Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

flöten

GrammatikVerb · flötete, hat geflötet
Aussprache
Worttrennungflö-ten (computergeneriert)
GrundformFlöte1
Wortbildung mit ›flöten‹ als Letztglied: ↗anflöten  ·  mit ›flöten‹ als Grundform: ↗Geflöte
eWDG, 1967

Bedeutung

hohe, den Flötentönen ähnliche Laute hervorbringen
Beispiele:
Die Kinder lösen von den Schokoladentafeln das Silberpapier und flöten darauf [Bachm.Dreißigstes Jahr7]
ein Leierkasten ... flötet Liebeslieder [AlexisRuhe2,262]
umgangssprachlich pfeifen
Beispiele:
die Männer flöteten bei der Arbeit
als er über den Hof ging, flötete er das Brummelbeerlied [Löns8,182]
von bestimmten Singvögeln   singen
Beispiele:
die Amsel flötete lieblich in der Dämmerung
die Nachtigallen flöten ihre sanften Lieder in der Nacht
Die Singvögel flöteten ihre letzten Weisen und rüsteten sich zur Abreise nach Süden [RaabeHungerpastorI 1,256]
scherzhaft, übertragen einschmeichelnd in hohen Tönen sprechen
Beispiele:
sie flötete in den süßesten Tönen
»Wie reizend, daß Sie eine Stunde Zeit für uns gefunden haben, Herr Höfgen!« flötet die Hausfrau [K. MannMephisto196]
»Prösterchen, und was wir lieben!« flötete Bottwender, seine Gewandtheit genießend [LeipBergung66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flöte · flöten · Flötist
Flöte f. Blasinstrument aus Holz oder Silberlegierung mit einem oder mehreren nebeneinanderliegenden Rohren. Mhd. vloite, floit, flöute ist ebenso wie mnl. flūte, fleute, floite, nl. fluit aus afrz. flaüte (frz. flûte) entlehnt. Dieses geht vielleicht auf aprov. flaüt, flauta zurück. Die Bezeichnung des Instruments ist wahrscheinlich onomatopoetischen Ursprungs, doch bleibt wegen der anlautenden Konsonantenverbindung auch ein Zusammenhang mit der Wortgruppe von lat. flāre ‘blasen’ zu erwägen. flöten Vb. ‘auf der Flöte blasen’, mhd. floiten, älter floitieren, nach afrz. flaüter. Flötist m. ‘Flötenspieler’ (19. Jh.), zuvor Flötenist (18. Jh.) mit dem roman., aus lat. -ista stammenden Suffix für Personenbezeichnungen (vgl. ital. flautista) gegenüber Flöter (16. Jh.), mhd. vloitære.

