Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

findig

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈfɪndɪç]
Worttrennung fin-dig
Wortbildung  mit ›findig‹ als Erstglied: Findigkeit
eWDG

Bedeutung

einfallsreich und schlau
Beispiele:
ein findiger Unternehmer
jmd. ist ein findiger Kopf
du musst etwas findiger sein!
da rettet ein findiger Kamerad die Situation durch einen schönen Gefechtsbericht über einen nicht stattgehabten Sturm [ Weiskopf8,210]
Ich ahnte vorher nicht, wie findig ich im Lügen bin [ RinserMitte55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch fahnden). – abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgeweckt · clever · einfallsreich · erfinderisch · findig · gescheit · geschickt · gewitzt · raffiniert · schlau  ●  gefitzt  schweiz. · plietsch  landschaftlich, norddeutsch · Köpfchen haben  ugs. · alert  geh., veraltend · ausgebufft  ugs. · ausgeschlafen  ugs., fig. · gewieft  ugs. · helle  ugs. · originell  geh. · pfiffig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
blitzgescheit · findig · geistreich · mit Witz · originell · pfiffig · witzig  ●  vigilant  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›findig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›findig‹.

Verwendungsbeispiele für ›findig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eines Tages – das wußte ich genau – würde irgendein findiger Reporter davon hören. [Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 227]
Ein findiger Lehrer schafft sich dann bestimmt überall die nötige Übungsgelegenheit. [Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 115]
Heute ist die Arbeit dank der vielen technisch findigen Männer auch für Frauen leichter geworden. [Die Zeit, 16.03.1984, Nr. 12]
Das szenische Arrangement war findig organisiert, wenn auch zuweilen auf Kosten der dramaturgischen Logik. [Die Zeit, 20.10.1967, Nr. 42]
Schon bald aber winkte dem findigen Kopf eine neue Chance. [Die Zeit, 07.10.1966, Nr. 41]
Zitationshilfe
„findig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/findig>.

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