fingern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfin-gern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fingern‹ als Erstglied: ↗Fingerei  ·  mit ›fingern‹ als Letztglied: ↗abfingern · ↗entlangfingern · ↗herausfingern · ↗herumfingern
 ·  mit ›fingern‹ als Grundform: ↗befingern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich sich an, in etw. mit den Fingern zu schaffen machen
Beispiele:
am Türschloss, Reißverschluss fingern
er fingert immer an seiner Krawatte
sie fingert in ihrer Handtasche
Fischel ... fingerte (= holte) ein Blatt mit Notizen aus dem Rock [MusilMann1489]
2.
salopp etw. Heikles erledigen, bewerkstelligen
Beispiele:
wir fingerten die schwierigsten Sachen [A. ZweigEinsetzung364]
das alles hatte er ganz allein gefingert [ScharrerHirt143]
Ja, wenn du dich persönlich vorstellen dürftest, dann würde die Sache wohl bald gefingert sein [Suderm.II 3,44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Finger · fingern · Fingerling · Fingernagel · Fingerhut · Fingerzeig
Finger m. ‘jedes der fünf Endglieder der Hand’, ahd. fingar (8. Jh.), mhd. vinger, asächs. fingar, mnd. vinger, mnl. vingher, nl. vinger, aengl. engl. finger, anord. fingr, schwed. finger, got. figgrs. Germ. *fengra- kann auf eine Bildung mit ie. ro-Suffix zur ie. Form des Zahlworts ↗fünf (s. d.) zurückgehen, so daß ie. *penku̯ro- anzusetzen wäre, das dann für ‘einen aus der Gesamtheit der fünf Finger’ gelten würde. Aber auch Anschluß an die Verbalwurzel von fangen (germ. *fanhan ‘fassen, ergreifen’) mit einem Ansatz ie. *penkro- ist möglich. Die einzelnen Finger haben bereits frühzeitig eigene Bezeichnungen: ↗Daumen (s. d.); Zeigefinger m. (15. Jh.), dafür ahd. zeigāri (9. Jh.), mhd. zeiger; Mittelfinger m. (15. Jh.); Ringfinger m. (16. Jh.) oder Goldfinger m., ahd. goldfingar (Hs. 12. Jh.), mhd. goltvinger; kleiner Finger m. (16. Jh.). fingern Vb. ‘mit den Fingern sich an etw. zu schaffen machen, mit ihnen an etw. herumspielen’, mhd. vingern ‘mit den Fingern Zeichen machen, etw. berühren’. Fingerling m. ‘Schutzhülle für einen verletzten Finger’ (16. Jh.), vgl. mhd. vingerlinc ‘Fingerring, Siegelring’. Fingernagel m. ‘Hornschicht auf der Fingerkuppe’, mhd. vingernagel (14. Jh.). Fingerhut m. ‘Schutzkappe für den Mittelfinger beim Nähen’, ahd. fingarhuot (Hs. 13. Jh.). Fingerzeig m. ‘Hinweis, Wink’ (16. Jh.); vgl. mhd. vingerzeic ‘Tadel oder Hohn, indem man auf jmdn. mit dem Finger zeigt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fingern · ↗fummeln · ↗knispeln · ↗nesteln · ↗werkeln  ●  ↗basteln  ugs. · ↗bosseln  ugs. · ↗fieseln  ugs. · ↗friemeln  ugs. · ↗pfriemeln  ugs. · ↗wurschteln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brieftasche Bügel Feuerzeug Handtasche Hosentasche Jacke Jackentasche Kommis Packung Portemonnaie Schachtel Scheinwerfer Tasche Zigarette Zigarettenschachtel abfingern durch durchfingern heraus herausfingern herum herumfingern hervor hinein hinfingern nervös raus rumfingern tasten umständlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fingern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unentwegt stopft er etwas in sich hinein oder fingert an seinem Handy herum.
Die Zeit, 13.03.2008, Nr. 12
Und er fingerte an ihrer Haut, drückte sie fester an sich.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 277
Also fingere ich Geld und Handy schnell raus und stecke sie mir in die Hose.
Bild, 03.05.2005
Er fingerte in seiner Jackentasche und holte eine Münze heraus.
Rode, Axel: Das Erbe der Guldenburgs, Bergisch-Gladbach: Lübbe 1986, S. 203
Wenn sie wenigstens ab und zu tasten, fingern, suchen, mit ihren Tentakeln sich etwas wegschnappen würden!
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 390
Zitationshilfe
„fingern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fingern>, abgerufen am 19.10.2019.

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