Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

flanken

Grammatik Verb · flankt, flankte, hat geflankt
Aussprache 
Worttrennung flan-ken
GrundformFlanke
Wortbildung  mit ›flanken‹ als Letztglied: abflanken · ausflanken · einflanken · hereinflanken · vorbeiflanken

Bedeutungsübersicht+

  1. [Sport] ...
    1. a) [Turnen] eine Flanke machen
    2. b) [Ballsport] den Ball von der Seite zur Mitte des Spielfeldes abgeben
eWDG

Bedeutung

Sport
a)
Turnen eine Flanke machen
Beispiele:
über den Barren, Kasten flanken
[er] flankte über eine flache Steinschuttmauer [ Borchert108]
b)
Ballsport den Ball von der Seite zur Mitte des Spielfeldes abgeben
Beispiele:
der Linksaußen flankt (zur Mitte)
Linksaußen M flankte zum Stürmer K
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flanke · flanken · flankieren · Flankierung
Flanke f. ‘Seite’, zunächst (2. Hälfte 16. Jh.) vereinzelt für ‘Weiche des Pferdes’ vom frühen 17. Jh. an militärisches Fachwort in Anwendung auf Festungsbau (‘Seitenfront einer Bastion, Seitendeckung’) und Truppenformation (‘Seite der Gefechts-, Marschordnung’) ist entlehnt aus afrz. frz. flanc ‘Weiche, Seite’ (terminologisch seit dem Mfrz.), wobei feminines Genus im Dt. wohl erst (nach dem Muster von Seite, Weiche1?, s. d.) aus dem häufig verwendeten Plur. Flanquen, Flanken entsteht. Das Mask. afrz. frz. flanc seinerseits beruht wahrscheinlich auf galloroman. Neubildung zu einem nur noch schwach belegten, aber in Mundarten weiterlebenden Fem. afrz. mfrz. flanche, nordafrz. flanke ‘Seite eines Tieres’, das auf eine westgerm. (anfrk.?) Form zurückgeht, die ahd. (h)lanka, mhd. lanke ‘Hüfte, Lende’ (s. Gelenk und lenken) entspricht. Im 20. Jh. gewinnt Flanke im Sport neue Geläufigkeit (beim Geräteturnen ‘Sprung mit nach einer Seite gestreckten Beinen’, vgl. engl. flank vault, bei Ballspielen ‘Wurf, Schuß von der Seite zur Spielfeldmitte’); dazu flanken Vb. ‘eine Flanke ausführen’ (20. Jh.). flankieren Vb. ‘sich an den Seiten befinden, seitlich begrenzen, von der Seite her schützen, decken oder angreifen’ (17. Jh.), aus gleichbed. mfrz. frz. flanquer; dazu Flankierung f. (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›flanken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flanken‹.

Verwendungsbeispiele für ›flanken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Trainer selbst flankte die Bälle nach innen, wo die Spieler warteten, um abzuschließen. [Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002]
Er schlug einen schönen linken Haken und flankte oft mit seiner Rechten dazwischen. [Der Tagesspiegel, 19.04.2004]
Es ist nicht sein Raum, kann es nie werden, flankt gerade noch und zieht sich zurück in seine Zone, wieder nach hinten. [Die Zeit, 08.08.1980, Nr. 33]
Aber ich bin schnell, ausdauernd und kann ganz gut flanken. [Bild, 09.08.2000]
Da müsst ihr grätschen, köpfen, rennen, malochen, flanken, schießen, treffen – und siegen. [Bild, 16.12.2003]
Zitationshilfe
„flanken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flanken>.

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