Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

flüssig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung flüs-sig
Wortbildung  mit ›flüssig‹ als Erstglied: Flüssigdünger · Flüssiggas · Flüssigkeit · Flüssigkristall · Flüssigmist · Flüssigseife · flüssigmachen
 ·  mit ›flüssig‹ als Letztglied: dickflüssig · dünnflüssig · feuerflüssig · halb flüssig · halbflüssig · leichtflüssig · schwerflüssig · zähflüssig
 ·  mit ›flüssig‹ als Grundform: verflüssigen
eWDG

Bedeutungen

1.
zweiter Aggregatzustand zwischen fest und gasförmig
Beispiele:
flüssiges Metall, Glas
flüssiges Erz ablassen
flüssige Treibstoffe, Brennstoffe
flüssige Fette, Nahrung(smittel)
flüssiger Leim
Physik flüssige Luft, Kohlensäure
flüssige Kohle (= Öl)
umgangssprachlich, scherzhaft flüssiges Brot (= Bier)
ein Stoff befindet sich im flüssigen Zustand
die Butter wird in der Sonne flüssig
Wachs durch Erwärmen flüssig machen
er konnte nur noch Flüssiges (= flüssige Nahrungsmittel) zu sich nehmen
2.
ohne Stockung, kontinuierlich fortschreitend, fließend
Beispiele:
eine flüssige Rede
ein flüssiger Produktionsablauf
der flüssige Handlungsablauf im Roman
er gab eine flüssige Darstellung seiner Erlebnisse
der flüssige (= reibungslose) Straßenverkehr
das war ein recht flüssiges (= zügiges) Fußballspiel
er schreibt einen flüssigen (= gewandten) Stil
das Buch ist äußerst flüssig und leichtverständlich geschrieben
Nach erfolgter Erprobung der neuen Verkehrs‑Signalanlage wird die Kreuzung … im Interesse eines sicheren, flüssigeren und übersichtlichen Verkehrs umgebaut [ Tageszeitung1963]
Der dünne Herr … sprach flüssig, nicht zu schnell, nicht zu langsam [ Feuchtw.Oppermann42]
am schwingenden Trapez leicht und flüssig turnen [ GrassKatz88]
3.
Beispiele:
flüssige (= verfügbare) Gelder, Kapitalien, Mittel
ich habe gerade (kein) Geld flüssig
»… Die Leute haben eben nie Geld.« »Oder sie sind nicht gleich flüssig [ DöblinAlexanderpl.120]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fluß · flüssig · Flüssigkeit · Flußspat
Fluß m. ‘größeres fließendes Gewässer, größerer natürlicher Wasserlauf’, ahd. fluʒ ‘Fluß, Strömung, Flüssigkeit’ (8. Jh.), mhd. vluʒ, asächs. fluti, mnd. vlōt ist schwundstufiges Abstraktum (i-Stamm, daher Plural Flüsse mit Umlaut) zu dem unter fließen (s. d.) behandelten Verb, ursprünglich ‘das Fließen, Strömung’ (in alter Zeit häufig von Blut und anderen Körpersäften). Erst im 16. Jh. wird Fluß (als Synonym neben Strom) zur allgemein üblichen Bezeichnung für ‘fließendes Gewässer’ (dafür zuvor ahd. aha, mhd. ahe, s. Aue), bis im 18. Jh. zwischen Fluß ‘größerer natürlicher Wasserlauf’ und Strom ‘großer, breiter Fluß’ unterschieden wird. flüssig Adj. ‘so beschaffen, daß es fließen kann, wässerig’, auch ‘ohne Stocken, zügig, glatt’ (von der Rede), ahd. fluʒʒīg ‘fließend, wogend, schmelzbar’ (11. Jh.), mhd. vlüʒʒec, vlüʒʒic. Flüssigkeit f. ‘wässerige Substanz’, spätmhd. vlüʒʒecheit (14. Jh.). Flußspat m. Mineral, Kalziumfluorid (16. Jh.), eigentlich ‘fließendes Mineral’, das als Flußmittel dem Schmelzprozeß zugesetzt wird (s. Spat).

Thesaurus

Synonymgruppe
dünnflüssig · fließfähig · flüssig · nichtviskos · wässerig · wässrig  ●  fluid  fachspr.
Synonymgruppe
gut bei Kasse · liquid · liquide · schuldenfrei · solvent · zahlungsfähig · zahlungskräftig  ●  flüssig  ugs.
Synonymgruppe
aufgetaut · flüssig · geschmolzen · liquid · zerflossen
Synonymgruppe
fließend · flüssig · mühelos · ohne Stocken

Typische Verbindungen zu ›flüssig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flüssig‹.

Verwendungsbeispiele für ›flüssig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und der geht so immer weiter, und Sie gehen viel flüssiger. [Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 160]
So schmolz sie zusammen, ein weißer See aus flüssigem Eisen. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 180]
Begriffe sind vielmehr, solange sie in einem produktiven Denken lebendig sind, stets beweglich, flüssig, anpassungsfähig. [Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 471]
Durch geschickte Gliederung gestaltet er seine flüssig geschriebene Darstellung übersichtlich. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 436]
Wenn sie sich vertippen, korrigieren sie mühsam mit flüssigem Papier. [C't, 2001, Nr. 6]
Zitationshilfe
„flüssig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fl%C3%BCssig>.

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