Thesaurus

Synonymgruppe
Flöte spielen · flöten
Synonymgruppe
entschwunden · ↗fort · hat sich verflüchtigt · nicht auffindbar · nicht aufzufinden · nicht zu finden · spurlos verschwunden · ↗unauffindbar · ↗verloren · verloren gegangen · vermisst (werden) · ↗verschollen · verschwunden · vom Winde verweht  ●  ↗abgängig  Amtsdeutsch, fig. · ↗weg  Hauptform · (sich) in Luft aufgelöst haben  ugs. · abhanden gekommen  ugs. · ↗dahin  geh. · flöten  ugs. · flöten gegangen  ugs. · ↗futsch  ugs. · futschikato  ugs., scherzhaft · ↗hops  ugs. · ↗perdu  ugs., franz. · ↗sonst wo  ugs. · verschütt gegangen  ugs. · von Windows verweht  ugs., scherzhaft · wie vom Erdboden verschluckt  ugs. · wie weggeblasen  ugs.
Assoziationen
  • abwesend · ausgeflogen (spöttelnd) · ↗aushäusig · außer Haus · nicht daheim · nicht zu Hause  ●  nicht da  ugs. · ↗unterwegs  ugs., Hauptform · ↗weg  ugs.
  • (jemandem) verloren gehen · abhandenkommen · in Verlust geraten  ●  bachab gehen  fig., schweiz. · in Verstoß geraten  österr. · (einer Sache) verlustig gehen  geh. · (sich) in Luft auflösen  ugs., fig. · (sich) selbständig machen  ugs., fig., scherzhaft · ↗entgleiten  geh. · ↗flöten gehen  ugs., fig. · ↗hopsgehen  ugs. · unter die Räder geraten  ugs., fig. · unter die Räder kommen  ugs., fig. · ↗verschwinden  ugs. · ↗verschüttgehen  ugs. · ↗wegkommen  ugs.
  • abgehauen · ↗abwesend · auf der Flucht · auf und davon · ausgerissen · durchgebrannt · ↗entflohen · ↗entkommen · ↗flüchtig · ↗fort · geflohen · geflüchtet · hat sich abgesetzt · hat sich der Strafverfolgung entzogen · nicht da · weggelaufen  ●  ↗abgängig  Amtsdeutsch · ↗absent  veraltet · ausgeflogen  fig. · (und) ward nicht mehr gesehen (pseudo-literarisch)  geh., Spruch, scherzhaft · ausgebüxt  ugs. · entfleucht  geh., altertümelnd, scherzhaft · getürmt  ugs., Jargon · nicht mehr da  ugs. · stiften gegangen  ugs., regional · ↗weg (= fortgelaufen, weggefahren)  ugs., Hauptform · über alle Berge  ugs., fig.
  • (sich) verbergen · ↗(sich) verstecken · nicht mehr erreichbar sein  ●  ↗untertauchen  fig. · ↗abtauchen  ugs., fig. · auf Tauchstation gehen  ugs., fig. · in der Versenkung verschwinden  ugs., fig. · von der Bildfläche verschwinden  ugs., fig.
  • (sich) entfernen · ↗(sich) zurückziehen · auf und davon gehen · ↗davonziehen · plötzlich weg sein · ↗verschwinden · ↗weggehen  ●  ↗entfleuchen  scherzhaft, literarisch · (einen) Rückzieher machen  ugs. · ↗(sich) absentieren  geh., veraltend · (sich) davon machen  ugs. · (sich) in Luft auflösen  ugs. · ↗(sich) rausscheren  ugs. · ↗(sich) retirieren  geh., veraltet · ↗(sich) schleichen  ugs., süddt. · (sich) selbständig machen  ugs., ironisch · (sich) von dannen machen  geh., veraltend, literarisch · abdackeln  ugs. · ↗abdampfen  ugs. · ↗abhauen  ugs. · ↗abschieben  ugs. · ↗abschwirren  ugs. · ↗abziehen  ugs. · abzischen  ugs. · ↗enteilen  geh. · ↗fortstreben  geh. · ↗gehen  ugs.
Synonymgruppe
flirten · flöten · ↗gurren · ↗schmeicheln · ↗säuseln
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
flöten · ↗schlagen (Fink, Nachtigall)  ●  ↗singen (Vogel)  Hauptform
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amsel Frauenstimme Hörer Kellner Lautsprecher Lied Melodie Mikrofon Moderatorin Nachtigall Ohr Telefon Verkäuferin Vogel brummen entgegen fröhlich geigen gurren hin hinterher pfeifen sanft schmettern säuseln trommeln zirpen zuflöten zurück zwitschern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flöten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man sich die alten Fotos anschaut, sieht es so aus, als wäre eine ganze Klasse flöten gegangen.
Die Zeit, 02.05.2011, Nr. 18
Und Zeit für Vorbereitungen auf den nächsten Unterricht geht flöten.
Bild, 23.12.1999
Ich bin doch niemals da, wo ich flöten gehen könnte.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 08.05.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber in diesem Augenblick flötete jemand auf der Straße dreimal.
Krüss, James: Mein Urgroßvater und ich, Hamburg: Oetinger 1959, S. 36
Papa und Mama reichten dem Direktor die Hand und flöteten etliches von »Dank für Verständnis« und »Kinderpsyche«.
Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 162
Zitationshilfe
„flöten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flöten>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Flöte
Flotation
Floßlände
Floßholz
Floßhaken
flöten gehen
flöten sein
flötenartig
Flötenbläser
Flötenfutteral