleibt umstritten.
Der Tagesspiegel, 28.10.1999
Eines Tages - das wußte ich genau - würde irgendein findiger Reporter davon hören.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 227
Ein findiger Lehrer schafft sich dann bestimmt überall die nötige Übungsgelegenheit.
Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 115
Zwar war sie findig, wußte immer wieder einen Grund, sich in seiner Nähe zu halten, doch auf die Dauer konnte sie mir nicht ausweichen.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 76
Zitationshilfe
„findig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/findig>, abgerufen am 17.10.2019.

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