flößen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung flö-ßen
Wortbildung  mit ›flößen‹ als Erstglied: ↗Flößerei · ↗flößbar  ·  mit ›flößen‹ als Letztglied: ↗abflößen · ↗einflößen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Baumstämme als Floß, eine Ladung mit dem Floß befördern
Beispiele:
die gefällten Baumstämme werden auf dem Strom zum Ort ihrer Verarbeitung geflößt
die Kisten flussabwärts flößen
das Flößen auf den reißenden Flüssen ist gefährlich
2.
jmdm. eine Flüssigkeit langsam zuführen, jmdm. etw. einflößen
Beispiele:
dem Kind Milch in den Mund flößen
Nina fing es mit dem Löffelchen auf, um es ihr von neuem zwischen die blauen Lippen zu flößen [RinserMitte161]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Floß · flößen1
Floß n. ‘Wasserfahrzeug aus zusammengebundenen Baumstämmen’, ahd. flōʒ (10. Jh., vgl. flōʒskef, -skif, 9. Jh.), mhd. vlōʒ (auch m.), asächs. flōt, mnd. mnl. vlōt, nl. vlot gehört mit den unter ↗Flotte und ↗flott (s. d.) verzeichneten Formen als ablautende Bildung zu dem unter ↗fließen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet eigentlich ‘das Fließende, das Schwimmende’. flößen1 Vb. ‘mit dem Floß, als Treibgut befördern’ (13. Jh.).

flößen2 · einflößen · Flößer
flößen2 Vb. ‘wegschwemmen, vom Wasser mitgerissen werden’, ahd. flōʒen (11. Jh.), mhd. vlœʒen ‘wegspülen, fort-, hinabschwemmen’ ist das Kausativum (eigentlich ‘fließen, schwimmen, treiben machen’) zu dem unter ↗fließen (s. d.) behandelten Verb. einflößen Vb. ‘eine Flüssigkeit eingeben, zu trinken geben’, übertragen ‘erwecken’ (z. B. Achtung, Furcht), mhd. īn vlœʒen. Flößer m. (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›flößen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flößen‹.

Verwendungsbeispiele für ›flößen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er flößte seinem Sohn die Milch mit einem Löffel ein, alle drei Stunden.
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2001
Er flößte den beiden fremden Damen ein immer wachsendes Interesse ein.
Meysenbug, Malwida von: Der Pfad der Äbtissin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1907], S. 3422
Den Sud flößte er dem Mädchen ein, das darob zu Kräften kam und genas.
Der Tagesspiegel, 12.05.2003
Selbst wenn sie reingewaschen und gestriegelt war, flößte sie den Frauen einen körperlichen Ekel ein.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 117
Er zerrte mich sogleich in sein Zimmer und flößte mir allerlei Getränke ein.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 253
Zitationshilfe
„flößen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fl%C3%B6%C3%9Fen>, abgerufen am 01.06.2020.

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