Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

flanieren

Grammatik Verb · flaniert, flanierte, ist/hat flaniert
Aussprache  [flaˈniːʀən]
Worttrennung fla-nie-ren
Wortbildung  mit ›flanieren‹ als Erstglied: Flaniermeile  ·  mit ›flanieren‹ als Letztglied: herumflanieren · umherflanieren · vorbeiflanieren
Herkunft aus gleichbedeutend flânerfrz
eWDG

Bedeutung

veraltend müßig umherschlendern, bummeln
Beispiele:
auf und ab flanieren
durch den Park, die Straßen flanieren
flanierende Damen
die Models flanierten (= gingen) über den Laufsteg
Schnuppernd flanierte Knulp durch die abendlichen Gassen und über den verödeten Marktplatz [ Hesse3,18]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flanieren Vb. ‘umherschlendern, bummeln’, Mitte des 19. Jhs. entlehnt aus gleichbed. frz. flâner, dem das in der Normandie gebräuchliche Dialektwort flanner zugrunde liegt. Etymologische Beziehungen zu anord. flana ‘blindlings vorwärtsstürzen’, norw. flana ‘gefallsüchtig sein’, schwed. flana ‘müßig, leichtsinnig sein, spielen, tollen’ sind möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Bummel machen · (einen) Spaziergang machen · (einen) Stadtbummel machen · an die frische Luft gehen · flanieren · frische Luft schnappen · herumschlendern · herumspazieren · schlendern · sich die Beine vertreten · sich die Füße vertreten · spazieren gehen · umherbummeln  ●  spazieren  Hauptform · (sich) ergehen  geh., veraltet · dahintändeln  geh. · lustwandeln  geh. · promenieren  geh., französierend, bildungssprachlich · umhertigern  ugs. · wandeln  geh.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · gehen · laufen  ●  zu Fuß gehen Hauptform · latschen ugs., salopp · zu Fuß laufen ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›flanieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flanieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›flanieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hat immer gern am Großen Haus flaniert, in den warmen Nächten. [Die Zeit, 29.04.1999, Nr. 18]
So flanierten 1908 weiß gekleidete Männer mit weißen Persil‑Sonnenschirmen durch belebte Geschäftsstraßen. [Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 320]
Wie der Dichter durch Wien flanieren die Sätze durch das Buch. [Die Welt, 07.04.2001]
Dafür ist es nun ein wahres Vergnügen, sich in den wohlverdienten Pausen flanierend die schönsten Ecken zu erschließen. [Süddeutsche Zeitung, 28.04.1994]
Man ging erst nachmittags hin und flanierte dort so richtig. [Süddeutsche Zeitung, 26.11.2004]
Zitationshilfe
„flanieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flanieren>.

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