flügeln

Worttrennungflü-geln (computergeneriert)
GrundformFlügel1
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Jägersprache (einem Vogel) in den Flügel schießen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flügel · Flügelmann · flügeln · geflügelte Worte · beflügeln · überflügeln
Flügel m. ‘zum Fliegen dienender Körperteil der Vögel und Insekten’, mhd. vlügel, mnd. vlȫgel, mnl. vlōghel, vleughel, nl. vleugel, anord. flygill, schwed. flygel sind erst spät nach dem Muster vieler Gerätebezeichnungen (wie Zügel zu ziehen) zu dem unter ↗fliegen (s. d.) behandelten Verb gebildet und bezeichnen die Vogelschwinge, bald auch metaphorisch an einer Seite befindliche oder seitlich angebrachte Teile, im Dt. z. B. die nach zwei Seiten herabhängenden Teile einer Haube (17. Jh.), die Windmühlenflügel (17. Jh.), Nasen-, Lungenflügel (18./19. Jh.), Teile eines aufgestellten Heeres (18. Jh.; unter Einfluß von gleichbed. lat. āla und frz. aile). Im 18. Jh. wird eine Klavierart wegen ihrer Form Flügel genannt (älter mnd. vlȫgel ‘Harfe’, 14. Jh.). Flügelmann m. ‘Soldat am Flügel einer Heeresaufstellung’ (18. Jh.). flügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen, mit Flügeln schlagen’ (17. Jh.), heute nur noch im Part. Prät. geflügelt; geflügelte Worte im 18. Jh. von J. H. Voß in seiner Übersetzung Homers geprägt nach griech. épea pteréonta (ἔπεα πτερέοντα) ‘mit Flügeln versehene Wörter’, d. h. ‘Aussprüche, die sich schnell verbreiten’, seit Büchmann in der Bedeutung ‘geläufige Zitate’ (1864). beflügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen’ (Anfang 17. Jh.), dann ‘beschleunigen, beleben, vorantreiben’. überflügeln Vb. ‘vorauseilen, übertreffen’, zuerst militärisch ‘eine Linie über die feindliche Front seitwärts herausrücken, mit den Flügeln eines Heeres umfassen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

umflügeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flügeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Lande erscheinen sie als Schimmelreiter, auf der See geflügelt.
Deichgräber, K.: Dioskuren. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 6842
Torfmoose schwellen aus Wassergräben auf, über Riedgrasbüschel flitzt die Moorjungfer, stahlblau geflügelt.
Die Zeit, 22.11.1991, Nr. 48
Anregung gibt Dürer die N. geflügelt, mit Zaumzeug und auf einer Kugel fliegend.
o. A.: Lexikon der Kunst - N. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 12982
In Neufahrn würde dann geflügelt beziehungsweise gekoppelt, erläuterte Planungsingenieur Heinrich Hofmann von der Deutschen Bahn AG.
Süddeutsche Zeitung, 18.01.1996
Fische flügeln mit schmetterlingsartigen Fliegegerüsten durch die Luft, und Flugzeugschiffe, auf denen Türmchen kleben, schweben am Horizont.
Die Zeit, 08.04.1977, Nr. 15
Zitationshilfe
„flügeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flügeln>, abgerufen am 24.04.2019.

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